Topspiel in der Kärntner Liga: Der ASCO ATSV Wolfsberg und der SV Donau Klagenfurt - St.Ruprecht trennten sich nach wilder Fahrt 3:3. Zweiter gegen Dritter, sechs Treffer, viel Emotion – am Ende stand ein Remis, das auch Wolfsberg-Trainer Mario Romac so unterschreibt: „Aus meiner Sicht war das eine gerechte Punkteteilung. Beide Teams hatten ihre Phasen und Chancen.“ Der Abend lieferte einen abwechslungsreichen Spielverlauf, inklusive gedrehter Partie und einer strittigen Elfmeter-Szene in der Schlussphase.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die ersten 45 Minuten gehörten lange den Gästen. Donau nutzte die Räume eiskalt und führte nach einer halben Stunde bereits 2:0: Tristan Ciglar traf in Minute 16 und 32 jeweils ins Schwarze. Romac ärgerte vor allem die Entstehung: „Wir sind ganz schlecht ins Spiel gekommen. Donau hatte mehr Lauf- und Kampfbereitschaft. Bei beiden Treffern verlieren wir im Zentrum den Ball, dann kommt der Pass in die Tiefe und der Abschluss flach ins lange Eck.“ Wolfsberg fand erst kurz vor dem Pausenpfiff ins Match. Nach einem Eckball drückte Berat Alegöz per Kopf zum 1:2 (45.) ein – ein psychologisch wichtiger Treffer. „Der Anschluss nach der Ecke hat uns gutgetan“, so Romac, der zugleich einen Dämpfer schilderte: „Kurz vor der Pause haben wir unseren Stürmer verloren. Er hat sich am Knie verletzt. Wie schlimm es ist, wissen wir erst nach der MRT.“
Aus der Kabine kam Wolfsberg, wie verwandelt. Der Gastgeber legte nach der Pause deutlich zu und belohnte sich schnell. In Minute 49 stellte Marcel Maximilian Stoni auf 2:2, nur sechs Minuten später drehte Patrick Pfennich mit dem 3:2 (55.) die Partie komplett. Romac sah eine starke Reaktion: „Wir haben in der Halbzeit Klartext geredet und sehr gut reagiert. Zuerst der Ausgleich durch einen guten Abschluss von Marcel Stoni, danach der Führungstreffer – genau so wollten wir herauskommen.“ Wolfsberg blieb am Drücker und suchte das vierte Tor, doch Donau blieb gefährlich und lauerte auf schnelle Umschaltmomente. In der Schlussphase fiel dann doch noch der Ausgleich: Yosifov Svetlozar Angelov traf in der 81. Minute zum 3:3. „Nach mehreren Fehlern in der letzten Linie bekommen wir leider den Ausgleich“, haderte Romac, ohne seine Mannschaft zu zerlegen.
Für den größten Aufreger sorgten die letzten Minuten, als der Unparteiische nach einem Kontakt zwischen Tormann und Angreifer zunächst auf Elfmeter für Donau entschied. „Da war viel Protest, weil wir den Ball gespielt hatten – so haben wir es später auch im Video gesehen“, erklärte Romac. Nach kurzer Beratung mit seinem Assistenten nahm der Schiedsrichter die Entscheidung zurück. „Am Ende gab es dann Schiedsrichterball und kein Elfer mehr“, so der Coach, der die Gesamtleistung dennoch einordnete: „Bei Zweiter gegen Dritter ist viel Kampf und Emotion drin. Das ist nicht leicht zu pfeifen. Er hatte das Spiel großteils im Griff. Für mich war die Szene am Schluss kein Elfmeter – aber es war eine schwierige Entscheidung.“ Danach passierte auf beiden Seiten nichts Zählbares mehr, das 3:3 stand.
In seiner Analyse nahm Romac sein Team geschlossen in die Pflicht, ohne einzelne Spieler vor den Bus zu werfen. „Ich möchte die gesamte Mannschaft nennen, weil ich mit unserem Start nicht zufrieden war. Wir haben Donau zu viel Raum gegeben – vor allem im zentralen Mittelfeld und im Defensivbereich. Da haben wir heute nicht gut ausgesehen bei allen drei Gegentoren.“ Offensiv passt es: „Wir treffen immer, heute wieder dreimal. Im Vergleich zum Herbst kassieren wir aber momentan zu viele Tore – daran müssen wir arbeiten.“
Für den Gegner fand Romac klare Anerkennung: „Donau ist technisch sehr gut und hat unsere Fehler eiskalt ausgenutzt. Über den ganzen Verlauf geht das 3:3 in Ordnung – ich gratuliere Donau zu diesem Auftritt.“ Oben bleibt es eng, das Spitzenduell bot alles, was man erwartet. Zum Schluss schickte der Trainer noch ein Wort auf die Tribüne: „Danke an unseren jungen Fanklub für die tolle Unterstützung über 90 Minuten.“