In der 1. Klasse Mitte hat der SV Straßburg bei der SG DSG Ledenitzen/SV Rosegg ein turbulentes 4:4 geholt. Nach zwei Rückständen mit zwei Toren Unterschied drehte die Mannschaft von Obmann Jakob Andreas Leitgeb die Partie zwischenzeitlich sogar auf 4:3, ehe in der 94. Minute noch der Ausgleich fiel. So blieb am Ende ein Punkt, der nach großer Moral aussieht und trotzdem einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

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Die Geschichte dieses 4:4 begann aus Sicht des SV Straßburg eigentlich vielversprechend. Jakob Andreas Leitgeb sprach von einem starken Start seiner Mannschaft und machte gleich den ersten Knackpunkt der Partie aus: "Wir starteten sehr gut in die Partie mit drei, vier sehr guten Chancen, die wir nicht verwerten konnten." Statt einer frühen Führung fiel in der 23. Minute auf der anderen Seite das 1:0. Daniel Georg Lauritsch traf per Freistoß, und Leitgeb ordnete diese Szene deutlich ein: "Sie sind eigentlich entgegen dem Spielverlauf in Führung gegangen." Danach wurde die Partie offener, wie es der Obmann schilderte, aber die Heimischen legten dennoch nach. In der 35. Minute erhöhte Ziga Erzen auf 2:0. Der SV Straßburg musste zu diesem Zeitpunkt einem Spiel hinterherlaufen, in dem aus seiner Sicht eigentlich schon vorher zumindest ein eigener Treffer möglich gewesen wäre. Dass Anze Cankar in der 40. Minute noch vor der Pause auf 2:1 verkürzte, war deshalb für die Gäste besonders wichtig, weil damit trotz eines schwierigen ersten Durchgangs wieder alles offen war.
Auch nach dem Seitenwechsel lief die Partie zunächst nicht in die Richtung des SV Straßburg. In der 64. Minute stellte Florian Wassertheurer auf 3:1, und genau in dieser Phase drohte die Partie endgültig wegzukippen. Leitgeb beschrieb das als einen Moment, in dem es für seine Mannschaft "ein wenig schief" ausgesehen habe. Entscheidend war aber, dass die Gäste nicht auseinanderfielen. "Wir sind bekannt dafür, dass wir nicht aufgeben", sagte der Obmann, und genau das zeigte der SV Straßburg danach eindrucksvoll. Martin Jakob Leitgeb brachte sein Team in der 72. Minute mit dem 3:2 wieder zurück, fünf Minuten später folgte durch denselben Torschützen auch noch das 3:3. Damit war die Partie völlig gedreht, weil plötzlich wieder die Gäste am Drücker waren und an mehr glaubten. Dieser Glaube wurde in der 83. Minute belohnt, als Felix Andreas Schmölzer das 4:3 erzielte. Aus einem 1:3 war damit innerhalb von nicht einmal 20 Minuten eine Führung geworden, und genau diese Aufholjagd stellte Leitgeb später als das große Plus seiner Mannschaft heraus.
Gerade weil der SV Straßburg aus einem 1:3 noch ein 4:3 gemacht hatte, traf der Schlusspunkt besonders hart. In der 94. Minute kam die SG DSG Ledenitzen/SV Rosegg noch einmal zum Ausgleich, als der Ball über ein Eigentor von Florian Marktl zum 4:4 im Netz landete. Leitgeb musste dieses Ende erst einordnen und fand dafür eine Formulierung, die das ganze Spiel gut zusammenfasst: "Wenn man mit der allerletzten Aktion das 4:4 bekommt, tut das natürlich weh." Gleichzeitig wollte er das Ergebnis nicht nur aus dieser einen Perspektive bewerten. "Wir haben zweimal einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt, sind sogar noch in Führung gegangen", sagte er. Genau deshalb könne man das Remis auch anders lesen. Für ihn steckt in diesem Spiel sowohl der verpasste Sieg als auch der gewonnene Punkt. Oder wie er es selbst ausdrückte: "Schlussendlich müssen wir das so akzeptieren." Dass die SG DSG Ledenitzen/SV Rosegg dabei effizient und kompakt auftrat, verschwieg er ebenfalls nicht. Die Heimischen hätten ihre Möglichkeiten gut genutzt, während sein Team sich das Leben mit den vergebenen Chancen zunächst unnötig schwer machte.
Der Blick des SV Straßburg auf diese Partie geht deshalb klar in zwei Richtungen. Einerseits störte Leitgeb vor allem die Anfangsphase, in der seine Mannschaft zu wenig aus ihren Möglichkeiten machte. "Wir hatten vier, fünf sehr gute Chancen, und es ist uns kein Tor gelungen", sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass seine Mannschaft wieder früh mit dem ersten gegnerischen Abschluss bestraft wurde. Andererseits stellte er den Kampfgeist seiner Mannschaft klar in den Vordergrund. "Wir müssen das Positive voranstellen. Wir haben absolute Moral gezeigt", hielt der Obmann fest. Auch die schwierigen Platzverhältnisse nach starken Regenfällen wollte er nicht als Ausrede gelten lassen. Sie seien für beide Seiten gleich gewesen, und beide Mannschaften hätten daraus einen großen Fight gemacht. Der SV Straßburg nimmt damit aus Runde vier der 1. Klasse Mitte einen Punkt mit, hält bei sieben Zählern und hat nach diesem wilden 4:4 vor allem eine klare Aufgabe für die nächsten Wochen: vorne früher treffen, damit die nächste starke Aufholjagd vielleicht nicht erst wieder nach einem Rückstand beginnen muss.