In der 1. Klasse Ost hat ASK Klagenfurt gegen FC Eisenkappel lange wie der mögliche Sieger ausgesehen, am Ende aber doch 1:2 verloren. Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte Patrick Schweizer die Gastgeber kurz nach der Pause in Front, ehe Filip Lukezic und Oskar Oderlap die Partie noch drehten. Für Eisenkappel-Trainer Christopher Kucher lag der Unterschied vor allem im Willen seiner Mannschaft.
Kucher erlebte über weite Strecken kein Spiel mit großer spielerischer Leichtigkeit, sondern eine umkämpfte und immer wieder zerfahrene Partie. Aus seiner Sicht hatte Eisenkappel in der ersten Halbzeit zwar ein Chancenübergewicht, trotzdem blieb die Begegnung bis zur Pause offen. „In der ersten Halbzeit hätten wir schon das eine oder andere Tor zu unseren Gunsten machen können“, sagte der Trainer, der zugleich auch anerkannte, dass der ASK immer wieder Nadelstiche setzen konnte. Mit dem 0:0 zur Pause war also noch alles drin. Nach dem Seitenwechsel wurde es aus seiner Sicht noch schwieriger, und als Patrick Schweizer in der 51. Minute das 1:0 für die Klagenfurter erzielte, sprach Kucher sogar offen aus, dass diese Führung in dieser Phase „wahrscheinlich sogar verdient“ gewesen sei. Umso mehr ärgerte ihn, dass dieser Treffer aus seiner Sicht durchaus vermeidbar gewesen wäre, weil seine Mannschaft in dieser Situation defensiv zu leicht zu knacken war.
Genau in dieser Phase sah Kucher aber auch den entscheidenden Punkt des Nachmittags. Für ihn war nicht das 0:1 der Knackpunkt, sondern die Reaktion darauf. „Wir haben nach dem 0:1 nie den Glauben verloren. Wir haben immer weitergemacht und wurden belohnt“, sagte der Eisenkappel-Coach. Seine Mannschaft blieb also im Spiel, arbeitete weiter und schob sich Stück für Stück wieder in die Partie hinein. In der 74. Minute gelang Filip Lukezic der Ausgleich, in der 85. Minute machte Oskar Oderlap die Wende perfekt. Kucher sprach in diesem Zusammenhang von „Toren des Willens“ und erklärte, dass beiden Treffern Standardsituationen vorausgegangen seien. Dazu erinnerte er auch an einen Lattenschuss, der die Partie früher in Richtung seiner Mannschaft hätte kippen lassen können. Gerade weil das Spiel laut Kucher insgesamt spielerisch „von beiden Seiten wahrscheinlich ausbaufähig“ war, bekam dieser späte Umschwung für ihn noch mehr Gewicht: Nicht Schönheit, sondern Entschlossenheit brachte Eisenkappel an diesem Tag über die Linie.
In seiner Analyse nach dem Schlusspfiff wurde Kucher dann sehr konkret. Besonders zufrieden war er mit dem Verhalten seiner Mannschaft gegen den Ball. „Das Spiel gegen den Ball war wirklich super“, sagte er und hob hervor, dass sein Team das Zentrum gut zugemacht und insgesamt sehr wenig zugelassen habe. Auch die individuellen Qualitäten des ASK hatte er im Blick: „Der Gegner hat individuell gute Spieler drinnen, die jederzeit ein Spiel entscheiden können.“ Gerade deshalb wertete er es als wichtigen Faktor, dass Eisenkappel diese Spieler weitgehend aus dem Spiel nahm und in den entscheidenden Momenten mit „zwei, drei Mann gegen den Ball“ gut stand. Gleichzeitig machte der Trainer aber auch klar, wo noch Luft nach oben ist. „Im Spiel mit Ball haben wir noch sehr viel zu tun. Wir sind teilweise nicht über drei, vier Stationen gekommen“, sagte Kucher ohne Umschweife. Der Sieg änderte an dieser Einschätzung nichts, sondern schärfte sie eher. Auch die Leistung des Schiedsrichters bewertete er positiv und sprach von einer „wirklich sehr guten“ Leitung ohne gravierende Fehlentscheidungen. Unterm Strich nimmt Eisenkappel damit drei Punkte und nach fünf Runden insgesamt zwölf Zähler mit, doch Kucher lieferte gleich die passende Einordnung dazu: Der Wille hat dieses 2:1 möglich gemacht, der nächste Schritt soll nun im Spiel mit Ball folgen.