Für Otto Wegscheider, Obmann von ASCO ATSV Wolfsberg, war die Partie gegen den SV Dellach/Gail ein Abend voller verpasster Möglichkeiten und unglücklicher Momente. Zwischen nüchterner Analyse und leiser Frustration beschreibt er viele ungenutzte Chancen, eine verletzungsbedingte Auswechslung des Stammkeepers Marin Romac in Halbzeit eins und ein insgesamt faires, aber bitteres Spiel. In der Kärntner Liga richtet er den Blick dennoch nach vorne: aufarbeiten, aufrichten, weitermachen – und auswärts in Köttmannsdorf Punkte mitnehmen.

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Wegscheider ordnet die Begegnung als eine jener Partien ein, in denen Dominanz und Aufwand nicht belohnt werden. „Tore, die man nicht schießt, bekommt man. Wir hatten sehr viele Torchancen, speziell in der zweiten Halbzeit. Zur Pause stand es 0:0.“ Markant war für ihn die 27. Minute, als die Nummer eins im ATSV-Tor verletzt raus musste. Danach drückte Wolfsberg – „wir hatten in der zweiten Halbzeit Chancen im Minutentakt“ – doch die Effizienz blieb aus. Dellach setzte die Stiche aus der Distanz: In Minute 58 traf Saso Kovacevic zum 0:1, in der 83. Minute legte Michael Sternig das 0:2 nach. Beide Abschlüsse wurden außerhalb des 16er abgefeuert. Trotz Enttäuschung bleibt sein Urteil über den Gegner respektvoll: „Dellach war ein guter Gegner, aber absolut zu schlagen gewesen.“
Sein Blick auf die Statik der Partie ist eindeutig: „Ballbesitzmäßig vielleicht sechzig zu vierzig, wir hatten mehr vom Ball.“ Vor allem nach Standards sah er Wolfsberg im Vorteil: „Standards des Gegners waren nicht sehr gefährlich, unsere schon eher – daraus sind Chancen entstanden, die wir nicht verwerten konnten. Ausschlaggebend für die Niederlage waren die Standards jedoch nicht.“ Seine Zusammenfassung der Chancenverteilung klingt fast ungläubig: „Vielleicht hatte Dellach noch eine Hundertprozentige, aber wenn ich sage, dass wir mindestens fünf Hundertprozentige hatten, dann untertreibe ich noch.“ Dass ausgerechnet zwei Fernschüsse den Unterschied machten, unterstreicht für ihn die Diskrepanz zwischen Spielanteilen und Ertrag.
Abseits der Ergebnis- und Chancenbilanz betont Wegscheider den Charakter des Duells: „Es waren relativ faire Zweikämpfe, keine Gehässigkeiten. Das eine oder andere unnötige Foul auf beiden Seiten, aber insgesamt ein faires Spiel.“ Strittige Szenen spielten aus seiner Sicht keine Rolle. Der Fokus liegt nun auf der Reaktion bis zum nächsten Auswärtsspiel: „Wir wissen, was zu tun ist. In Köttmannsdorf ist es immer schwer, Punkte mitzunehmen. Trainer Mario Romac wird die Mannschaft aufrichten und wieder ordentlich vorbereiten – ich bin guter Dinge, dass wir am Wochenende den einen oder anderen Punkt mitnehmen.“