Emotionen und klare Worte prägten den Ostersamstag in Liebenfels: Im Duell von Liebenfels - Future Team und SV Union Gurk in der 2. Klasse C ordnete Trainer Stefan Luschin das 2:2 als verpasste Chance im Aufstiegsrennen ein, sprach von der Rolle als Jäger und davon, dass aktuell fünf Punkte auf den Aufstiegsplatz fehlen. Zugleich lobte er die enorme Unterstützung aus Gurk und betonte den Anspruch, konsequent am Matchplan festzuhalten.

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Die Gäste aus Gurk erwischten den besseren Start. Luschin schilderte, seine Mannschaft habe „in den ersten zehn Minuten drei Top-Chancen“ gehabt, und hielt selbstkritisch fest: „Da musst du mindestens zwei machen.“ Der frühe Druck zahlte sich zunächst aus: In Minute 11 köpfte Simon Bacher nach einem Eckball zur 1:0-Führung ein. Die Antwort der Hausherren kam prompt. Nur eine Minute später traf Vasile-Calin Patrascan per Standard zum 1:1; Luschin sprach von einem „traumhaften Freistoßtor, das eigentlich unhaltbar ist“. Insgesamt sah er sein Team mit deutlich mehr Ballbesitz, doch die Überlegenheit verpuffte zu oft im letzten Drittel. Phasenweise agierte Gurk zu hektisch, Fehlpässe häuften sich – und der Aufwand im Gegenpressing stieg.
Nach Wiederanpfiff drückte Gurk weiter, blieb im Abschluss aber inkonsequent. Ein Joker brachte dann spürbare Dynamik – und die vermeintliche Entscheidung: In der 92. Minute stellte Paul Fischer auf 2:1. Um die knappe Führung abzusichern, reagierte Luschin an der Seitenlinie: „Dann habe ich in den letzten Minuten von einem 4-3-1 auf ein 5-4-1 umgestellt.“ Doch die Schlussphase hielt eine bittere Pointe bereit. Über die rechte Seite segelte ein langer Ball hinter die letzte Linie, ein kurzer Moment der Unordnung – und in Minute 109 besorgte Marc Haberl den Ausgleich zum 2:2. Luschin fasste den Nachmittag so zusammen: „Wir haben das unglückliche Osterei kassiert und statt drei Ostereiern nur eines mit nach Gurk genommen.“ Seine Mannschaft zeigte danach noch einmal Moral, stellte sogar um und schob Innenverteidiger Maximilian Lattacher in den Sturm; zwei gute Gelegenheiten blieben jedoch ungenutzt. Ein Trost an diesem Ostersamstag: „Es waren sicherlich fünfundneunzig Prozent nur Gurker Fußballfans anwesend.“
Die Partie beschrieb Luschin als körperbetont: „Es war schon eine ruppige Partie.“ Über den Unparteiischen urteilte er ausgewogen: „Schiedsrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen. Der Schiedsrichter hatte das Spiel großteils gut im Griff.“ Überschattet wurde der Nachmittag von einer schweren Verletzung eines Spielers der Gastgeber, die nicht aus einem Zweikampf resultierte, sondern durch einen Zusammenprall mit einem Mitspieler. Luschin übermittelte: „Diesem Spieler wünschen wir natürlich als Verein alles, alles Gute – come back stronger.“ In den Details sah er Ansatzpunkte für die Trainingswoche. Bei zahlreichen Eckbällen fehlte die Schärfe, Druck auf den Ball entstand zu selten, und auch die vielen Einwürfe – eigentlich eine Waffe – sollen über bessere Staffelungen im Strafraum noch wirksamer werden. Beim Ballbesitz verzeichnete Gurk nach Luschins Eindruck deutlich über fünfzig Prozent, doch vor allem in der Anfangsphase fehlte die Ruhe am Ball. Die Personalsituation bleibt angespannt: Der Kader ist eng, der Vereinsobmann gab trotz Knieproblemen ein kleines Comeback. Weiter fehlen Niklas Widowitz, Mario Ring und Mittelfeldmann Thomas Monay. Inhaltlich will Luschin die nächste Woche nutzen, um an den eigenen Themen zu arbeiten und die Effizienz vor dem Tor zu schärfen. Der Fokus bleibt intern – ohne Ausreden. Und auch bei aller Leidenschaft wahrt er die Perspektive: „Es geht ja dann trotzdem nur um Fußball.“