In der 1. Klasse West hat Sportunion Oberlienz das Derby beim SV Tristach mit 4:1 gewonnen. Oberlienz-Trainer Mario Steiner sprach von einer lange ausgeglichenen Partie, in der für ihn das 0:1 kurz vor der Pause den Ausschlag gab. Nach dem Seitenwechsel ließ seine Mannschaft den Gegner kaum ins Spiel kommen, setzte die Tore zum 4:1 nach und nahm einen verdienten Auswärtssieg mit.

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Von Beginn an war das Derby laut Steiner kein Spiel, in dem sich eine Mannschaft sofort deutlich absetzen konnte. „Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen, auf beiden Seiten gab es wenig Chancen“, sagte der Oberlienz-Trainer. Gerade deshalb bekam das 0:1 kurz vor der Pause ein besonderes Gewicht. In der 44. Minute vollendete Luis Henrique Oliveira de Almeida eine Einzelaktion und traf vom Sechzehner-Eck in den unteren Winkel. Für Steiner war genau dieser Moment der Knackpunkt: „Das 1:0 kurz vor der Halbzeit war für mich die spielentscheidende Situation.“ So ging Oberlienz mit einer Führung in die Kabine, obwohl sich davor lange kaum Vorteile ergeben hatten und sich das Spiel über weite Strecken auf Augenhöhe bewegte.
Nach dem Seitenwechsel wollte Oberlienz vor allem eines verhindern: dass Tristach ins Spiel zurückfindet. Steiner sagte, seine Mannschaft habe genau das umgesetzt, was sie sich für die zweite Hälfte vorgenommen hatte: „Wir haben den Gegner nicht ins Spiel kommen lassen und mit Spielunterbrechungen seinen Spielfluss gestört.“ Dazu kamen jene „Nadelstiche“, von denen der Trainer sprach. Einer davon saß in der 69. Minute, als Theo Fuetsch zum 0:2 abschloss. Steiner hob dabei die sauber herausgespielte Kombination über Benjamin Bürgler und Elias Ebner hervor. Als Luis Henrique Oliveira de Almeida in der 77. Minute auch noch das 0:3 nachlegte, war Oberlienz klar auf Kurs. Tristach kam durch Michael Linder in der 83. Minute zwar noch auf 1:3 heran, mehr als ein kurzes Aufbäumen ließ Oberlienz aber nicht zu. Stattdessen setzte Almeida in der Nachspielzeit noch den Konter zum 1:4-Endstand.
Der Trainer machte nach dem Schlusspfiff vor allem den Zugang seiner Mannschaft zum Derby als große Stärke aus. „Der Wille, das Derby zu gewinnen“, sagte Steiner knapp, als er nach dem entscheidenden Plus gefragt wurde. Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass ihm der erste Durchgang in einigen Punkten noch zu offen war. „In der ersten Halbzeit haben wir im Mittelfeld wenig Zugriff bekommen. Der Gegner hatte einige Spielanteile, die uns nicht gefallen haben“, erklärte er. Genau dort sieht er auch den Ansatz für die nächste Trainingswoche. Dass Oberlienz am Ende trotzdem klar gewann, führte Steiner nicht auf eine einseitige Partie zurück. Im Gegenteil: „Der Gegner war für mich eigentlich nicht die schlechtere Mannschaft, aber im Offensivbereich hatte er wenig Durchschlagmöglichkeiten.“ Aus dieser Sicht war für ihn der Auswärtssieg trotz des ausgeglichenen Beginns verdient.
Unter dem Strich nahm Oberlienz also weit mehr mit als nur ein Derbyergebnis. Die Gäste hielten nach einer offenen ersten Hälfte die Partie nach der Pause viel besser unter Kontrolle, nutzten ihre Möglichkeiten konsequent und belohnten sich mit vier Treffern. Für Oberlienz bedeutet das 4:1 den nächsten starken Schritt in dieser frühen Phase der Saison. Nach sechs Runden steht die Mannschaft mit 13 Punkten auf Platz zwei. Gleichzeitig ist klar, wo Steiner weiter ansetzen will: beim Zugriff im Mittelfeld, damit enge Spiele künftig noch früher in die gewünschte Richtung laufen.