In der Kärntner Liga hat FC Moden Illiasch Lendorf am Freitag gegen FC St. Michael/Lav. mit 0:2 verloren. Für Trainer Christoph Eneo war es ein Sieg, der aus Disziplin, Leidenschaft und viel Arbeit gegen den Ball entstanden ist. Nach torloser erster Hälfte traf Elias Johann Dorner zur Führung, ehe die Gäste trotz roter Karte gegen Elias Johann Dorner die Nerven behielten und in der Nachspielzeit alles klar machten.

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Der Abend begann für die Gäste alles andere als leicht. „Die ersten zehn bis 15 Minuten hat man die Belastung des dritten Spiels in sechs Tagen gemerkt“, sagte Eneo und verwies auch auf Ausfälle, die seinem Aufsteiger nicht viel Breite im Kader ließen. Genau deshalb war für ihn früh ein Punkt entscheidend: „Wichtig war, dass wir diese erste Drangphase überlebt haben.“ Lendorf hatte in dieser Phase mehr vom Spiel, St. Michael brauchte Anlaufzeit und musste erst seinen Rhythmus finden. Ab etwa Minute 15 bis 20 kamen die Lavanttaler aber besser hinein, die Partie wurde ausgeglichener und große Torszenen blieben zunächst Mangelware. Eneo hatte erwartet, dass die Gastgeber vermehrt mit Diagonalbällen über die Seiten arbeiten würden, und gerade das bekam seine Mannschaft mit Fortgang der ersten Hälfte besser in den Griff. So stand zur Pause ein 0:0, mit dem die Gäste nach dem Verlauf der ersten 45 Minuten leben konnten.
Mit dem torlosen Zwischenstand war für St. Michael klar, dass nach der Pause mehr Druck nach vorne kommen musste. „Wir haben uns vorgenommen, aggressiver rauszukommen und sie vorne mehr anzulaufen“, schilderte Eneo. Genau das gelang zunächst. Die Gäste waren nach dem Seitenwechsel sofort präsenter und belohnten sich in der 54. Minute. Nach einem Eckball blieb der zweite Ball in der gefährlichen Zone, Elias Johann Dorner war im Zentrum gut positioniert und köpfelte zum 0:1 ein. Viel Zeit, die Führung in Ruhe zu verwalten, blieb allerdings nicht. Nur drei Minuten später sah derselbe Spieler Rot. Eneo beschrieb die Szene so, dass sein Team nach einem Abschluss zwei Kopfballduelle verlor, ein Lendorfer durchbrach und Dorner beim Versuch, noch den Ball zu spielen, nur mehr den Gegner traf. Aus seiner Sicht war die Auslegung damit nachvollziehbar, auch wenn der Treffer und die rote Karte die Partie innerhalb kürzester Zeit völlig veränderten.
Von diesem Moment an bekam der Auswärtssieg seinen eigentlichen Charakter. St. Michael musste mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl bestehen, und Eneo machte daraus gar kein großes Pathos, sondern beschrieb vor allem die Disziplin seiner Mannschaft. „Dann war es ein Spiel, in dem wir versucht haben, alles vom Sechzehner wegzuhalten und vorne immer wieder kleine Nadelstiche zu setzen“, sagte der Trainer. Dass auch eine Portion Glück dabei gewesen sei, sprach er offen an. Gleichzeitig hob er hervor, dass es nicht nur Zufall gewesen sei: „Dazu gehört auch Qualität und Disziplin in der Grundordnung, wie wir das wegverteidigt haben.“ Die Gäste hielten den Vorsprung fest und nutzten in der Nachspielzeit noch eine letzte Möglichkeit. Nach einem individuellen Fehler beim Einwurf der Gastgeber spritzte Marcel Rene Mostögl dazwischen und traf zum 0:2 ins leere Tor. Auch rund um die Spielleitung gab es für Eneo keinen Anlass zur Kritik. Er sprach von einer „tadellosen Leistung“ des Schiedsrichtergespanns.
Für Eneo war deshalb nicht nur das Ergebnis wichtig, sondern vor allem die Art, wie seine Mannschaft diesen Abend in Lendorf angenommen hat. „Vor allem dieser unbedingte Siegeswille, diese Leidenschaft, das hat heute sehr gut funktioniert“, sagte der Trainer. Er betonte, dass sich seine Mannschaft diesen Erfolg in den vergangenen Wochen hart erarbeitet habe, nachdem man zuvor in manchen Phasen viel Lehrgeld bezahlt habe. Umso größer war die Genugtuung, dass der Aufsteiger diesmal auch den vollen Ertrag mitnehmen konnte. Entsprechend deutlich fiel sein Schlusssatz aus: „Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft, wie sie das Spiel da oben angelegt hat und mit welchem Siegeswillen sie angereist ist.“ Trotzdem will in St. Michael niemand abheben. „Wir hoffen, dass wir die nächste Stufe erreichen, bleiben aber demütig“, sagte Eneo. Der Sieg in Lendorf soll deshalb weniger Endpunkt als vielmehr ein weiterer Schritt auf dem eingeschlagenen Weg sein.