Spielberichte

0:2 nach acht Minuten, dann 5:3: "Die Moral der Mannschaft hat den Ausschlag gegeben"

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FC Lurnfeld
Oberlienz

In der 1. Klasse West hat FC Lurnfeld am Samstag gegen Sportunion Oberlienz ein wildes 5:3 auf den Platz gebracht. Nach nicht einmal zehn Minuten lagen die Hausherren schon 0:2 zurück, zur Pause stand es 1:2. Danach drehte Lurnfeld die Partie aber noch. Trainer Bernhard Marktl sprach von einem „denkbar ungünstigen Start“, hob vor allem aber die Moral seiner Mannschaft hervor.

Eine Reihe Bälle entlang der Seitenlinie

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Doppelschlag, dann kommt Lurnfeld ins Spiel

Für die Gastgeber begann der Nachmittag so, wie man ihn als Trainer gar nicht sehen will. Oberlienz führte schon nach acht Minuten mit 2:0, weil zuerst Elias Ebner in der 6. Minute und kurz darauf Julian Nikolaus Gomig in der 8. Minute trafen. Marktl sprach von einem „denkbar ungünstigen Start“ und wurde noch deutlicher: „Wir haben geschlafen, die Kommunikation hat einfach nicht gepasst.“ Dazu kamen aus seiner Sicht in der ersten Hälfte einige knappe Entscheidungen, die häufig gegen seine Mannschaft liefen. Entscheidend war aber, dass Lurnfeld trotz dieses Rückschlags nicht auseinanderfiel. „Meine Mannschaft hat extrem gute Moral bewiesen“, sagte Marktl. Noch vor der Pause kam sein Team durch Christoph Gigler in der 44. Minute auf 1:2 heran, und genau dieses Tor hielt die Partie für die Heimelf offen.

Nach dem Seitenwechsel dreht Lurnfeld das Spiel

Dass die Partie nach dem Seitenwechsel kippen konnte, kam für Marktl deshalb nicht überraschend. „Wir hatten sehr viele Chancen, auch schon in Halbzeit eins, die wir nicht genutzt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir dann die Tore gemacht und verdient gewonnen“, sagte der Trainer. Den Ausgleich besorgte Nico Payer in der 53. Minute, sieben Minuten später stellte Philipp Marco Hahn auf 3:2. Lurnfeld blieb am Drücker und legte in der 67. Minute noch einmal durch Payer nach. Der Doppeltorschütze sorgte dabei auch für den auffälligsten Treffer des Tages. „Nico hat ein Fallrückziehertor geschossen. Das sieht man nicht alle Tage“, sagte Marktl. Ganz erledigt war Oberlienz damit aber noch nicht, denn Fabian Wibmer verkürzte in der 76. Minute auf 4:3. Den Schlusspunkt setzte schließlich Marcel Kevin Riegger in der 88. Minute zum 5:3.

Viel Lob für die Moral, klare Worte zur Defensive

So spektakulär einzelne Tore auch waren, Marktl wollte den Sieg nicht an einer Aktion festmachen. „Nicht die Tore geben den Ausschlag, sondern die Moral der Mannschaft, dass sie nie aufgegeben hat und weitergespielt hat“, erklärte der Lurnfelder Trainer. Dazu kam für ihn die Breite im Kader. „Wir haben sehr viel Qualität in der Mannschaft, auch bei den Ersatzspielern“, sagte er und verwies dabei auch auf Torschütze Marcel Riegger. Gleichzeitig sprach Marktl aber auch offen an, was ihm trotz fünf erzielter Tore nicht gefallen hat. „Verbesserungspotenzial sehe ich bei der Kommunikation. Defensiv müssen wir das besser zusammen lösen. Wir haben heute wieder drei Tore bekommen. Das ist einfach zu viel.“ Der 5:3-Erfolg war für ihn also klar verdient, aber eben kein Spiel, mit dem er in allen Punkten zufrieden sein konnte.

Serie hält an, Irschen wartet schon

Auch für den Gegner fand Marktl nach diesem offenen Schlagabtausch anerkennende Worte. Oberlienz sei „sehr bissig, sehr aggressiv“ und „sehr zweikampfstark“ gewesen, dazu habe die Mannschaft vorne Spieler, „die immer für ein Tor gut sind“. Genau das bekam Lurnfeld in der Anfangsphase und beim späten Anschlusstreffer auch zu spüren. Die Serie der Lurnfelder bleibt dennoch bestehen. „Wir sind in einem Lauf drinnen. Wir haben noch nie verloren“, sagte Marktl und richtete den Blick gleich wieder nach vorne. Mit ASKÖ Irschen wartet laut dem Trainer „der nächste harte Gegner“, deshalb wolle seine Mannschaft weiter „von Woche zu Woche performen“. Nach einem Nachmittag, an dem sie erst früh ins Hintertreffen geriet und danach noch fünfmal traf, nimmt Lurnfeld vor allem eines mit: Diese Mannschaft glaubt auch dann noch an sich, wenn das Spiel ganz schlecht beginnt.

1. Klasse West: Lurnfeld : Oberlienz - 5:3 (1:2)

  • 88
    Marcel Kevin Riegger 5:3
  • 76
    Fabian Wibmer 4:3
  • 67
    Nico Payer 4:2
  • 60
    Philipp Marco Hahn 3:2
  • 53
    Nico Payer 2:2
  • 44
    Christoph Gigler 1:2
  • 8
    Julian Nikolaus Gomig 0:2
  • 6
    Elias Ebner 0:1