In der Unterliga West hat SV WEB-STAPLER Arnoldstein nach einem frühen 0:2 gegen Rapid Lienz noch ein 2:2 geholt, zufrieden war Trainer Stevo Pipunic damit aber trotzdem nicht. „Wir haben zwei Punkte verloren“, sagte er nach einer Partie, in der seine Mannschaft vor der Pause zurückkam, nach dem Seitenwechsel laut ihrem Coach klar mehr vom Spiel hatte und sich für den Aufwand nicht belohnte.

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Für Arnoldstein begann die Partie denkbar schlecht. Schon in der 2. Minute brachte Sandro Patrick Putzhuber die Gäste nach einem Eckball mit 1:0 in Führung. Pipunic sprach danach von einem klaren Fehlstart: „Am Anfang ist es schon 0:1 für den Gegner gewesen. Nach einem gegnerischen Eckball war da ein kurzer Fehler vom Tormann, er hat den Ball verfehlt.“ Noch bitterer wurde es aus Sicht der Gastgeber in der 22. Minute, als Dominik Müller auf 2:0 für Lienz stellte. Doch genau diese Phase war es, in der Arnoldstein laut seinem Trainer nicht auseinanderfiel. „Dann ist es für uns schwierig gewesen, aber wir haben ständig gewusst, wir können schon“, sagte Pipunic. Dieses Gefühl bestätigte seine Mannschaft noch vor der Pause auf der Anzeigetafel: Aman Baltic verkürzte in der 26. Minute auf 1:2, Ben Georg Kreuzer stellte in der 35. Minute auf 2:2. Zur Halbzeit war die Partie damit wieder offen.
Gerade deshalb überwog bei Pipunic nach dem Schlusspfiff nicht die Erleichterung über das Comeback, sondern der Ärger über liegengelassene Möglichkeiten. „Wir haben zwei Punkte verloren. In der zweiten Halbzeit haben nur mehr wir gespielt“, ordnete der Arnoldstein-Trainer das 2:2 klar ein. Aus seiner Sicht zog sich Lienz nach der 2:0-Führung weit zurück, während seine Mannschaft das Spiel immer stärker kontrollierte. „Lienz hat mit dem 2:0 die ganze Zeit verteidigt, und wir haben die ganze Zeit dominiert“, sagte Pipunic. Den Grund, warum es trotzdem beim Remis blieb, nannte er ebenso deutlich: „Wir haben viel zu viele Chancen gehabt, aber wir haben keinen richtigen Stürmer gehabt, der das dritte Tor schießt.“ Der Coach sprach von Situationen allein vor dem Tormann, von Hereingaben, die nicht sauber verwertet wurden, und von einem Problem, das seine Mannschaft schon länger begleitet: „Wir schießen keine Tore. Wir kämpfen immer damit, Tore zu schießen, und dann wird es im Spiel immer schwieriger.“
Dabei hatte Arnoldstein laut seinem Trainer durchaus einen klaren Zugang gefunden, um ins Spiel zurückzukommen. Pipunic erklärte, dass seine Mannschaft die Angriffe bewusst mit längeren Bällen aufziehen wollte, um das Tempo der Offensivspieler zu nützen. „Wir haben taktisch ausgemacht, wie wir spielen wollen, und das haben wir so gespielt. Immer wieder lange Pässe, weil wir zwei schnelle Stürmer haben. Das wollten wir nutzen“, sagte er. Für ihn waren die beiden Treffer zum 1:2 und 2:2 deshalb nicht glücklich, sondern die logische Folge eines Plans, der aufging: „Das waren zwei gut erarbeitete Tore.“ Auch gegen den Ball war der Trainer mit seiner Elf in der zweiten Hälfte zufrieden. Besonders die Abstimmung in der Abseitsfalle hob er hervor: „Da haben wir gut gespielt, da ist kein einziger Fehler passiert.“ Umso mehr störte ihn, dass am Ende genau jener letzte Abschluss fehlte, der aus der Aufholjagd noch einen Sieg gemacht hätte.
Pipunic zollte auch dem Gegner Respekt und beschrieb Lienz als „kämpferische, ganz stabile Mannschaft“. Für ihn war das Duell über weite Strecken ein Spiel auf Augenhöhe, nur mit dem Unterschied, dass seine Mannschaft aus den besseren Phasen zu wenig gemacht habe. Zur Leistung des Schiedsrichters meinte er: „Im Grunde genommen hat die Leistung gepasst“, auch wenn er in der zweiten Halbzeit nicht jede Entscheidung als ganz gleich auf beide Seiten verteilt empfand. Viel wichtiger war dem Arnoldstein-Trainer aber der Blick auf seine eigene Gruppe. „Die Mannschaft ist gut aufgetreten. Leider hat sie sich nicht belohnt, aber der Kampf geht weiter“, sagte Pipunic. Dazu kommen laut dem Coach zwei verletzte Spieler, die ersetzt werden müssen. Trotzdem will er das Positive mitnehmen: „Die Mannschaft wächst zusammen, und ich hoffe, dass wir uns einmal mit einem Sieg belohnen.“ Genau dieses Gefühl bleibt nach dem 2:2 hängen: Arnoldstein hat Moral gezeigt, sich nach dem 0:2 stark zurückgearbeitet, aber am Ende doch das Gefühl behalten, dass deutlich mehr drin gewesen wäre.