Spielberichte

Thiemo Tiefenbacher (SV Droß, Obmann-Stv.): 'Der Gegentreffer vor der Pause war wieder der Knackpunkt'

SV Droß
SV Hollenburg

In der 1. Klasse Nordwest-Mitte holte der SV Droß gegen den SV Hollenburg ein 1:1. Nach starker Anfangsphase und der Führung durch Patrick Klaffl sah es lange nach einem Heimsieg aus, ehe kurz vor der Pause der Ausgleich fiel. Für Obmann-Stellvertreter Thiemo Tiefenbacher bleibt vor allem dieser Moment hängen: „Der Gegentreffer vor der Pause war wieder der Knackpunkt. Wir sind gefühlt bis jetzt in jedem Spiel der Saison in Führung gegangen. Wir schaffen es aber durch grobe Eigenfehler nicht, eine Führung zu halten.“ Droß gefiel in Halbzeit eins, brachte aber nach dem Seitenwechsel zu wenig Durchschlagskraft auf den Platz und musste sich am Ende mit einem Zähler begnügen.

Fußballspieler in grünem Trikot mit einer Grätsche

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Starker Start, dann der Ausgleich im falschen Moment

Droß kam gut rein, suchte früh den Weg nach vorne und setzte Hollenburg unter Druck. „Wir hatten eine gute Anfangsphase, wie so oft“, sagte Thiemo Tiefenbacher rückblickend. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten: In Minute 18 traf Patrick Klaffl zum 1:0 und gab der Partie die Richtung, die sich die Hausherren erhofft hatten. Doch das Polster hielt nicht bis in die Kabine. Praktisch mit dem Pausenpfiff stellte Rene Stockinger auf 1:1 (45.) – ein Treffer, der beim Gastgeber spürbar Wirkung zeigte. „Der Gegentreffer kurz vor der Pause war wieder der Knackpunkt“, so Tiefenbacher, der damit ein Muster der bisherigen Saison anspricht: starke Phasen, aber ein Nadelstich zur Unzeit, der den gesamten Plan ins Wanken bringt. Mit dem Remis ging es in die Halbzeit, das Momentum lag nun eher beim Gast.

„Die erste Halbzeit hat gepasst“ – danach fehlte der Punch

Inhaltlich wollte Tiefenbacher das Positive nicht kleinreden. „Die erste Halbzeit hat gepasst“, betonte er, denn sein Team hatte in dieser Phase mehr vom Spiel. Nach dem Seitenwechsel fehlte jedoch der letzte Zug zum Tor. „Uns fehlt die Qualität, um in den entscheidenden Situationen von der Bank aus nachlegen zu können“, erklärte der Obmann-Stellvertreter. Genau das zeigte sich an diesem Tag: Droß arbeitete, suchte Lösungen, fand aber zu selten klare Abschlüsse. Interessant war auch seine Einschätzung zum Gegner: „Hollenburg hätte ich weitaus stärker eingeschätzt. Keine Ahnung, wo die die ganzen Punkte gesammelt haben.“ Der Respekt war da, die ganz große Überlegenheit des Neunten der Tabelle blieb aus – umso ärgerlicher, dass sich Droß für den Aufwand nicht mit dem zweiten Treffer belohnte. So blieb es beim 1:1, obwohl die Ausgangslage zum Pausenpfiff noch eine andere Hoffnung geweckt hatte.

Ärger über eine strittige Szene und fehlende Linie

Diskussionsstoff lieferte aus Droßer Sicht vor allem eine Szene, die den Blutdruck auf der Heimseite ansteigen ließ. Tiefenbacher schilderte sie deutlich: „Das war für mich eine klare Tätlichkeit, die nur mit Gelb geahndet wurde.“ Kapitän Alexander Weber-Grafinger wurde von einem Hollenburger Spieler brutal im Gesicht getroffen. Solche Momente prägen die Stimmung auf und neben dem Platz, vor allem, wenn das Ergebnis eng ist und jede Entscheidung Gewicht hat. Grundsätzlich war er mit der Spielleitung unzufrieden: „Aus meiner Sicht war keine klare Linie zu erkennen.“ Für Droß blieb die Szene damit ein Ärgernis, denn in engen Partien kippen Spiele manchmal an genau solchen Punkten – diesmal nicht mehr zu ihren Gunsten.

Punkt mit Beigeschmack – und der Blick auf die Tabelle

Unterm Strich steht ein 1:1, das gemischte Gefühle auslöst. Die starke erste halbe Stunde, das 1:0 durch Patrick Klaffl und ein Gegner, der „weitaus stärker“ erwartet worden war – all das hätte die Basis für drei Punkte sein können. Stattdessen nahm Hollenburg durch Rene Stockinger noch vor der Pause den Wind aus den Droßer Segeln. Die Botschaft aus diesem Spiel: Auftakt und Organisation passen, doch im letzten Drittel braucht es mehr Konsequenz. Gelingt dort der nächste Schritt, können solche Tage wieder zum Dreier werden – nicht nur zum „Punkt mit Beigeschmack“.

1. Klasse Nordwest-Mitte: SV Droß : Hollenburg - 1:1 (1:1)

  • 45
    Rene Stockinger 1:1
  • 18
    Patrick Klaffl 1:0