Spielberichte

„Wir fahren mit zwei verschenkten Punkten heim“ – spätes 2:2 trifft Weißenstein/Töplitsch hart

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SV Stockenboi
Weißenstein/Töplitsch

In der 2. Klasse B hat die SG SK Weißenstein/SV Töplitsch am sechsten Spieltag beim SV Postwurf Stockenboi am Weissensee trotz zweimaliger Führung nur ein 2:2 mitgenommen. Trainer Patrick Staudacher sprach nach dem Schlusspfiff von „zwei verschenkten Punkten“ und machte vor allem die fehlende Konsequenz vor dem Tor sowie den späten Ausgleich in der Nachspielzeit dafür verantwortlich.

Fußballspieler im engen Zweikampf

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Früh auf Kurs, dann wieder offen

Aus Sicht der Gäste begann die Partie genau so, wie es sich Staudacher vorgestellt hatte. Weißenstein/Töplitsch startete aktiv, kam gut in die Zweikämpfe und belohnte sich schon in der 8. Minute mit dem 0:1 durch Christoph Ernst Ebner. „Wir sind gut ins Spiel gestartet, sind 1:0 in Führung gegangen und haben das Zepter übernommen“, sagte der Trainer. Lange hielt dieser Vorteil aber nicht. Nach rund einer Viertelstunde, so seine Analyse, habe seine Mannschaft das Kommando wieder etwas aus der Hand gegeben. Stockenboi kam zurück, glich in der 15. Minute durch Dominik Jakob Grintal zum 1:1 aus und ging mit diesem Spielstand auch in die Pause. Staudacher schilderte es so, dass sein Team zwar die bessere Anfangsphase hatte, danach aber nicht mehr durchgehend die gleiche Kontrolle auf den Platz brachte.

Nach der Pause wieder vorgelegt – und doch nicht gewonnen

Auch nach dem Seitenwechsel sah Staudacher seine Mannschaft zunächst wieder im Vorteil. „In der zweiten Halbzeit war es de facto das Gleiche. Wir sind wieder gut hineingestartet, haben wieder das Zepter in der Hand gehabt und den Ball gut laufen lassen“, meinte er. Tatsächlich ging Weißenstein/Töplitsch in der 52. Minute erneut in Führung, wieder war es Christoph Ernst Ebner, der zum 1:2 traf. Danach sprach aus Sicht des Trainers vieles für einen Auswärtssieg, weil seine Mannschaft nach seiner Wahrnehmung spielerisch mehr anzubieten hatte. Umso größer war der Ärger, als Stockenboi in der 92. Minute doch noch zum 2:2 kam. Sandro Wolfgang Kalt traf in der Nachspielzeit und rettete den Gastgebern damit einen Punkt. Für Staudacher war genau das der Moment, der den ganzen Nachmittag auf den Kopf stellte, weil sein Team die Partie nach seiner Sicht vorher längst hätte entscheiden müssen.

„Das Unentschieden geht für mich überhaupt nicht in Ordnung“

Der Trainer der Gäste hielt mit seiner Einschätzung nach dem Schlusspfiff nicht lange hinter dem Berg. „Das Unentschieden geht für mich überhaupt nicht in Ordnung“, sagte Staudacher deutlich. Vor allem die Chancenverwertung ließ ihn nicht los. „Wir sind vorne einfach nicht konsequent genug. Wir fahren zweimal einen 3-gegen-1-Konter herunter und kriegen den Ball nicht über die Linie“, erklärte er. Auch kurz vor dem späten Ausgleich sah er die Gelegenheit auf die Entscheidung. Dabei verwies er auf eine gute Möglichkeit von Benjamin Oberheinrich, die aus seiner Sicht das mögliche 1:3 hätte bringen können. Stattdessen blieb Stockenboi im Spiel und kam noch einmal zurück. Noch klarer wurde Staudacher, als er den Grund für das Remis auf einen einfachen Nenner brachte: „Wir sind einfach zu blöd, ein Spiel über 90 Minuten fertig zu spielen.“ Dass seine Mannschaft damit aus seiner Sicht zwei Punkte liegen ließ, zog sich wie ein roter Faden durch seine gesamte Analyse.

Lob für gute Phasen, Kritik an den letzten Minuten

Bei aller Verärgerung wollte Staudacher die Leistung seiner Mannschaft nicht nur schlechtreden. Im Gegenteil: Für längere Phasen sah er vieles, was ihm gefiel. „Wir haben zeitweise richtig guten Fußball gespielt. Das war richtig schön zum Anschauen“, sagte er. Er sprach von guter Kommunikation, sauberen Ballstafetten und einem ordentlichen Arbeiten gegen den Ball, vor allem in den besseren Phasen beider Halbzeiten. Gleichzeitig benannte er aber auch klar den Punkt, an dem das Spiel aus seiner Sicht kippte. „Irgendwann hat keiner mehr seine Position gehalten. Die Kommunikation war nicht mehr da“, meinte der Trainer. Genau dieser Verlust an Ordnung sei am Ende entscheidend gewesen. Auch den Gegner ordnete er aus seiner Sicht klar ein und sagte, Stockenboi habe „generell nur mit hohen Bällen agieren können“. Unabhängig davon blieb bei ihm hängen, dass seine Mannschaft nach guten Ansätzen wieder ohne den vollen Lohn nach Hause fahren musste.

Auch der Schiedsrichter ein Thema – jetzt wartet Bad Bleiberg

Neben der eigenen Chancenverwertung sprach Staudacher auch die Leistung des Schiedsrichters an, ordnete das aber ausdrücklich als seine Wahrnehmung ein. Er meinte, es habe aus seiner Sicht mehrere umstrittene Szenen gegeben, und sagte zugleich, dass es „auch für Stockenboi einen Elfmeter hätte geben können“. Trotzdem blieb für ihn besonders eine Situation nach der Pause hängen, in der er einen Strafstoß und eine persönliche Strafe erwartet hatte. Der Ärger darüber war deutlich, noch stärker war aber am Ende die Unzufriedenheit mit dem eigenen Umgang mit der Führung. Deshalb kündigte der Trainer bereits an, die Trainingswoche vor dem nächsten Spiel gegen Bad Bleiberg wieder intensiver zu gestalten. „Es wird wieder ein härteres Training werden die Woche, damit wir gegen Bleiburg voll punkten“, sagte Staudacher. Nach einem 2:2, das sich für ihn wie eine Niederlage anfühlte, soll die Antwort nun auf dem Trainingsplatz kommen.

2. Klasse B: Stockenboi : Weißenstein/Töplitsch - 2:2 (1:1)

  • 92
    Sandro Wolfgang Kalt 2:2
  • 52
    Christoph Ernst Ebner 1:2
  • 15
    Dominik Jakob Grintal 1:1
  • 8
    Christoph Ernst Ebner 0:1