In der 2. Klasse B hat der SV Draschitz bei der SG SK Weißenstein/SV Töplitsch nach einem wilden Spielverlauf ein 4:4 mitgenommen. Dreimal lagen die Gäste vorne, dann waren sie plötzlich hinten, ehe Maximilian Proprenter noch den Ausgleich machte. Trainer Ahmet Pekel sah trotzdem viele gute Ansätze, sprach von einer taktisch sauberen Leistung und hielt fest: "Wir haben billige Tore bekommen."

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Schon der Spielverlauf gab Ahmet Pekel nach dem Schlusspfiff reichlich Stoff für seine Einordnung. Draschitz erwischte den besseren Start und ging in der 8. Minute durch Raphael Martinz mit 1:0 in Führung. Die Antwort der Gastgeber ließ aber nicht lange auf sich warten, denn Benjamin Oberheinrich stellte nach 18 Minuten auf 1:1. Auch auf diesen Rückschlag reagierten die Gäste noch einmal gut: Patrick Nischlwitzer brachte Draschitz in Minute 29 wieder nach vorne, ehe Dulaga Samardzic nur drei Minuten später den 2:2-Pausenstand besorgte. Nach dem Seitenwechsel schien Draschitz dann erneut auf Kurs, als in der 62. Minute ein Eigentor von Heimo Unterdorfer das 3:2 brachte. Doch die Partie blieb offen bis in die Schlussphase. Heimo Unterdorfer glich in Minute 80 zum 3:3 aus, Ajdin Merdanic drehte die Begegnung zwei Minuten später sogar auf 4:3 für Weißenstein/Töplitsch. Draschitz hatte aber noch eine Antwort parat, und Maximilian Proprenter stellte in der 84. Minute auf 4:4. Pekel fasste diese Achterbahnfahrt passend zusammen: "Das Spiel ist hin und her gegangen. Wir waren dreimal vorne, dann haben wir das 3:3 gekriegt und waren plötzlich 4:3 hinten.Kurz vor Schluss haben wir den Ausgleich gemacht und noch einen Punkt gerettet.Es war ein schönes Spiel für die Zuschauer."
Dass am Ende trotz vier eigener Treffer nicht mehr als ein Punkt heraussprang, wollte der Draschitz-Trainer aber nicht allein auf den verrückten Verlauf schieben. Pekel sah seine Mannschaft über weite Strecken als das Team mit den besseren Möglichkeiten. "Normal hätten wir gewinnen müssen. Wir haben mehr Chancen gehabt, mehr Möglichkeiten, mehr Torchancen. Leider haben wir sie nicht genutzt", sagte er sehr deutlich. Vor allem mit der Arbeit gegen den Ball war er zufrieden. "Taktisch waren wir gut. Wir haben unser System gut durchgeführt, das Verschieben gegen den Ball haben die Jungs gut gemacht", erklärte Pekel. Nach seiner Sicht machte es Draschitz dem Gegner schwer, sauber durchzukommen. "Wir haben die Räume zugemacht. Dann haben sie sich schwergetan und lange Bälle probiert", sagte der Trainer. Auffällig blieb auch diesmal wieder die Stärke bei ruhenden Bällen. "Von vier Toren haben wir wieder drei nach Standards gemacht", betonte Pekel und verwies gleich auf die letzten Wochen. Sechs der vergangenen sieben Treffer seien aus Standards entstanden. Gerade in einem so offenen Spiel war das für Draschitz ein klarer Pluspunkt.
Neben den ausgelassenen Möglichkeiten sprach Pekel auch eine Szene aus der ersten Hälfte an, die ihn nicht losließ. Aus seiner Sicht wurde Draschitz damals ein regulärer Treffer wegen Abseits aberkannt. "Für mich war das kein Abseits. Mein Spieler war hinter dem Ball", schilderte er die Situation. Gleichzeitig blieb der Trainer in seiner Bewertung des Unparteiischen fair und verwies auf die schwierigen Rahmenbedingungen. "Er ist allein. Er kann nur entscheiden, was er sieht", sagte Pekel, auch wenn er mit der Schiedsrichterleistung insgesamt nicht ganz zufrieden war. Viel schwerer wog für ihn aber ohnehin, was seine Mannschaft bei den Gegentoren zuließ. Pekel sprach mehrfach von zu einfachen Gegentreffern und machte genau dort den Hauptgrund aus, warum Draschitz den Auswärtssieg nicht mitnehmen konnte. "Wir haben billige Tore gekriegt, leichte Tore. Normal dürfen wir solche Tore nicht bekommen. Deswegen haben wir nicht gewinnen können,"so seine klare Analyse. Damit rückte er den Fokus weniger auf äußere Umstände, sondern auf die Dinge, die sein Team selbst in der Hand hatte.
So blieb unter dem Strich ein 4:4, das für Draschitz einerseits ein Zeichen von Moral war, andererseits aber auch mit viel Ärger verbunden blieb. In der Tabelle steht die Mannschaft nach fünf Runden nun bei fünf Punkten, und Pekels Aussagen machten deutlich, dass er in diesem Spiel mehr gesehen hat als nur einen wilden Schlagabtausch. Die Standards funktionieren, das taktische Verhalten gegen den Ball passte nach seiner Einschätzung ebenfalls, nur die einfachen Gegentore und die fehlende Konsequenz vor dem Tor verhinderten mehr. Überschattet wurde der Nachmittag aus Draschitzer Sicht zudem von der frühen Verletzung von Sami Omic. Der Stürmer musste laut Pekel schon in der 59.Minute mit einer Schulterverletzung raus und wurde von der Rettung abtransportiert. Der Trainer rechnet damit, dass Omic vier bis fünf Monate ausfallen könnte und damit im Herbst nicht mehr zur Verfügung steht. Dazu fehlt mit Fabian Rauscher schon ein weiterer Langzeitverletzter nach einem Kreuzbandriss. Pekel fand zum Schluss deshalb vor allem persönliche Worte: "Schade für ihn. Ich wünsche beiden gute Besserung. Ich hoffe, dass sie wieder fit zurückkommen."