Ein wilder Fußballnachmittag in der 1. Klasse West endete mit einem 4:3-Heimsieg des OSK Kötschach-Mauthen gegen den SV Baldramsdorf. In einem Spiel mit drei Rückständen, einer späten Roten Karte und zwei Treffern in der Nachspielzeit bewies das Heimteam genau jenen langen Atem, den Trainer Hans Peter Wibmer immer wieder einfordert. „Der Siegeswille der Heimmannschaft“ habe am Ende den Ausschlag gegeben, betonte Wibmer – und traf damit den Ton einer außergewöhnlichen Schlussphase.

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Die Gäste erwischten den besseren Start und gingen früh in Führung: In Minute 13 traf Dejan Marijanovic zum 0:1. Kötschach-Mauthen brauchte etwas, kam dann aber in die Gänge. Nach einer halben Stunde brachte Kristjan Kovacevic die Hausherren zurück ins Spiel und stellte in der 33. Minute auf 1:1 – mit diesem Spielstand ging es auch in die Pause (45.). Kaum war der zweite Durchgang eröffnet, lag Baldramsdorf wieder voran: Dominik Altersberger traf in der 50. zum 1:2. Doch der OSK antwortete erneut, Fabien Unterasinger glich in Minute 61 zum 2:2 aus. Als Marijanovic in der 83. das 2:3 für die Gäste nachlegte, wurde es ganz eng. Die 93. Minute brachte zusätzlich die Rote Karte für Nebojsa Markovic – und trotzdem bäumte sich Kötschach noch einmal auf. „Kampf bis zum Schluss, mit dem Siegeswillen der Einheimischen“, beschrieb Trainer Hans Peter Wibmer die völlig verrückte Endphase, in der Samuel Ambros Herbert Karl (95.) das 3:3 erzielte und Andreas Ertl in Minute 98 tatsächlich den 4:3-Siegtreffer setzte.
Nach dem Abpfiff blieb Hans Peter Wibmer in seiner Analyse klar. „Gut funktioniert hat, dass wir nie aufgegeben haben. Nicht funktioniert hat die Umsetzung“, sagte der Trainer und lieferte damit eine ehrliche Einordnung: Die Moral passte, die Umsetzung nannte er als Manko. Auch zum Gegner fand er deutliche Worte. „Sie spielten auf Konter“, hielt Wibmer fest. Dass sein Team dreimal einen Rückstand ausglich, passt zu diesem Bild: Baldramsdorf suchte seine Momente, während Kötschach-Mauthen immer wieder zurückkam – zunächst durch Kristjan Kovacevic, dann durch Fabien Unterasinger und in der Nachspielzeit durch Samuel Ambros Herbert Karl. Der späte Punch von Andreas Ertl war am Ende der Lohn für den langen Atem.
Zum Gesamtbild dieses Tages gehörte auch der Umgang mit kniffligen Momenten. Trotz der Roten Karte gegen Nebojsa Markovic in der 93. Minute blieb der OSK am Drücker und drehte das Spiel in Unterzahl komplett. Wibmer wollte die Pfeife nicht zum Thema machen, stellte aber fest: „Die Schiedsrichterleistung war insgesamt gut.“ In der Tabelle der 1. Klasse West steht Kötschach-Mauthen laut aktuellem Stand auf Rang 10 mit 21 Punkten, Baldramsdorf rangiert auf Platz 12 bei 11 Zählern. Für den Trainer zählt jedoch vor allem die Botschaft dieses Tages. „Der Unterschied: Die Heimischen wollten bis zur hundertsten Minute den Sieg“, sagte Wibmer.