In der 1. Klasse Mitte hat SC Reichenau/Falkert beim GSC Liebenfels nach einem 1:3 zur Pause noch ein 4:4 mitgenommen. Roland Lackner sprach danach von einem verschlafenen Start, sah aber auch eine Mannschaft, die sich trotz Rückschlägen und später Unterzahl nicht aus dem Spiel nehmen ließ. Weil Arnold Freissegger viermal traf, reichte es am Ende noch zu einem Punkt, den der Sektionsleiter als verdient einstufte.

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Dass dieser Punkt für SC Reichenau/Falkert hart erarbeitet war, hatte viel mit den ersten 45 Minuten zu tun. Lackner machte keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft zunächst nicht in die Partie fand. "Wir sind nicht gut ins Spiel reingekommen", sagte er offen. Nach seiner Einschätzung war GSC Liebenfels in der ersten halben Stunde die bessere Mannschaft, und die Führung der Gastgeber passte genau zu diesem Bild. In der 32. Minute stellte Marin Juric auf 1:0, nur zwei Minuten später erhöhte Vasile-Calin Patrascan auf 2:0. Reichenau fand aber noch vor der Pause eine Antwort, als Arnold Freissegger in der 39. Minute auf 2:1 verkürzte. Wirklich Ruhe brachte das den Gästen allerdings nicht, weil Marin Juric in der 43. Minute noch das 3:1 nachlegte. Für Lackner war genau diese Anfangsphase der Punkt, an dem vielleicht mehr drin gewesen wäre: "Wenn wir besser ins Spiel gestartet wären, dann wäre vielleicht mehr drin gewesen."
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die Partie aus Sicht von SC Reichenau/Falkert dann ganz anders. Lackner schilderte, dass seine Mannschaft "immer besser ins Spiel gekommen" sei, nach dem Anschlusstreffer vor der Pause drangeblieben sei und auch danach nicht aufgegeben habe. Das zeigte sich dann auch am Spielstand. Arnold Freissegger verkürzte in der 68. Minute zunächst auf 3:2 und sorgte nur fünf Minuten später auch noch für das 3:3. Reichenau war damit wieder voll da und, wie Lackner sagte, "am Drücker". Dann kam aber die Rote Karte gegen Sandro Berger in der 77. Minute, die aus Sicht des Sektionsleiters noch einmal alles veränderte. Lackner nannte die Unterzahl einen entscheidenden Punkt des Spiels. Als Betim Tifek in der 90. Minute das 4:3 für GSC Liebenfels erzielte, schien das Pendel wieder auf die Heimseite zu kippen. Doch Reichenau gab auch da nicht auf. In der Nachspielzeit traf erneut Arnold Freissegger zum 4:4, und genau diese Reaktion meinte Lackner, als er sagte: "Die Mannschaft hat Moral bewiesen und ist zurückgekommen." Sogar seine Einschätzung, "wenn wir das Spiel zu elft fertig gespielt hätten, hätten wir die Partie gewonnen", passte zu diesem starken Finish.
Gerade deshalb fiel Lackners Bilanz nach diesem wilden Abend insgesamt positiv aus, auch wenn er den verpatzten Beginn klar ansprach. "Im Großen und Ganzen war es ein gerechtes Unentschieden", sagte er, und diese Einordnung zog sich durch seine gesamte Analyse. Spielerisch habe am Anfang nicht viel funktioniert, "aber der Kampf hat mich beeindruckt. Jeder hat gekämpft, jeder ist für jeden gelaufen und hat sehr viel Moral bewiesen." Lackner sprach deshalb von einer "charakterlichen Topleistung" und hob auch Arnold Freissegger eigens hervor. "Normalerweise mache ich das nicht, dass ich Spieler hervorhebe, aber wenn du vorne so einen Stürmer hast, wie wir das haben, dann können wir uns glücklich schätzen", sagte er über den Vierfachschützen. Gleichzeitig zollte er auch dem Gegner Respekt. GSC Liebenfels sei "eine sehr gute Mannschaft", und "in Liebenfels musst du erst mal Punkte mitnehmen. Das ist nicht einfach." Schiedsrichterkritik wollte Lackner dabei keine große üben. "Im Großen und Ganzen hat er sich bemüht und sein Bestes gegeben", meinte er. Nach vier Runden hält SC Reichenau/Falkert damit bei fünf Punkten, genauso wie GSC Liebenfels.