In der Unterliga West hielt SV Union Lind gegen Sportverein FC Dölsach lange dagegen, stand zur Pause noch bei 0:0 und musste sich am Ende doch mit 0:2 geschlagen geben. Trainer Ibel Alempic sah vor allem eine Standardsituation als Wendepunkt, weil seine Mannschaft aus seiner Sicht defensiv vieles richtig machte, sich für den Aufwand aber vorne nicht belohnen konnte.

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Der Plan der Linder war von Beginn an klar. Alempic hatte erwartet, dass Dölsach technisch Vorteile mitbringen würde, und stellte seine Mannschaft genau darauf ein. "Wir haben versucht, die Räume engzumachen. Das haben wir ziemlich gut im Griff gehabt", sagte der Trainer. Vor allem die langen Bälle auf Philipp Straganz und Thomas Zraunig wollte Lind wegverteidigen, dazu im Mittelfeld bissig sein und den Gegner gar nicht erst sauber ins Spiel kommen lassen. Dieses Vorhaben ging über weite Strecken auf. Zur Pause stand es 0:0, und auch offensiv gab es für die Gastgeber ihre Momente. Julian Anether kam in der ersten Hälfte zu zwei Möglichkeiten, doch im Abschluss fehlte die letzte Genauigkeit. So blieb es bei einem Spiel, in dem Lind viel arbeitete und wenig zuließ, sich für diesen Aufwand aber noch nicht belohnen konnte.
Nach dem Seitenwechsel änderte Lind die Höhe im Pressing. "In der zweiten Halbzeit haben wir früh attackiert, dann hat der Gegner noch weniger vom Spiel gehabt", schilderte Alempic. Aus seiner Sicht blieb Dölsach in dieser Phase vor allem bei Standards und einzelnen Vorstößen über die Flügel gefährlich, aus dem laufenden Spiel aber nicht dauerhaft zwingend. Genau deshalb ärgerte ihn die Szene in der 75. Minute besonders. Ein Freistoß von der Seite führte zum 0:1, Pascal Obergantschnig verwertete per Kopf. "Der Knackpunkt war sicher diese Standardsituation. Wir haben ziemlich gut mitgehalten, läuferisch sehr stark gearbeitet und die Räume eng gemacht", sagte Alempic. Beim Verteidigen des ruhenden Balls habe es in der Zuordnung ein Missverständnis gegeben, weil ein Teil der Abwehr auf Manndeckung und ein anderer auf Abseits spielte.
Mit dem Rückstand war die Partie für Lind noch längst nicht verloren, denn die Chancen auf den Ausgleich waren da. Alempic verwies erneut auf Julian Anether, der nach dem 0:1 zwei gute Gelegenheiten bekam, den Ball aber nicht entscheidend unter Kontrolle brachte. Dazu kam nach einem Eckball noch eine große Möglichkeit für Andreas Pratljacic, dessen Kopfball aus kurzer Distanz beim Tormann landete. "Offensiv hätten wir die eine oder andere Situation besser lösen können", sagte der Trainer und sprach damit jenen Punkt an, der seine Mannschaft an diesem Nachmittag vom möglichen Erfolgserlebnis trennte. Dass einige Offensivkräfte fehlen, wollte er nicht als Ausrede verwenden, erwähnte die personelle Lage aber dennoch. In der Nachspielzeit machte Dölsach dann alles klar: Nach einem Konter traf Thomas Zraunig in der 94. Minute zum 0:2, nachdem Lind bei einem eigenen Eckball alles nach vorne geworfen hatte.
Trotz der nächsten Niederlage wollte Alempic seiner Mannschaft nichts ankreiden. Im Gegenteil: Der Trainer hob die defensive Arbeit, die Laufbereitschaft und die Energie seiner Elf ausdrücklich hervor. "Ich habe keine Vorwürfe an die Mannschaft. Defensiv haben wir sehr gut gestanden, im Mittelfeld waren wir aggressiv, und die Laufbereitschaft war da", sagte er. Auch mit Blick auf die zuletzt schwierige Phase und weitere Ausfälle will man in Lind nicht auseinanderfallen. "Die Mannschaft ist zusammen und bleibt zusammen. Wir geben den Kampf nicht auf und werden bis zum Ende alles geben", betonte Alempic. Nach einem Spiel, das lange offen war und erst über eine Standardsituation in die eine Richtung kippte, bleibt bei den Lindern damit zwar wieder kein Punkt, wohl aber die Überzeugung, dass der Weg über Geschlossenheit und Disziplin weiterführen soll.