Spielberichte

„Wir sind nur sehr schwer zu bezwingen“ – Herndl sieht Obermillstatt für die neue Saison gut gerüstet

SV Obermillstatt

In der 2. Klasse B hat sich der SV Obermillstatt mit einer starken Rückrunde auf Rang vier nach vorne gearbeitet. Trainer Thomas Herndl zieht deshalb ein positives Zwischenfazit, spricht von einer Mannschaft, die seine Struktur verinnerlicht hat, und schaut trotz klarer Zufriedenheit genau hin, wo noch Luft nach oben ist. Vor allem über die Seiten und im Gegenpressing sieht der Coach noch Reserven.

Zwei Fußballspieler im Kampf um den Ball

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Starke Rückrunde bringt Obermillstatt nach vorne

Dass Herndl mit dem Verlauf der vergangenen Monate zufrieden ist, kommt nicht von ungefähr. Obermillstatt steht nach 24 Spielen bei 42 Punkten und hat sich im Saisonverlauf Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Nach dem Start auf Rang neun ging es schon früh hinauf, zwischenzeitlich war die Mannschaft sogar Dritter, ehe sie sich über weite Strecken im Bereich um Platz fünf und sechs hielt und zum Schluss als Vierter abschloss. Für den Trainer ist aber vor allem die Rückrunde der Maßstab. „Wenn man sich die Frühjahrsrunde anschaut, die wir auf Platz zwei abgeschlossen haben, bin ich natürlich sehr zufrieden mit den Ergebnissen und auch mit dem Verlauf“, sagt Herndl. Untermauert wird das auch vom Schlussspurt mit dem 3:1 gegen Rothenthurn 1b, dem 1:1 gegen Seeboden Juniors 1b, dem klaren 7:1 gegen SC Landskron 1b, dem 3:0 bei Weißenstein/Töplitsch und dem 3:1 gegen ASKÖ Bodensdorf.

Klare Struktur, aber noch Arbeit über die Flügel

Herndl begründet den Aufschwung vor allem mit der Entwicklung seiner Mannschaft im täglichen Arbeiten. „Meine Mannschaft hat meine Struktur richtig gut reinbekommen, hält die taktischen Vorgaben perfekt ein und daher sind wir nur sehr schwer zu bezwingen“, sagt der Obermillstatt-Trainer. Genau das ist sein zentraler Punkt, wenn er die Saison einordnet: Die Basis stimmt, die Abläufe sitzen, und das Team hat sich in seiner Spielweise gefestigt. Gleichzeitig macht Herndl kein Geheimnis daraus, dass er die nächsten Schritte schon im Kopf hat. „Das Spiel über die Seiten könnten wir noch besser und noch effektiver nutzen. Zudem haben wir im Gegenpressing noch Potenzial. Das werden wir jetzt in der Vorbereitung für die neue Saison definitiv unter die Lupe nehmen“, erklärt er. Auffällig ist dabei auch, dass er den Blick nicht nur auf das Kollektiv richtet, sondern einzelne Entwicklungen innerhalb der Gruppe sehr wohl wahrnimmt. Einen Sonderweg bei der Bewertung will er trotzdem nicht gehen. „Wenn die Mannschaft so viele Spiele gewinnt, dann ist nicht nur ein Spieler dafür ausschlaggebend, sondern eine gesamte Gruppe“, betont Herndl. Stellvertretend hebt er aber Michael Angermann hervor, der nach einem schwierigen Herbst auf ungewohnter Position im Frühjahr „auf einer komplett neuen Position für ihn aufblüht und hervorragende Spiele abliefert“. Dazu nennt er Matthias Krammer, der „mit seiner Geschwindigkeit jedem Gegner Probleme macht“ und laut Herndl in jedem Spiel getroffen hat, in dem er im Frühjahr von Beginn an am Platz stand. Auch Christoph Müller erwähnt der Trainer ausdrücklich.

Kaum Unruhe im Kader, drei Zugänge fix

Rund um den Kader setzt Obermillstatt auf überschaubare Veränderungen. Verlassen hat den Verein nach aktuellem Stand nur Matthias Gatterer, der laut Herndl den Verein voraussichtlich verlässt, wobei der Trainer gleichzeitig dazusagt, dass noch nichts endgültig fix sei. Auf der Zugangsseite ist die Stoßrichtung klar. „Da kommen wieder einheimische Burschen zurück“, sagt Herndl. Fix sind Stefan Götz, der aus Wien zurückkehrt und schon einmal in Obermillstatt gespielt hat, Raphael Ottacher sowie Fabian Esterl, der zuletzt als Kooperationsspieler im Einsatz war und nun fix nach Obermillstatt wechselt. Auf der Torhüterposition könnte sich ebenfalls noch etwas tun, unterschrieben ist dort laut Herndl aber noch nichts. Dazu kommt, dass der Coach personell insgesamt recht ruhig in die Vorbereitung gehen kann. „Wir haben im Training eine sehr gute Belastungssteuerung und dadurch kaum Verletzte gehabt im Frühjahr“, sagt er. Ein Abwehrspieler habe sich zwar im letzten Spiel gegen ASKÖ Bodensdorf verletzt, Herndl rechnet aber damit, dass er bis zum Meisterschaftsstart wieder fit ist. Sein Ausblick fällt deshalb entsprechend klar aus: „Ich gehe mit einem vollen Kader in die neue Saison.“

Kontinuität im Verein und ein klarer Blick auf die Konkurrenz

Nicht nur sportlich, auch im Umfeld setzt Obermillstatt auf Stabilität. „Im Trainerstab und auch im Funktionärsstab gibt es nichts Neues. Hier setzt der Verein auf Kontinuität“, sagt Herndl und beschreibt damit eine Ausgangslage, die im Unterhaus alles andere als selbstverständlich ist. Auch infrastrukturell hat sich zuletzt etwas getan, denn das neue Vereinshaus ist bereits seit rund vier Monaten fertig. Der offizielle Rahmen dafür folgt aber erst noch: Am 31. Juli steigt zum Saisonstart die Einweihungsfeier mit anschließendem Zeltfest. Herndl hofft dabei auf viele Besucher. Den Blick in die Liga verliert er trotz aller Themen rund um den eigenen Verein nicht. Spielerisch hat ihn „natürlich der SV Treffen“ am meisten beeindruckt, wobei er auch auf die Erfahrung vieler Spieler aus höheren Klassen verweist. Als vielleicht spannendsten Gegner der vergangenen Monate nennt er Rothenthurn 1b. „Die haben sich enorm weiterentwickelt, und die muss man für diese Saison eventuell auch auf der Rechnung haben, wenn es darum geht, ganz vorne mitzuspielen“, meint Herndl.