Der 1. Klasse Nordwest-Mitte-Vierte SC Getzersdorf blickt mit einem guten Gefühl auf das vergangene halbe Jahr zurück. Trainer Mario Pemmer spricht nach Rang vier und 47 Punkten von einer zufriedenstellenden Entwicklung, legt den Finger aber auch auf offene Themen. Vor allem in der Offensive und bei der Entwicklung der jungen Spieler sieht er noch Luft nach oben. Dazu kommt mit einer neuen Kooperation bereits die nächste große Veränderung.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Dass Pemmer mit der Entwicklung zufrieden ist, lässt sich auch am Saisonverlauf gut ablesen. SC Getzersdorf hat die Meisterschaft auf Rang vier beendet und sich über weite Strecken in der Spitzengruppe gehalten. Zwischen Runde 12 und Runde 17 hielt sich die Mannschaft durchgehend in den Top drei und stand dabei fünfmal auf Platz zwei, ehe es im Finish noch etwas nach hinten ging. Auch die letzten fünf Spiele zeigen dieses Bild ganz gut: ein 3:2 bei USC Ruppersthal, ein 3:1 bei SV Droß, dazu Niederlagen gegen SC Mautern und SC Sitzenberg/R. und zum Abschluss ein 2:2 gegen SV Rust. Es war also keine makellose Phase, aber eine, in der SC Getzersdorf klar zu den besseren Mannschaften der Liga gehörte. Wenn Pemmer sagt: „Wir sind mit dem letzten halben Jahr sehr zufrieden, sehen aber trotzdem noch weiterhin Potenzial“, dann passt das genau zu dieser Saison. Die Basis stimmt, ganz nach vorne hat es aber noch nicht gereicht.
Gerade in der Analyse der eigenen Mannschaft wurde der Trainer sehr konkret. Er beließ es nicht bei einem allgemeinen Lob, sondern sprach die Punkte an, an denen weiter gearbeitet werden soll. „Vor allem in der Offensive und in der Entwicklung unserer jungen Spieler“ sieht Pemmer noch Reserven. Das ist eine klare Ansage für die nächsten Monate, weil damit zwei wichtige Bereiche auf dem Tisch liegen. Einerseits geht es darum, im letzten Drittel noch gefährlicher und konsequenter zu werden, andererseits will der Verein den nächsten Schritt bei den jungen Spielern schaffen. Auffällig ist dabei auch, dass Pemmer keinen einzelnen Akteur herausheben wollte. Auf die Frage nach Spielern, die besonders aufgefallen sind, sagte er: „Die Spieler haben alle gemeinsam als Team performt.“ Genau dieses Bild zieht sich durch seine Aussagen. Der Trainer sieht eine Mannschaft, die sich als Kollektiv gut präsentiert hat, die ihren Weg aber noch nicht zu Ende gegangen ist.
Im Kader selbst hält sich die Veränderung derzeit noch in Grenzen. Fixe Neuzugänge gibt es laut Pemmer noch nicht, auf die entsprechende Frage fiel seine Antwort knapp, aber eindeutig aus: „Noch keine Spieler fixiert.“ Auf der Abgangsseite stehen bisher zwei Namen. Marcel Haslinger hat seine Karriere beendet. Dazu steht David Vogt nicht mehr zur Verfügung. Viel mehr Bewegung gibt es aktuell also nicht, was auch dafür spricht, dass SC Getzersdorf auf Kontinuität setzt. Ein weiterer Punkt, der im Sommer nie unwichtig ist: personelle Sorgen durch Verletzungen gibt es nach derzeitigem Stand nicht. „Alle Spieler sind fit“, sagte Pemmer. Für die Vorbereitung ist das natürlich eine gute Ausgangslage, weil der Trainer damit ohne größere Einschränkungen arbeiten kann und die Gruppe von Beginn an komplett zur Verfügung steht.
Die größte Neuigkeit betrifft ohnehin nicht die Kabine, sondern das Vereinsumfeld. Pemmer kündigte eine Kooperation an, die den Klub in die nächste Saison begleitet und auch nach außen sofort sichtbar sein wird. „Die große Neuerung ist, dass wir mit dem Regionalligisten Krems SC eine Kooperation eingegangen sind und wir dadurch in die nächste Saison unter dem Namen SC Krems Getzersdorf in die Meisterschaft starten werden“, erklärte der Trainer. Damit steht fest, dass sich bei SC Getzersdorf im Sommer nicht nur sportlich, sondern auch strukturell etwas verändert. Für Pemmer ist die Richtung trotzdem klar: auf dem guten letzten halben Jahr aufbauen, die Offensive verbessern und die jungen Spieler weiterbringen. Dass er den Meister USV Atzenbrugg/H. als besonders beeindruckend nennt, zeigt dabei auch, wo die Messlatte in dieser Liga liegt. SC Getzersdorf hat sich eine gute Ausgangsposition erarbeitet, weiß aber genau, was nötig ist, um noch näher an die Spitze heranzurücken.