In der 1. Klasse West hat SV Tristach das Kellerderby gegen FC-WR Nußdorf 1b nach 0:2-Rückstand noch mit 4:2 gewonnen. Trainer Martin Walter hob danach vor allem die Reaktion seiner Mannschaft hervor. Nach einem ganz frühen Gegentor fand Tristach laut Walter rasch ins Spiel, war über weite Strecken das aktivere Team und legte nach dem 2:2 zur Pause mit zwei Treffern von Jakob Ebner entscheidend nach.

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Für die Gastgeber begann die Partie denkbar schlecht. Schon in der ersten Minute traf Julian Infeld zum 0:1, und Walter machte keinen Hehl daraus, wie sehr dieser Beginn seiner Mannschaft zugesetzt hatte. „Kaum angepfiffen, war das schon kein idealer Start für uns“, sagte der Tristach-Coach. Er sprach von einem Abspielfehler und davon, dass man die Situation besser hätte klären können. Entscheidend aus seiner Sicht war aber, dass seine Mannschaft danach nicht auseinanderfiel. „Wir haben uns nach zehn Minuten wirklich wieder gefangen und waren dann wirklich spielbestimmend“, meinte Walter. Gerade das ärgerte ihn an der Phase vor dem 0:2 doppelt, weil er seine Elf in dieser Zeit klar im Vorteil sah. Laut dem Trainer hätte Tristach da längst selbst vorne liegen können, ehe Infeld in der 23. Minute erneut für die Gäste traf und den Rückstand auf 0:2 erhöhte. Dass Tristach trotz dieses zweiten Nackenschlags noch vor der Pause zurückkam, passte für Walter zum gesamten Auftritt seiner Mannschaft. Zunächst verkürzten die Hausherren in der 26. Minute durch ein Eigentor von Petru-Adoni Rabentheiner auf 1:2, acht Minuten später stellte Mathias Brunner auf 2:2. Für Walter war das kein Zufall, sondern die Folge einer Mannschaft, die das Spiel unbedingt drehen wollte. „Wir sind nach dem 2:0-Rückstand wirklich sensationell zurückgekommen. Die ganze Mannschaft hat das unbedingt gewollt“, sagte er. Auch weil es sich um ein Derby im Tabellenkeller handelte, sei das alles andere als selbstverständlich gewesen. Walter sprach von einer Partie, in der es hin und her gegangen sei und in der aus seiner Sicht schon nach einer halben Stunde deutlich mehr Tore für sein Team möglich gewesen wären. Zur Pause stand es 2:2, und genau dieses Comeback gab den Tristachern die Richtung für die zweiten 45 Minuten vor.
Nach dem Seitenwechsel sah Walter seine Mannschaft dann klar im Vorteil. „Speziell in der zweiten Halbzeit waren wir wirklich klar besser, haben das Mittelfeld besser unter Kontrolle gehabt, waren näher beim Mann“, sagte der Trainer. Aus seiner Sicht war genau das der Unterschied zu den ersten Minuten der Partie, in denen Tristach noch nicht ganz bei der Sache gewesen war. Den entscheidenden Moment für den Sieg verortete Walter nicht nur in einem einzelnen Tor, sondern vor allem in der Haltung seiner Mannschaft nach dem 0:2. „Die Einstellung nach dem 2:0-Rückstand war sicher entscheidend, wie wir dort zurückgekommen sind und wie wir als Mannschaft aufgetreten sind“, betonte er. Dass daraus auch Tore entstanden, machte den Auftritt für ihn umso wertvoller. Zum 3:2 in der 66. Minute wurde dann Jakob Ebner zur Schlüsselfigur, und Walter beschrieb diesen Treffer sehr genau. Tristach habe immer wieder versucht, die Schnittstellen hinter der gegnerischen Abwehr zu bespielen. Beim Führungstor habe das dann perfekt funktioniert. „Das 3:2 war wirklich so: Jakob Ebner wurde auf dem Flügel angespielt, ist dann mit Tempo in den Sechzehner hineingezogen und hat souverän ins kurze Eck abgeschlossen“, sagte Walter. Für ihn war das die Szene, in der das Momentum endgültig auf die Seite der Gastgeber kippte. Ebner legte in der 84. Minute auch noch das 4:2 nach und machte den Umschwung damit endgültig perfekt. Walter sprach von „zwei Toren in der zweiten Halbzeit von Jakob Ebner“ und von einem Spiel, das seine Mannschaft danach „wirklich souverän nach Hause gespielt“ habe.
Abseits des Ergebnisses gefiel Walter vor allem, wie seine Mannschaft die Partie körperlich und mental angenommen hatte. „Wir haben das wirklich als Derby angenommen“, sagte er. Seine Elf habe die Zweikämpfe gut geführt, sei giftig und spritzig gewesen und habe immer wieder Gefahr auf das gegnerische Tor gebracht. Gerade gegen eine junge Mannschaft wie Nußdorf müsse man wach sein, weil sie ihre Qualitäten habe, wenn man sie spielen lasse. Walter bescheinigte den Gästen einige „sehr gute Kicker“ und meinte, dass diese Mannschaft sicher nicht so schlecht sei, wie es die Tabellensituation vielleicht vermuten lasse. Auch den Schiedsrichter hob er positiv hervor: „Die Schiedsrichterleistung war wirklich sehr gut, er hat alles im Griff gehabt.“ Trotz des Heimsiegs nahm Walter auch einen klaren Punkt mit, an dem Tristach arbeiten muss. Die Anfangsphase sei schon in den letzten Spielen nicht gut genug gewesen. „Die ersten Minuten sind bei uns in den letzten Spielen teilweise ein bisschen verschlafen worden, da waren wir nicht ganz bei der Sache“, sagte er. Genau das habe die Spiele unnötig kompliziert gemacht, weil seine Mannschaft immer wieder einem Rückstand hinterherlaufen müsse. Umso mehr nahm er aus diesem 4:2 mit, dass seine Elf nach einem 0:2 nicht aufgegeben, sondern die passende Antwort gefunden hat. „Wir haben gewisse Situationen sehr clever zu Ende gespielt und sind dann zum Glück belohnt worden“, fasste Walter zusammen. Auf so eine Partie könne man „sehr, sehr viel aufbauen“, sagte der Trainer, und genau mit diesem Gefühl richtet Tristach den Blick nun nach vorne.