Spielberichte

Nach zehn Jahren ist die Serie gerissen: Spittal holt das Starkstrom-Derby mit viel Herz

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SV Spittal/Drau
FC Lendorf

Im Kärntner Liga-Starkstrom-Derby hat SV Sportastic Spittal gegen FC Moden Illiasch Lendorf einen 2:1-Heimsieg gefeiert. Vor vielen Zuschauern und bei bestem Fußballwetter war es laut Sportlichem Leiter Wolfgang Oswald ein verdienter Erfolg, weil seine Mannschaft "von Anfang an präsenter und intensiver" war. Dass Lendorf ab der 32. Minute nach Rot gegen Johannes Brunner in Unterzahl spielte, half den Gastgebern, entschieden war die Partie damit aber noch lange nicht.

Mann hält Anzeigetafel, die eine Nachspielzeit von fünf Minuten anzeigt

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Spittal legt sich das Derby früh zurecht

Oswald musste nach dem Schlusspfiff nicht lange überlegen, wo er den Schlüssel zu diesem Derby sah. "Es war eigentlich von Anfang an so, weil wir präsenter und intensiver im Spiel waren", sagte der Sportliche Leiter. Damit beschrieb er genau den Eindruck, den Spittal über weite Strecken hinterließ. Die Gastgeber waren von Beginn an griffiger, kamen besser in die Zweikämpfe und hatten laut Oswald auch die klarere Präsenz auf dem Platz. Als Lendorf in der 32. Minute nach der Roten Karte gegen Johannes Brunner nur noch zu zehnt war, sprach Oswald von einem zusätzlichen Faktor: "Die Rote Karte von Lendorf spielte uns zusätzlich in die Karten." Ganz durch war die Sache damit aber nicht, denn das Derby blieb eng. In der 43. Minute brachte Miha Kostanjsek Spittal mit 1:0 in Führung, und Oswald schwärmte dabei von einer "Granate aus 30 Metern". Doch noch vor der Pause kam Lendorf zurück, Christian Wernisch stellte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 1:1. So ging es trotz Spittaler Übergewicht mit völlig offener Ausgangslage in die Kabinen.

Anzelj antwortet nach der Pause, Spittal bleibt am Drücker

Gerade deshalb maß Oswald dem zweiten Durchgang besondere Bedeutung bei, weil seine Mannschaft nach dem späten Ausgleich nicht die Linie verlor. Für ihn war das nicht nur eine Frage der spielerischen Qualität, sondern vor allem des Willens. "Es war ein unendlicher Wille, nach zehn Jahren diese Serie zu reißen", sagte er und erinnerte daran, wie lange Spittal auf einen Heimsieg gegen Lendorf hatte warten müssen. In der 65. Minute belohnte sich die Heimelf dann mit dem 2:1 durch Ziga Anzelj. Oswald hob dabei nicht nur den Torschützen hervor, sondern auch die Entstehung des Treffers, den er als Ergebnis einer "super Kombination" beschrieb. Dass Spittal nach dem Rückschlag kurz vor der Pause wieder nachlegte, passte zu seinem Gesamtbild dieser Partie. Ganz zufrieden war er trotz des Erfolgs aber nicht, denn im Abschluss sah er weiter Luft nach oben. "In der Chancenauswertung müssen wir besser werden", sagte Oswald. Das änderte nichts daran, dass die Gastgeber den Vorsprung über die Zeit brachten. Daran änderte auch die Rote Karte gegen Ermin Softic in der sechsten Minute der Nachspielzeit nichts mehr.

Respekt für Lendorf, großes Lob für das Trainerteam

Bemerkenswert war nach dem Schlusspfiff auch, wie klar Oswald den Sieg einordnete. Einerseits freute er sich über die eigene Leistung, andererseits verteilte er Respekt an mehrere Adressen. Lendorf sei "unglaublich kampffreudig", sagte er, habe sich diesmal aber mit seiner Aggressivität selbst geschadet und sei zudem vor dem Tor nicht so clever gewesen wie sonst. Gleichzeitig stellte er klar, wie hoch er den Gegner einschätzt: "Lendorf ist eine der besten Mannschaften in der Liga, wenn nicht die beste." Ein großes Lob bekam auf Spittaler Seite das Trainerteam. Oswald betonte, die Mannschaft sei "von der ersten Minute bis zur letzten Minute top taktisch eingestellt" gewesen. Auch das Schiedsrichterteam sparte er nicht aus, sondern lobte eine aus seiner Sicht starke Derby-Leistung: "Sie haben das Spiel jederzeit im Griff gehabt." So blieb am Ende neben den drei Punkten auch das Gefühl eines gelungenen Fußballnachmittags. "Sieger war heute König Fußball", sagte Oswald mit Blick auf das Wetter, die Kulisse und das Derby zwischen zwei nahen Nachbarn. Und mit einem Satz lieferte er gleich den Ausblick mit: "Wenn wir jedes Spiel mit diesem Herz bestreiten, dann muss uns erst jemand schlagen."

Kärntner Liga: Spittal/Drau : Lendorf - 2:1 (1:1)

  • 65
    Ziga Anzelj 2:1
  • 47
    Christian Wernisch 1:1
  • 43
    Miha Kostanjsek 1:0