In der Unterliga West hat Rapid Lienz am Samstagabend gegen SV AQUA-DOC Rothenthurn eine klare 0:4-Heimniederlage hinnehmen müssen. Entscheidend war eine erste Hälfte, die Trainer Georg Peter Rohracher offen als „ganz verkorkst“ bezeichnete. Nach dem 0:4 zur Pause war die Partie früh entschieden, auch wenn sich die Gastgeber nach Seitenwechsel aus Sicht ihres Trainers zumindest wieder gefangen haben.
Dass dieses Spiel schon vor dem Seitenwechsel in eine eindeutige Richtung lief, zeigte sich vor allem zwischen der 11. und 34. Minute. Rohracher meinte zwar, seine Mannschaft sei „relativ gut in die Partie gekommen“, zur Pause stand aber bereits ein 0:4. Den Anfang machte Maximilian Kohlmaier, der in der 11. Minute für Rothenthurn das 0:1 erzielte. Aus Sicht des Lienzer Trainers war das besonders bitter, weil ein Schuss nach einem Freistoß von der rechten Seite noch abgefälscht wurde. Beim 0:2 in der 25. Minute unterlief Rapid Lienz dann ein Eigentor durch Dominic Josef Girstmair, ehe Aliu Ceesay nur drei Minuten später auf 0:3 stellte. Als Kohlmaier in Minute 34 seinen zweiten Treffer nachlegte, war die Partie schon vor dem Pausenpfiff praktisch entschieden.
Der Rapid-Coach machte nach dem Schlusspfiff vor allem die frühe Entwicklung verantwortlich. „Auf alle Fälle waren die ersten zwei Tore der Knackpunkt“, sagte Rohracher und erklärte auch, warum ihn gerade diese Phase so geärgert hat. Das erste Gegentor fiel nach seiner Schilderung unglücklich, beim zweiten sei der Gegner über die linke Seite durchgebrochen und habe mit dem Pass in die Mitte das Eigentor erzwungen. Dazu kam aus Sicht der Lienzer noch ein weiterer Nachteil: „Nachher haben wir noch verletzungsbedingt wechseln müssen, da hat die Zuordnung nicht gepasst.“ Rohracher sah danach klare Tempovorteile bei den Gästen, die diese Phase konsequent nutzten. Mit dem dritten und vierten Gegentor war für ihn klar, dass „zur Halbzeit eigentlich schon das Endergebnis“ feststand.
Interessant war dabei, dass Rohracher seine Mannschaft nicht einfach nur pauschal schlechtredete. „Ich kann gar nicht einmal sagen, dass es ganz so schlecht war“, ordnete er ein und schob gleich nach, wo das eigentliche Problem lag: „In der ersten Halbzeit sind wir mit dem Tempo nicht zurechtgekommen.“ Auch bei der Frage nach den Stärken des Gegners wich er nicht aus, sondern formulierte es sehr direkt: „Eigentlich haben wir den Gegner stark gemacht.“ Damit meinte er vor allem zwei Dinge, die aus seiner Sicht an diesem Abend zusammenkamen. Hinten war Rapid zu nachlässig, vorne zu ungefährlich. „Wir waren ein bissl nachlässig in der Defensive und vorne zu harmlos“, sagte der Trainer. Gerade gegen einen Gegner wie Rothenthurn, der als Tabellenführer nach Osttirol kam, war das in dieser Phase zu viel.
So klar die Niederlage am Ende auch ausfiel, ganz ohne positiven Punkt wollte Rohracher den Abend nicht abhaken. „Das Positive war die zweite Halbzeit, dass wir uns da gefangen haben“, sagte er. Tatsächlich fiel nach dem Seitenwechsel kein weiteres Tor mehr, zumindest in dieser Hinsicht bekam Rapid die Partie also besser in den Griff als vor der Pause. Für das nächste Spiel nahm Lienz aber trotzdem noch eine zusätzliche Belastung mit. Rohracher berichtete von einer gelb-roten Karte nach dem Spiel, die „völlig unnötig“ gewesen sei. Für den Ausgang dieser Partie hatte das zwar keine Bedeutung mehr, für die kommende Aufgabe aber sehr wohl. „In diesem Spiel hat das keine Rolle mehr gespielt, aber natürlich ist er für das nächste Spiel gesperrt und das ist ein klarer Nachteil“, so der Trainer. Damit bleibt für Rapid Lienz die Aufgabe, die stabile zweite Hälfte mitzunehmen und die Probleme aus den ersten 45 Minuten rasch abzustellen.