Spielberichte

Stefan Friessnegger (Trainer Austria Klagenfurt Amateure): „Wir hätten den Sack früher zumachen müssen“

Austria Klagenfurt Amateure
SC St. Veit

In der Kärntner Liga trennten sich die SK Austria Klagenfurt Amateure und der SC St. Veit nach packenden 95 Minuten 2:2. Die Austria lag früh zurück, glich umgehend aus, drehte die Partie nach der Pause – und kassierte in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Trainer Stefan Friessnegger sprach von „vielen vergebenen Möglichkeiten“ und einem „Tausend-Gulden-Schuss“ der Gäste. Bittere Pointe: „Wir hätten das dritte oder vierte Tor machen müssen, dann reden wir heute anders.“

Weiß-Goldene Fußballschuhe auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Rückschlag, schneller Ausgleich und viele liegengelassene Chancen

Der Auftakt war aus Sicht der jungen Austria denkbar ungünstig: Nach sechs Minuten stellte Moritz Leitner für St. Veit auf 0:1. Friessnegger ordnete es klar ein: „Wir waren in der ersten Halbzeit wahrscheinlich die bessere Mannschaft, geraten aber relativ schnell durch einen Abwehrfehler in Rückstand.“ Die Reaktion ließ kaum Zeit zum Durchschnaufen. Bereits in Minute acht eroberte die Austria nach aggressivem Anlaufen den Ball, Moritz Ferdinand Tatschl schob zum 1:1 ein – so schilderte es der Coach: „Wir haben aus dem Pressing heraus den Ball gewonnen und das Tor gemacht.“ Danach blieben die Hausherren am Drücker. „Wir waren mehr im Ballbesitz, wir haben bessere Chancen gehabt“, sagte Friessnegger und wurde konkret: Din Delic lief allein auf den Tormann zu, später köpfte er aus kurzer Distanz am leeren Tor vorbei. Auch weitere aussichtsreiche Situationen ließen die Klagenfurter liegen. Trotz Überlegenheit und dicken Möglichkeiten blieb es zur Pause beim 1:1.

Schoppitsch zündet – doch die Vorentscheidung bleibt aus

Nach dem Seitenwechsel hielt die Austria den Fuß weiter auf dem Gas. „Wir haben versucht, das Spiel auf unsere Seite zu kriegen, um das zweite Tor zu schießen“, erklärte Friessnegger. Der Plan ging zunächst auf: In der 61. Minute fasste sich Tristan Elias Schoppitsch ein Herz und traf mit einem Weitschuss zum 2:1. In dieser Phase boten sich Räume, um den Deckel früh draufzumachen. „Wir haben Konterchancen gehabt, zwei gegen eins, eins gegen null, vier gegen drei – und wir haben das Tor nicht gemacht“, haderte der Trainer. Seine Zusammenfassung fiel ehrlich aus: „Wir hätten einfach das dritte oder vierte Tor machen müssen. Wenn du nur mit einem Tor vorne bist, hältst du den Gegner am Leben.“ St. Veit blieb damit im Spiel und meldete sich rund um die 80. Minute mit einem Lattenschuss zurück. Trotz der aktiveren Austria – „Wir haben ständig Gas gegeben, wollten Fußball spielen“ – fehlte an diesem Abend im letzten Drittel die nötige Klarheit, wie Friessnegger betonte.

Ein „Tausend-Gulden-Schuss“ in Minute 95 und ein ehrlicher Blick nach vorn

Die Schlusspointe tat den Gastgebern weh. In der fünften Minute der Nachspielzeit versenkte Alexander Hofer einen Freistoß aus spitzem Winkel zum 2:2 ins lange Kreuzeck – für Friessnegger ein „Tausend-Gulden-Schuss“, den man „in hundert Jahren vielleicht nicht mehr so trifft“. Der Trainer nahm seine Elf dennoch in die Pflicht und beschrieb die Entstehung offen: Aus seiner Sicht hatte Andreas Polesnig zuvor den Ball, „hätte ihn nur nach vorne spielen müssen, dann wäre das Spiel vorbei gewesen“. Sein Rückpass leitete die Szene ein, das folgende Foul an der Seitenlinie brachte den Standard – und damit den Ausgleich. An den Unparteiischen wollte er nichts festmachen: „Der Schiedsrichter war okay, auf beiden Seiten.“ Unterm Strich bleibt für die Austria – tabellarisch Neunter mit 32 Punkten, St. Veit Fünfter mit 38 – das Gefühl, zwei Zähler verschenkt zu haben. „Wir sind selber schuld“, sagte Friessnegger nüchtern, lobte aber die Haltung: Intensität, Mut und viel Tempo waren da. Der Auftrag für die nächste Runde liegt auf der Hand: die vielen guten Angriffe sauber zu Ende spielen und sich für den Aufwand wieder belohnen.

Kärntner Liga: Austria Klagenfurt Amateure : SC St. Veit - 2:2 (1:1)

  • 95
    Alexander Hofer 2:2
  • 61
    Tristan Elias Schoppitsch 2:1
  • 8
    Moritz Ferdinand Tatschl 1:1
  • 6
    Moritz Leitner 0:1