In der 1. Klasse West hat die Sportunion Oberlienz am Freitagabend gegen den SV Ideal Wohnbau Treffen einen wilden 4:3-Heimsieg eingefahren. Trainer Mario Steiner sah einen starken Start, einen unerwarteten Rückstand und dann den Umschwung kurz vor der Pause. "Das 1:1 kurz vor der Pause und das 2:1 knapp nach der Pause waren für mich spielentscheidend", sagte er nach einer Partie, die Oberlienz fast noch aus der Hand gegeben hätte.

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Für Mario Steiner begann der Abend eigentlich genau so, wie er sich das vorgestellt hatte. "In den ersten zehn Minuten haben wir wirklich super Fußball gespielt, vorne gepresst und zwei richtig gute Torchancen vorgefunden", sagte der Trainer. Diese Möglichkeiten blieben aber ungenützt, und genau das änderte den Charakter der Partie. Nach der starken Anfangsphase wurde das Spiel laut Steiner ausgeglichener, ehe SV Ideal Wohnbau Treffen in der 20. Minute mit der ersten echten Chance durch Mario Dolinar auf 1:0 stellte. Oberlienz ließ sich davon aber nicht aus der Bahn bringen, übernahm nach gut einer halben Stunde wieder mehr und kam kurz vor der Pause zum verdienten Ausgleich. In der 43. Minute verwertete Florian Brunner eine schöne Aktion über die Seite nach Stanglpass zum 1:1. Für Steiner war genau das der Punkt, an dem die Partie zu kippen begann: "Kurz vor der Pause mit dem 1:1 hatte ich das Gefühl, dass das Spiel in unsere Richtung kippt."
Was der Ausgleich auslöste, war direkt nach Wiederbeginn deutlich zu sehen. Oberlienz kam mit Schwung aus der Kabine und legte in einer Phase nach, die für den späteren Sieg entscheidend war. Schon in der 51. Minute schnürte Florian Brunner seinen Doppelpack und brachte seine Mannschaft mit 2:1 in Führung. Steiner hob diese Szene besonders hervor, weil sie für ihn die Linie der Mannschaft unterstrich: Der Treffer sei "eine schön herausgespielte Situation" gewesen, die Oberlienz Sicherheit gegeben habe. Danach blieb die Heimmannschaft am Drücker. In der 62. Minute erhöhte Theo Fuetsch nach einer Freistoßsituation von der Seite auf 3:1, sechs Minuten später traf Fuetsch nach einer Eckballvariante auch zum 4:1. Steiner fand für die Stärke seines Teams eine einfache, aber klare Erklärung: "Der Wille, die drei Punkte zu gewinnen." Dazu kam, dass Oberlienz in dieser Phase mehr vom Spiel hatte und sich für den Aufwand diesmal auch belohnte.
Ganz ruhig zu Ende spielte Sportunion Oberlienz die Partie allerdings nicht. Steiner sprach offen an, dass seine Mannschaft nach dem 4:1 zu passiv wurde und den Gegner dadurch noch einmal aufbaute. Zunächst verkürzte Jonas Erlacher in der 77. Minute auf 4:2, fünf Minuten später fiel durch ein Eigentor von Florian Stotter sogar das 4:3. "Mit dem Anschlusstreffer zum 4:2 wurden wir zu hektisch. Da gibt es sicher Anhaltspunkte, wo wir ruhiger spielen und die Partie besser zu Ende bringen müssen", sagte Steiner. Gerade dieser letzte Abschnitt nahm dem Sieg aus seiner Sicht ein Stück Souveränität, auch wenn die drei Punkte am Ende in Oberlienz blieben. Den Gegner wollte er trotz der Niederlage ausdrücklich nicht kleinreden. "Treffen hat eine richtig gute Mannschaft, die in der Offensive sehr gute Einzelspieler hat", meinte Steiner und ergänzte: "Dieser Gegner wird noch einigen Mannschaften Probleme bereiten." Für Oberlienz zählt vorerst dennoch vor allem das Ergebnis: Nach dem 4:3-Heimsieg hält die Mannschaft bei sechs Punkten und bleibt in der Spitzengruppe der Liga.