Spielberichte

„Anfangsphase verschlafen, danach zu inkonsequent vor dem Tor“ – Mario Radler erklärt das 0:3 der WSG Brückl

WSG Brückl
Oberes Metnitztal

In der 2. Klasse C musste sich WSG Brückl in Runde vier am Samstag SV Oberes Metnitztal mit 0:3 geschlagen geben. Das Ergebnis war aus Sicht von Trainer Mario Radler vor allem auf zwei Punkte zurückzuführen: eine verschlafene Anfangsphase und fehlende Konsequenz im Abschluss. Gerade weil seine Mannschaft danach viel investierte, fiel die Niederlage für ihn besonders bitter aus.

Fünf Bälle in Gelb/Violett auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Doppelschlag lenkte die Partie in eine klare Richtung

Der Nachmittag war aus Sicht der WSG Brückl früh belastet. Schon in der 10. Minute brachte Niklas Jeglitsch die Gäste mit 1:0 in Führung, nur drei Minuten später legte derselbe Spieler das 2:0 nach. Damit lief die Mannschaft von Mario Radler praktisch vom Start weg einem Rückstand hinterher, und genau dort setzte der Trainer auch mit seiner Analyse an. „Anfangsphase verschlafen, danach zu inkonsequent vor dem Tor“, brachte er den Grundtenor direkt nach dem Spiel auf den Punkt. Noch etwas ausführlicher wurde Radler bei der Frage nach dem Knackpunkt: „Die frühen Gegentreffer, da wir noch nicht ganz in der Partie waren. Jedoch hat sich die Mannschaft nicht unterkriegen lassen und über weite Strecken das Spiel gemacht.“ Das 0:2 zur Pause war damit aus seiner Sicht weniger Ausdruck einer klar unterlegenen ersten Hälfte, sondern vor allem die Folge davon, dass sein Team zu Beginn nicht richtig im Spiel war und diesen Rückstand dann nicht mehr korrigieren konnte.

Radler lobt den Auftritt mit Ball, hadert aber mit der Chancenverwertung

Was den Trainer an dieser Niederlage besonders störte, war nicht, dass seine Mannschaft nach den zwei frühen Gegentoren auseinanderfiel. Im Gegenteil: Radler sprach davon, dass die WSG Brückl danach über längere Phasen die aktivere Mannschaft gewesen sei. „Grundsätzlich haben wir über weite Strecken das Spiel gemacht, dominiert, haben kontinuierlich von hinten heraus den Spielaufbau gemacht und haben uns immer wieder Chancen erarbeitet, diese jedoch nicht genutzt“, sagte er. Genau in diesem Punkt sah er auch den größten Unterschied zwischen Aufwand und Ertrag. „Ganz klar: die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, besonders bei Elfmetern. Wenn man zwei Elfmeter verschießt, darf man sich nicht wundern, wenn man kein Tor erzielt.“ Diese Aussage erklärt den Verlauf aus Brückler Sicht sehr deutlich: Die WSG Brückl kam laut ihrem Trainer zu Möglichkeiten, brachte sich aber um den möglichen Anschluss und damit auch um die Chance, das Spiel noch einmal offen zu machen. So blieb trotz viel Ballbesitz und eigener Spielanteile am Ende die Null stehen.

Zum 0:2 klare Meinung, aber keine Ausreden

Mario Radler sprach auch die Gegentore noch einmal im Detail an und trennte dabei sehr klar zwischen eigener Verantwortung und ärgerlichen Begleitumständen. Zum 1:0 sagte er: „Beim 1:0 sind wir noch nicht ganz in der Partie. Wir müssen vom Stellungsspiel her besser stehen und besser kommunizieren.“ Damit benannte er jene Dinge, die seine Mannschaft aus seiner Sicht selbst in der Hand hatte. Beim zweiten Treffer von Niklas Jeglitsch war seine Einschätzung eine andere: „Das 2:0 war leider ein Abseitstor. Ansonsten haben wir eigentlich wenig bis gar nichts zugelassen über die gesamte Partie, bis auf die Schlussphase, wo wir aufmachen mussten.“ Auch bei der Bewertung des Unparteiischen blieb der Brückl-Trainer sachlich. „Der Schiedsrichter hat grundsätzlich eine solide Leistung gezeigt. Leider war das 2:0 eine Abseitsposition, ist aber für einen Schiedsrichter alleine schwer zu sehen gewesen. Kein Vorwurf an dieser Stelle. Wir müssen unsere Chancen nutzen, und der Schiedsrichter ist nicht schuld, dass wir nicht gewonnen haben.“ Diese Einordnung passt zu seiner gesamten Analyse: Ärger war da, aber Radler suchte die Gründe nicht außerhalb des eigenen Einflussbereichs.

Spätes 0:3 und trotzdem ein Lob an die eigene Mannschaft

Dass die Partie in der 89. Minute durch Klemen Strancar mit dem 0:3 endgültig entschieden wurde, passte für Radler zum Schlussbild eines Spiels, in dem seine Mannschaft mit zunehmender Zeit mehr riskieren musste. Er hatte schon davor darauf hingewiesen, dass man „bis auf die Schlussphase, wo wir aufmachen mussten“ wenig bis gar nichts zugelassen habe. Gerade deshalb fiel sein Fazit trotz der klaren Niederlage nicht nur kritisch aus. „Ich möchte der Mannschaft grundsätzlich trotzdem ein Lob aussprechen, denn man merkt die Verbesserung. Man merkt, dass wirklich Fußball gespielt wird. Das Einzige, was noch fehlt, ist der Torerfolg, und den werden wir uns erarbeiten“, sagte der Trainer. Diese Worte zeigen, in welche Richtung er den Auftritt einordnet. Das Resultat gegen den Tabellenführer SV Oberes Metnitztal war klar, die Erklärung dazu für ihn aber ebenso: Die WSG Brückl hat sich die Partie in der Anfangsphase schwer gemacht und sich danach für ihren Aufwand vor dem Tor nicht belohnt. Genau dort will Radler nun ansetzen.

2. Klasse C: WSG Brückl : O. Metnitztal - 0:3 (0:2)

  • 89
    Klemen Strancar 0:3
  • 13
    Niklas Jeglitsch 0:2
  • 10
    Niklas Jeglitsch 0:1