Spielberichte

„Wir brauchen das Drama unnötigerweise“ – Sittersdorf holt nach 0:2 noch ein wildes 3:3

SV Sittersdorf
TSV Preitenegg

In der 1. Klasse Ost hat SV ASKÖ Sittersdorf gegen TSV Preitenegg nach einem 0:2 zur Pause noch ein 3:3 geholt. Für Trainer Bernhard Erich Starz fühlte sich der Punkt trotzdem nicht wie ein ganz runder Nachmittag an, weil seine Mannschaft viel richtig machte, sich mit zwei Gegentoren aber selbst schwer ins Spiel brachte und erst nach der Pause mit viel Nachdruck zurückkam.

Fußball beim Schuss

Foto von (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash

0:2 trotz viel Ballbesitz

Die erste Hälfte ist aus Sittersdorfer Sicht genau der Teil des Spiels, der Starz am meisten ärgerte. Seine Mannschaft hatte nach seiner Einschätzung viel Ballbesitz und war spielerisch ordentlich unterwegs, lag zur Pause aber trotzdem 0:2 zurück. „Anscheinend brauchen wir das Drama unnötigerweise. Die erste Halbzeit war eigentlich kontrolliert und trotzdem waren wir 0:2 im Rückstand“, sagte der Trainer. Preitenegg nutzte die Situationen vor dem Tor konsequent, zweimal traf Clemens Simon Kreuzer, zunächst in der 22. Minute zum 0:1 und dann in der 37. Minute zum 0:2. Starz sprach dabei von „zwei ganz dummen Toren“, die aus seiner Sicht leicht zu verteidigen gewesen wären. Gerade das machte die Lage für die Gastgeber so ärgerlich, weil der Spielstand nicht zu dem passte, was Sittersdorf davor über weite Strecken auf den Platz gebracht hatte.

Nach der Pause kommt die Reaktion

In der Kabine wurde es dann offenbar deutlich. Starz schilderte offen, dass es eine klare Ansage brauchte, damit seine Mannschaft aufwacht und nach vorne mehr Wucht entwickelt. „In der Halbzeit muss der Trainer eskalieren, damit die Mannschaft aufwacht und den Fußball spielt, den sie kann“, sagte er. Die Reaktion fiel dann so aus, wie er sie sehen wollte. Sittersdorf stellte einiges um, wurde noch aktiver und drängte Preitenegg immer mehr zurück. In der 77. Minute verkürzte Benjamin Lamzari auf 1:2, zehn Minuten später stellte Christopher Raphael Schorli auf 2:2. Für Starz war das kein Zufall, sondern die Folge einer deutlich besseren zweiten Halbzeit: „Wir haben es in der zweiten Halbzeit sensationell gemacht. Wir haben einiges umgestellt und die Mannschaft hat das angenommen.“ Auch offensiv sah er seine Elf bestätigt. „Spielerisch waren wir sehr gut. Das war in Ordnung“, meinte er, nur in der ersten Hälfte habe „der letzte Punch“ gefehlt.

Nach dem 2:2 wird es in der Nachspielzeit völlig verrückt

Wer nach dem Ausgleich schon mit einem Remis gerechnet hatte, bekam in den letzten Augenblicken noch einmal alles geboten. In der 93. Minute ging Preitenegg durch den dritten Treffer von Clemens Simon Kreuzer wieder 3:2 in Führung, ehe Patrick Gregoritsch praktisch im Gegenzug in der 94. Minute doch noch das 3:3 rettete. Genau dieses Finish blieb auch Starz am stärksten hängen. „Das 3:2 und das 3:3 waren sicher die Szenen, die in Erinnerung bleiben. Das 3:2 bekommen wir ohne Zwang, obwohl wir im Ballbesitz sind und dem Gegner den Ball zuschieben. Und dann haben wir trotzdem noch so viel Comeback-Qualität, dass wir in der letzten Sekunde das 3:3 machen“, sagte er. Der Punkt zeigte damit einerseits den starken Charakter der zweiten Halbzeit, andererseits aber auch die Baustelle, die der Trainer klar benannte. „In der Offensive wissen wir, dass wir die Qualität haben, Tore zu schießen. In der Defensive müssen wir einfach konsequenter sein und kompakter stehen, dann wird das auch mit den Siegen klappen.“ Dazu passte auch seine Einordnung des Gegners: Preitenegg sei „eine ungute Mannschaft zu bespielen“, mit guten Einzelspielern wie Christian Ragger und Clemens Simon Kreuzer sowie viel Gefahr über lange Bälle und Standards. Für Sittersdorf bleibt damit ein Nachmittag, an dem eine starke Aufholjagd immerhin noch einen Punkt brachte, an dem aber ebenso klar wurde, warum Starz das unnötige Drama am liebsten gar nicht erst gebraucht hätte.

1. Klasse Ost: Sittersdorf : Preitenegg - 3:3 (0:2)

  • 94
    Patrick Gregoritsch 3:3
  • 93
    Clemens Simon Kreuzer 2:3
  • 87
    Christopher Raphael Schorli 2:2
  • 77
    Benjamin Lamzari 1:2
  • 37
    Clemens Simon Kreuzer 0:2
  • 22
    Clemens Simon Kreuzer 0:1