In der 1. Klasse Ost hat SV Union Raiba Ruden am Samstag beim ASKÖ Gurnitz mit 4:3 gewonnen. Trainer Manfred Alois Plösch sprach danach von der erwarteten schweren Aufgabe, sah aber vor allem, dass seine Mannschaft nach dem frühen Rückstand zurückkam, das Spiel nach der Pause in den Griff bekam und einen schon klaren Vorsprung am Ende noch mit Mühe über die Zeit brachte.

Image by Daniel Allgyer from Pixabay
Der Beginn lief für die Gäste alles andere als nach Wunsch. Schon nach drei Minuten ging Gurnitz durch Markus Druml mit 1:0 in Führung, und genau dieser Start ärgerte Plösch nach dem Schlusspfiff besonders. „Wir haben uns am Anfang wieder nach drei Minuten selbst etwas den Schwung genommen“, sagte der Ruden-Coach. Aus seiner Sicht war ein schwerer Fehler beim Herausspielen aus der Abwehr der Auslöser dafür, dass die Partie sofort in eine unangenehme Richtung lief. Entsprechend schwer tat sich seine Mannschaft danach auch, wieder den Zugriff zu finden. „Dann war es die nächsten zehn, 15 Minuten für uns sehr schwer, wieder ins Spiel zu kommen“, erklärte Plösch. Erst ab etwa der 20. Minute wurde Ruden stabiler, nahm das Spiel besser an und fand in die Partie zurück. Der Lohn folgte in Minute 34, als Fabian Anetitsch zum 1:1 ausglich. Bis zur Pause blieb die Begegnung offen. „Die erste Hälfte war damit eigentlich ausgeglichen, mit Chancen auf beiden Seiten, die aber nicht genutzt wurden“, sagte der Trainer. Mit dem 1:1 zur Halbzeit war für ihn deshalb klar, dass noch alles offen war.
Entscheidend war für Plösch dann die Phase direkt nach dem Seitenwechsel. Während seine Mannschaft vor der Pause erst mit Verzögerung in die Partie gefunden hatte, kam sie diesmal deutlich wacher aus der Kabine. „Das Wichtigste im Spiel war eigentlich, dass wir am Anfang der zweiten Hälfte das Spiel immer mehr in den Griff bekommen haben“, sagte er. Das zeigte sich auch auf der Anzeigetafel. Zunächst brachte Fabian Anetitsch die Gäste in der 52. Minute mit 2:1 in Führung und schnürte damit seinen Doppelpack. Ruden blieb danach am Drücker und konnte die Partie weiter auf seine Seite ziehen. In der 70. Minute erhöhte Denis Harter auf 3:1, nur vier Minuten später legte derselbe Spieler auch noch das 4:1 nach. Genau diese Phase hob Plösch besonders hervor. Seine Mannschaft habe nach dem Rückstand weiter an sich geglaubt, „unser Spiel dann weiter aufgezogen“ und sich damit einen Vorsprung erarbeitet, der zu diesem Zeitpunkt wie eine Vorentscheidung aussah. Über weite Strecken der zweiten Hälfte hatte Ruden die Begegnung damit so weit im Griff, wie es sich der Trainer nach der schwierigen Anfangsphase vorgestellt hatte.
Ganz ruhig zu Ende spielen konnte Ruden die Partie aber trotzdem nicht. Gerade dieser letzte Abschnitt blieb Plösch noch hängen, weil seine Mannschaft den Gegner noch einmal zurück in ein schon fast entschiedenes Spiel brachte. „Was dann aber letztlich leider passiert ist, kann ich mir selbst noch nicht genau erklären“, sagte er. Aus seiner Sicht war ein schwerer Abwehrfehler der Auslöser für die hektische Schlussphase. In Minute 83 verkürzte Jakov Mrsic auf 2:4, und plötzlich war wieder Spannung da. Noch brisanter wurde es, als Gurnitz wenig später einen Elfmeter zugesprochen bekam. Aleksandar Markovic verwandelte in der 88. Minute zum 3:4 und machte die letzten Minuten noch einmal richtig eng. „Natürlich ist nach so einem Spielverlauf zum Schluss noch einmal jedes Spiel hektisch, und so war es auch in dieser Begegnung“, sagte Plösch. Dass seine Mannschaft die Führung dennoch ins Ziel brachte, wertete er trotz der unnötigen Spannung als verdient. Gleichzeitig ordnete er auch den Gegner nüchtern ein. Gurnitz sei „zu Hause immer schwer zu bespielen“, habe eine eigene Spielweise und einzelne gute Spieler, sagte der Trainer. Am Ende stand für ihn aber fest: „Wir konnten die Führung bis zum Schluss halten, und es war letztendlich ein verdienter Sieg unserer Mannschaft.“ Mit diesem Auswärtserfolg hält Ruden nach sechs Spielen bei 15 Punkten und bleibt damit in der Spitzengruppe der Liga auf Rang zwei.