Spielberichte

"Dreimal geführt und nicht nach Hause gebracht" – SV Glanegg hadert mit der Defensive in Friesach

Friesacher AC
SV Glanegg

Zum Auftakt der 1. Klasse Mitte lieferte sich der Friesacher AC/Hirter Pils mit dem SV Glanegg ein torreiches Duell, das die Gastgeber nach ständig wechselnden Führungen mit 5:3 für sich entschieden. Für Kevin Schlosser überwog nach dem Abpfiff nicht nur der Ärger über fünf Gegentore, sondern auch die Erkenntnis, dass seine neu zusammengestellte Mannschaft offensiv schon einiges mitbringt und sich in diesem offenen Schlagabtausch lange nicht abschütteln ließ.

Nahaufnahme: Spieler setzt zum Eckball an

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Dreimal vorne, am Ende doch ohne Punkte

Schlosser erlebte eine Partie, die seine Mannschaft zunächst immer wieder in gute Ausgangspositionen brachte. Johannes Edlinger stellte schon in der 10. Minute auf 0:1 und brachte den SV Glanegg früh in Front. Nach dem 1:1 durch Jan Mesec in der 33. Minute ging es mit diesem Stand auch in die Pause. Direkt nach dem Seitenwechsel legte der SV Glanegg neuerlich vor, diesmal traf Domen Ujcic in der 51. Minute zum 1:2. Richtig turbulent wurde es sechs Minuten später: Heinz Christian Einwallner glich zunächst zum 2:2 aus, ehe Ujcic mit seinem zweiten Treffer das 2:3 nachlegte. Lange hielt diese dritte Führung aber nicht, weil Florian Londer mit seinen Toren zum 3:3 und 4:3 in der 67. und 70. Minute das Spiel zugunsten von Friesacher AC/Hirter Pils drehte. In der 89. Minute setzte Einwallner mit dem 5:3 schließlich den Schlusspunkt unter einen Abend, an dem der SV Glanegg zwar immer wieder antwortete, sich aber am Ende für den Aufwand nicht belohnte.

Schlosser sieht die Gründe klar in der Arbeit gegen den Ball

Genau an diesem Verlauf knüpfte auch die Analyse des Glanegger Trainers an. "Die gesamte Partie war mehr oder weniger ein Hin und Her. Für die Zuschauer war es sicher sehr interessant", sagte Schlosser, der seine Mannschaft offensiv ausdrücklich lobte, den entscheidenden Unterschied aber klar in der Defensivarbeit sah. "Das Spiel ist heute in der Defensive verloren gegangen. Gegen den Ball waren wir teilweise zu passiv", hielt er fest. Dass der SV Glanegg dreimal vorne lag und dennoch leer ausging, zog sich durch sein gesamtes Fazit. Besonders hängen blieb ihm dabei die Szene vor dem 3:3. "Für mich war entscheidend, dass wir wieder in Führung gegangen sind, das 3:2 gemacht haben und dann der Elfmeter gegeben wurde, der meiner Meinung nach kein Elfmeter ist", sagte Schlosser. Dieser Ausgleich habe das Spiel aus seiner Sicht kippen lassen. Trotz dieser Kritik blieb seine Einordnung der Leistung des Unparteiischen insgesamt sachlich: "Insgesamt fand ich die Schiedsrichterleistung gut." Gleichzeitig räumte er auch ein, dass Friesacher AC/Hirter Pils vorne mehrfach Qualität zeigte und aus seiner Sicht einige sehr schöne Tore erzielte.

Vorne vielversprechend, hinten noch nicht abgestimmt

Trotz der Niederlage wollte Schlosser den Auftritt deshalb nicht nur am Ergebnis festmachen. "Offensiv waren wir sehr gut. In Friesach muss man erst einmal drei Tore erzielen", sagte er und verwies dabei auch auf die Reaktion seiner Mannschaft nach den jeweiligen Ausgleichstreffern. Dass der SV Glanegg nach dem 1:1 und dem 2:2 jeweils wieder in Führung ging, wertete er als klares Zeichen, dass sein Team bis zum Schluss auf Sieg spielte. "Man hat wirklich gesehen, wir wollten das Spiel heute bis zum Schluss gewinnen", meinte der Trainer. Gleichzeitig erklärte er auch, warum in der Defensive noch nicht alles zusammenpasste. "Es hat etwas die Eingespieltheit gefehlt", sagte Schlosser und erinnerte daran, dass beim SV Glanegg im Sommer dreizehn Spieler abgegangen und zehn neue dazugekommen sind. "Man kann natürlich nicht erwarten, dass im ersten Spiel schon alles funktioniert. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg." Auch den Gegner schätzt er hoch ein. Friesacher AC/Hirter Pils sei in der Offensive stark besetzt und für ihn ein Team, das "vermutlich unter den ersten drei" landen könne. Für den SV Glanegg bleibt nach dem wilden 3:5 damit zwar kein Punkt, aber sehr wohl ein klarer Fingerzeig, woran in den kommenden Wochen gearbeitet werden muss.

1. Klasse Mitte: Friesach : Glanegg - 5:3 (1:1)

  • 89
    Heinz Christian Einwallner 5:3
  • 70
    Florian Londer 4:3
  • 67
    Florian Londer 3:3
  • 57
    Domen Ujcic 2:3
  • 57
    Heinz Christian Einwallner 2:2
  • 51
    Domen Ujcic 1:2
  • 33
    Jan Mesec 1:1
  • 10
    Johannes Edlinger 0:1