Erleichterung, Bodenhaftung und eine klare Botschaft – so fasst Herbert Kogler die Lage nach dem Duell zwischen dem SV Baldramsdorf und dem Magdalener SC in der 1. Klasse West zusammen. Im Gespräch betont der Obmann den Mix aus Befreiung und Zukunftsblick, würdigt die eigene Stabilität ebenso wie die Phasenstärke des Gegners und skizziert, warum kleine Kader große Geschichten schreiben können. Statt reiner Ergebnisdeutung prägen Stimmen zu Fairness, Defensivarbeit und dem anstehenden Doppelspieltag den Ton der Stunde.

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Aus Koglers Sicht spiegelte der Auftritt vor allem das Gefühl wider, nach einem zähen Abschnitt wesentliche Schritte gesetzt zu haben. Wörtlich sagt er: „Irgendwann muss es passen – wir sind in letzter Zeit oft unter Wert geschlagen worden.“ Die Erleichterung mischt sich mit einem nüchternen Blick auf strukturelle Herausforderungen: „Es ist halt sehr schwer, mit einem sehr kleinen Kader in der ersten Klasse im Mittelfeld oder vorne mitzuhalten. Im Herbst hatten wir viel Pech mit Ausfällen.“ Wie sehr der Klub in den vergangenen Monaten improvisieren musste, zeigt ein Detail, das Kogler ausdrücklich erwähnt: „Zwei-, dreimal hat sogar einer ausgeholfen, Jahrgang 1972 – also mit dreiundfünfzig Jahren noch.“
Die Partie nahm früh klare Bahnen: In der 18. Minute brachte Nicolas Binter den SV Baldramsdorf mit 1:0 in Führung, nach der Pause erhöhte Sabit Alispahic in der 54. Minute auf 2:0, ehe Binter nur vier Minuten später den 3:0-Endstand herstellte. Zugleich hebt Kogler die Bedeutung eines aufstrebenden Talents hervor, ohne den Teamgedanken zu schmälern: Ein „Jungstar“, der erst im Dezember fünfzehn geworden ist, stand sinnbildlich für frische Energie – und hatte nach einem schönen Zuspiel sogar beinahe noch einen weiteren Treffer auf dem Fuß. Der Gegner blieb jedoch gefährlich und setzte in der zweiten Hälfte spürbare Akzente. Kogler betont: „Magdalener SC war nicht schlecht. Sie hatten zeitweise, speziell in der zweiten Halbzeit, rund zwanzig Minuten die Oberhand und hätten sicher das eine oder andere Tor machen können.“ Dass es nicht so weit kam, führt er vor allem auf die Konsequenz hinten und den Rückhalt zwischen den Pfosten zurück: „Unser Tormann, der Philipp Ronacher, ist natürlich ein super Rückhalt für unsere Mannschaft.“ Standards prägten das Spielbild kaum: „Standards waren eigentlich sehr wenige.“ Zwei einstudierte Freistoßvarianten blieben ohne Ertrag, und auch die gefährlich getretenen Eckbälle der Gäste führten zu keinem zählbaren Abschluss. Insgesamt stand eine heimische Mannschaft, die ihre Phasen konsequent nutzte, während sie in der Defensive kollektiv die Nerven behielt.
Für die Atmosphäre findet Kogler deutliche Worte: „Die Partie war sehr fair. Es gab, glaube ich, kaum gelbe Karten – zwei, drei vielleicht. Die Zuschauer waren beiderseits sehr fair.“ Dazu passt sein ausdrücklicher Dank: „Ich möchte mich noch einmal bedanken bei den Fans des Magdalener SC und natürlich auch bei unseren Fans.“ Auch das Schiedsrichterteam wird hervorgehoben: „Muss ich einmal das Schiedsrichterteam loben.“ Den Erfolg ordnet Kogler in die jüngere Entwicklung ein: „Jetzt haben wir eine Doppelrunde am Freitag und am Sonntag. Da wollen wir noch Punkte mitnehmen, dann sehen wir im Herbst weiter, wie wir das Ganze angehen werden.“ Die jüngste Sperre eines Routiniers bremste den Optimismus nicht: „Aber jetzt haben wir trotzdem 3:0 ohne ihn gewonnen – das war auch schön.“ Entscheidender Treiber für die Zuversicht ist die Personaldecke, die sich entspannt: Der Trainer kann fast wieder auf den gesamten Kader bauen. Und in Sachen Selbstverständnis klingt ein Langzeiteffekt an, der über das einzelne Spiel hinausweist: „Wir nehmen daraus natürlich den ersten Dreier seit dem Herbst mit – und das nötige Spirit für das Doppelwochenende.“