In der 25. Runde der 1. Klasse Nord holte der SV GG Haringsee gegen den SC mapo Marchegg einen 2:1-Heimsieg nach 0:1-Pausenstand. Marcheggs Trainer Horst Winkler sah sein Team lange vorne, haderte aber mit der Roten in Minute 60 als Knackpunkt. „Wir waren in der ersten Hälfte besser, haben uns aber nicht belohnt“, sagte er. Haringsee drehte die Partie spät und holte wichtige Zähler, während Marchegg eine starke erste Hälfte nicht veredeln konnte.
Marchegg erwischte den besseren Start, war im ersten Durchgang das aktivere Team und ging verdient in Führung. Nach einer scharfen Hereingabe lenkte Haringsees Daniel Egger den Ball unglücklich ins eigene Tor – das 0:1 in der 26. Minute. „Wir waren in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft und sind verdient 1:0 in Führung gegangen“, erklärte Horst Winkler. Chancen für ein zweites Tor waren da, sie blieben aber ungenützt. Zur Pause stand es 0:1, das Spiel wirkte unter Kontrolle – bis in Minute 60 die Szene kam, die alles kippte: Marcheggs Tomas Gregor sah Rot. „Spielentscheidend war die rote Karte“, so Winkler deutlich.
Kaum in Unterzahl, kassierten die Gäste den Ausgleich: In der 61. Minute traf Adam Yilmaz ins eigene Netz – 1:1. „Ab dem Zeitpunkt war Haringsee ein bisserl besser“, ordnete Winkler ein. Seine Mannschaft verteidigte trotzdem lange stabil, suchte Entlastung, doch die Kräfteverhältnisse hatten sich verschoben. Fünf Minuten vor Schluss fiel die Entscheidung: Ein hoher Ball segelte in den Marchegger Strafraum, Noah Batinic schob für Haringsee zum 2:1 ein (85.). Winklers nüchterner Blick auf die Szene spricht Bände: „Das kann man klären. Wir haben diesen hohen Ball schlecht eingeschätzt – 2:1, leider.“ Die Schlussoffensive kam zu spät.
Nach dem Spiel blieb der Marchegg-Coach bei seiner Linie. „Wir waren nicht effizient genug. Wir haben unsere Chancen nicht fertig gespielt“, sagte Winkler und blieb auch beim Gegner-Resümee klar: „Ich finde, sie haben gar nichts besser gemacht. Sie waren ein bisschen glücklicher – und sie mussten gewinnen.“ Zur Roten zeigte er Verständnis ohne zu polarisieren: „Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung. Die Rote muss man vielleicht nicht geben, mit Gelb wär’s auch getan gewesen.“ In der Tabelle liegt Marchegg mit 29 Punkten im unteren Mittelfeld, Haringsee hat 26. Für das Saisonfinale zu Hause richtet sich der Blick nach vorne: „Jetzt kommt ein sehr starker Gegner. Es wird schwer genug, aber wir werden alles versuchen.“