In der 1. Klasse Ost hat ATUS Feistritz/R. am Samstag gegen ASC St. Paul nach Rückstand noch mit 3:1 gewonnen. Zur Pause stand es 1:1, danach drehte die Heimelf spürbar auf. Obmann Josef Durnik sprach nach dem Schlusspfiff von einer Mannschaft, die nach der Kabinenansprache „wie ausgewechselt“ zurückkam und sich den Sieg mit deutlich mehr Druck, gewonnenen zweiten Bällen und zwei weiteren starken Treffern holte.
Der Beginn gehörte aus Sicht der Gastgeber klar den Gästen. Josef Durnik machte keinen Hehl daraus, dass Feistritz nur schwer in die Partie fand. „Wir sind leider nicht gut ins Spiel gestartet, waren teilweise zu weit weg vom Gegner und haben nicht immer den zweiten Ball bekommen“, sagte der Obmann. Dazu kam, dass St. Paul früh mehrere Standardsituationen hintereinander herausspielte und damit Druck aufbaute. Nach einem dieser Eckbälle fiel in der 12. Minute dann auch das 0:1 durch Patrick Marzi. Durnik beschrieb die Szene so: „Bei einem dieser Eckbälle ist unsere Hintermannschaft ein bisschen unkoordiniert gestanden.“ Weil St. Paul in dieser Phase mehr vom Spiel hatte, war Feistritz gut beraten, dass es beim knappen Rückstand blieb und die Partie nicht noch schwieriger wurde.
Ganz abreißen ließen die Feistritzer aber nicht, und in der 30. Minute kam die Mannschaft zurück ins Spiel. Ausgangspunkt war ein Freistoß von Marcel Bodi, den Durnik ausdrücklich hervorhob. „Marcel Bodi hat den Ball super in den Sechzehner gebracht“, sagte er. Im Strafraum sprang der Ball unglücklich auf, ein Spieler von St. Paul bekam ihn an die Hand, und der Unparteiische zeigte auf den Punkt. David Rottmann übernahm die Verantwortung und stellte mit dem verwandelten Strafstoß auf 1:1. Durnik atmete hörbar auf: „David Rottmann hat ihn Gott sei Dank verwandelt.“ Mit dem Ausgleich wurde Feistritz zwar etwas besser, ganz zufrieden war man mit der ersten Halbzeit trotzdem nicht. Genau deshalb, so schilderte es Durnik, war in der Pause „eine Ansprache nötig“.
Was dann folgte, war aus Sicht der Heimischen der entscheidende Unterschied dieses Abends. Durnik sprach von einer Mannschaft, die „wie ausgewechselt“ aus der Kabine kam. Feistritz spielte nun mit viel mehr Druck, war aggressiver in den Zweikämpfen und kam besser auf die zweiten Bälle. „Wir waren aggressiver, wir waren wirklich stärker“, fasste es der Obmann zusammen. Das 2:1 in der 55. Minute passte genau zu dieser Phase: Jan Lukan vollendete eine gute Kombination und brachte die Gastgeber erstmals in Führung. Feistritz blieb danach am Drücker und legte nur sieben Minuten später nach. Durnik hob hervor, dass die Stürmer nun wieder besser draufrückten und die Mannschaft den Ball energischer zurückeroberte. Den Abschluss machte Christopher Erwin Binder zum 3:1 in der 62. Minute. Für Durnik war klar, dass damit noch nicht alles gesagt war: „Das eine oder andere Tor hätte auch noch fallen können für uns.“
Während St. Paul im ersten Durchgang laut Durnik noch die besseren Spielanteile hatte, sah der Feistritz-Obmann nach der Pause ein ganz anderes Bild. „In der zweiten Halbzeit hat St. Paul nicht mehr viel getan“, meinte er und führte das vor allem auf den höheren Druck seiner Mannschaft zurück. Auch den Schiedsrichter sprach Durnik an, ohne ihn in den Mittelpunkt zu rücken: Es habe für beide Seiten fragwürdige Szenen gegeben, „spielentscheidend war aber Gott sei Dank keine“. Viel wichtiger war ihm das Auftreten seiner eigenen Mannschaft. Besonders der Kapitän habe in der zweiten Hälfte enorm viel gearbeitet und nach hinten mitgeholfen, insgesamt sprach Durnik aber bewusst der ganzen Mannschaft ein Lob aus: „Heute muss ich allen ein Lob aussprechen, weil das in der zweiten Halbzeit eine Meisterleistung war.“ Mit dem 3:1 hält Feistritz nach sechs Runden bei 11 Punkten und bleibt damit in der Spitzengruppe der 1. Klasse Ost auf Rang vier voll dabei.