Spielberichte

SV Draschitz – Mario Ladinig: „Zweite Halbzeit entscheidet“ – 2:4 gegen SV Obermillstatt

Draschitz
SV Obermillstatt

Im Duell zwischen Draschitz und Obermillstatt in der 2. Klasse B erlebten die Zuschauer zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. Mario Ladinig akzeptierte die 2:4-Niederlage, haderte aber mit den liegengelassenen Möglichkeiten vor der Pause. Ballbesitz, Intensität und Standards prägten den Verlauf – nach dem Seitenwechsel machten konditionelle Vorteile der Gäste den Unterschied. Dazu kommen frische Verletzungssorgen und ein fordernder Blick nach vorn: Gegen Feffernitz und Treffen warten laut Ladinig „Herkulesaufgaben“.

Eine Reihe Bälle entlang der Seitenlinie

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Verpasste Führungschance vor der Pause

Draschitz begann schwungvoll, wurde jedoch früh kalt erwischt: In Minute 2 stellte Matthias Krammer auf 0:1. Die Antwort folgte prompt – Raphael Martinz glich in der 11. Minute zum 1:1 aus und unterstrich die aktive Phase der Hausherren. Kurz vor dem Pausenpfiff geriet Draschitz erneut in Rückstand, als Florian Müller in der 42. Minute nach einem Einwurf traf – eine Szene, die in Ladinigs Standardschema passt. Im Gegenzug egalisierte Patrick Nischlwitzer in der 43. Minute zum 2:2. „In der ersten Halbzeit hatten wir sechs, sieben hochkarätige Chancen – da müssen wir führen“, betonte Ladinig, der sein Team bis zur Pause im Ballbesitz vorn sah und besonders die eigenen Ecken mit neuen Varianten als „sehr gefährlich“ einstufte.

Zweite Halbzeit kippt durch Druck, Standards und Physis

Nach Wiederanpfiff verschob sich die Statik: Obermillstatt erhöhte den Druck, gewann mehr zweite Bälle und setzte Draschitz phasenweise fest. „In der zweiten Halbzeit hatte Obermillstatt mehr Ballbesitz – sie waren körperlich im Vorteil“, ordnete Ladinig ein. In diese Phase fiel das 2:3 durch Georg Bliem in der 70. Minute. Draschitz stellte in der Schlussphase auf drei Stürmer um und warf alles nach vorne, blieb aber bei Standards und weiten Einwürfen anfällig – Aspekte, auf die man vorbereitet war, die dennoch Wirkung zeigten. In der 90. Minute setzte Tobias Köfler mit dem 2:4 den Schlusspunkt, als Draschitz bereits voll auf Offensive umgestellt hatte. Ladinig resümierte: „Der Sieg von Obermillstatt ist aufgrund der zweiten Halbzeit verdient.“ Zu strittigen Strafraumszenen meinte er knapp: Auf beiden Seiten gab es keinen elfmeterreifen Kontakt.

Standards, Verletzungen und ein harter Ausblick

Das Thema Standards zog sich durch die Analyse des Trainers. „Bei Standards zählt Obermillstatt sicher zu den stärksten Teams der zweiten Klasse“, sagt Ladinig und verweist auf den Treffer nach Einwurf. Während die Draschitzer Ecken mit neuen Varianten „sehr gefährlich“ wirkten, sieht der Coach bei eigenen Einwürfen akuten Trainingsbedarf. Bitter: „Ich habe wieder zwei Verletzte mehr“, so Ladinig, der insgesamt von „fünf, sechs Verletzten“ spricht. Dennoch bleibt der Kader handlungsfähig: „Wir werden die sechs Spiele noch drüberbekommen.“

Sportlich rechnet er mit einem steinigen Weg: „Wenn wir jetzt nicht den Schalter gleich umlegen, wird es ganz, ganz schwer.“ Und mit Blick auf die nächsten Aufgaben wird er deutlich: „Die Spiele gegen Feffernitz und Treffen werden Herkulesaufgaben.“ In der Gesamtschau formuliert Ladinig die Messlatte nüchtern: „Für uns wird es sehr schwer sein, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen.“

2. Klasse B: Draschitz : Obermillstatt - 2:4 (2:2)

  • 90
    Tobias Köfler 2:4
  • 70
    Georg Bliem 2:3
  • 43
    Patrick Nischlwitzer 2:2
  • 42
    Florian Müller 1:2
  • 11
    Raphael Martinz 1:1
  • 2
    Matthias Krammer 0:1