Das bittere Ende einer insgesamt positiven Saison wirkt beim ASKÖ Wölfnitz noch nach. In der Unterliga Mitte geht der Verein dennoch mit einer klaren Linie in die neue Spielzeit: Auf den Trainerwechsel folgen Veränderungen im Kader, dazu soll die Mannschaft körperlich und taktisch zulegen. Im Gespräch mit Ligaportal ordnet Emrah Yeter, Co-Trainer des ASKÖ Wölfnitz, die Lage ein und macht deutlich, woran der Verein nun besonders arbeiten will.

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Emrah Yeter ist erst im Winter zum Verein gestoßen. Seine grundsätzlich positive Bilanz zur abgelaufenen Saison will er doch nicht ganz ohne Einschränkung stehen lassen. „Ich bin erst im Winter zum Verein dazugestoßen. Aus meiner Sicht war es grundsätzlich eine sehr positive Saison. Trotzdem hatte sie ein bitteres Ende, da wir den Aufstieg nicht geschafft haben. Einige Gründe sind leider die fehlende Konstanz und die auch die Cleverness, die in den entscheidenden Momenten gefehlt haben“, sagt der Co-Trainer.
Damit ist auch der zentrale Punkt benannt, den die Wölfnitzer aus den vergangenen Monaten mitnehmen. Nicht die Qualität an sich wird infrage gestellt, sondern die Fähigkeit, das Niveau über einen längeren Zeitraum und in entscheidenden Phasen stabil zu halten. Gerade in einer Liga, in der Kleinigkeiten oft über die Platzierung entscheiden, will der Verein dort ansetzen, wo zuletzt etwas gefehlt hat: bei der körperlichen Fitness sowie beim Spiel im eigenen und gegnerischen Ballbesitz.
Auch personell hat sich auf der Trainerbank etwas getan. Michael Geyer ist nicht mehr im Amt, übernommen hat Reinhard Puggl, der zuletzt in Sankt Michael im Lavanttal tätig war. Der Wechsel markiert den auffälligsten Einschnitt im Sommer und fällt mit einer klar umrissenen inhaltlichen Ausrichtung in der Vorbereitung zusammen.
Emrah Yeter nennt die Schwerpunkte deutlich: „Wichtige Punkte sind natürlich die Ausdauer, um unser Spiel 90 Minuten durchziehen zu können, aber grundsätzlich auch das Spiel gegen den Ball, speziell das Pressing. Auch das Spiel mit dem Ball ist ein klarer Fokus in der Vorbereitung, damit wir zu mehr Torchancen kommen und variabler sind im Spielaufbau“ Der ASKÖ Wölfnitz will also nicht nur robuster werden, sondern auch aktiver und attraktiver auftreten: gegen den Ball mit frühem Zugriff, mit dem Ball mit mehr Kontrolle und Durchschlagskraft.
Im Aufgebot hat sich vor allem in der Offensive einiges verändert. Verlassen haben die Kampfmannschaft Benjamin Lamzari, Dominik Killar, Christof Reichmann, Sebastian Chum und Adis Ajkic. Auf der Zugangsseite nennt der Co-Trainer Aner Mandzic von Köttmannsdorf, Suad Serdarevic von Glanegg, Lukas Rutnig von Grafenstein und Loris Kobald von Gurnitz. Dazu kehrt Adam El Nemer nach einer Leihe von Oberglan zurück.
Die Richtung ist damit klar: Vor allem im vorderen Bereich wurde nachjustiert. Der Verein reagiert auf die Abgänge nicht mit einem kompletten Schnitt, sondern mit mehreren punktuellen Ergänzungen, die dem Spiel nach vorne neue Optionen geben sollen. Ganz ohne personelle Sorgen verläuft der Sommer aber nicht. „Einziger längerer Ausfall ist Lukas Haberl. Der Rest ist soweit fit“, sagt Yeter.
Bei den Zielen versucht der Verein, sportlichen Anspruch und Entwicklungsarbeit zusammenzubringen. Wölfnitz will vorne mitspielen, gleichzeitig soll die Perspektive junger Spieler nicht untergeordnet werden. „Wir wollen natürlich vorne mitspielen, aber auch das Hauptaugenmerk auf die Entwicklung von jungen einheimischen Spielern legen“, betont Yeter.
In genau diesem Spannungsfeld wird sich die Saison des ASKÖ Wölfnitz entscheiden. Der Verein will oben dabei sein, weiß nach dem bitteren Schluss der vergangenen Spielzeit aber auch, dass dafür mehr Konstanz nötig sein wird. Mit neuem Trainer, veränderter Offensivbesetzung und dem Fokus auf Fitness, Pressing und Ballbesitz sind die Schwerpunkte klar. Entscheidend wird sein, ob die Mannschaft die gewünschte Konstanz auf den Platz bringt und zugleich jungen Spielern Raum geben kann.