In der 1. Klasse Nordwest-Mitte hat USC Ruppersthal am Sonntag beim SC Sitzenberg-Reidling mit 2:1 gewonnen und damit drei Punkte mitgenommen, die Trainer Ewald Jenisch sehr ehrlich einordnete. Der Coach sprach von einem intensiven Spiel, in dem seine Mannschaft lange reagieren musste, sich aber mit Disziplin, Laufarbeit und zwei sauber gesetzten Nadelstichen durchsetzte. "Nicht unbedingt die bessere Mannschaft hat gewonnen", sagte Jenisch.

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Die Partie hatte sofort Tempo, und sie brachte auch früh die ersten Tore. Ruppersthal ging bereits in der 7. Minute in Führung, nachdem Tobias Eggenfellner über links durchkam, scharf zur Mitte spielte und Michael Weizmann verwertete. Jenisch sprach von einer "super Aktion" und genau so sah er auch den Start seiner Mannschaft. Lange hielt der Vorsprung aber nicht. Nur drei Minuten später kam Sitzenberg zum 1:1, als Adam Beno nach einer nicht geklärten Situation aus rund 15 bis 16 Metern in die lange Ecke traf. Mit dem 1:1 ging es in die Pause, ehe Artan Selimi in der 73. Minute den entscheidenden Treffer nachlegte. Für Jenisch war dieses 2:1 mehr als nur ein Tor, weil es mitten in eine starke Phase der Gastgeber fiel. "Da haben wir den Rhythmus des Gegners ein bissl gebrochen", sagte der Ruppersthal-Coach.
Gerade diese Phase erklärte für Jenisch auch, warum der Auswärtssieg am Ende so wertvoll war. Er verhehlte gar nicht, dass Sitzenberg über weite Strecken mehr vom Spiel hatte. "Der Gegner hat viel mehr Spielanteile gehabt, war technisch gut und uns im Offensivspiel überlegen", sagte er. Ruppersthal war deshalb oft zum Reagieren gezwungen, hielt aber mit Einsatz und Disziplin dagegen. Vor allem bei der großen Hitze sei das keine Selbstverständlichkeit gewesen. Jenisch hob die "Riesenlaufarbeit" und die "riesige kämpferische Leistung" seiner Mannschaft hervor und meinte, dass genau diese Tugenden an so einem Tag den Unterschied gemacht hätten. Weil Sitzenberg im Verlauf der zweiten Hälfte etwas nachließ, bekam Ruppersthal mehr Zugriff und konnte das Spiel, wie es der Trainer ausdrückte, "immer mehr kontrollieren".
Bemerkenswert war dabei die Offenheit, mit der der Gäste-Trainer den Gegner einordnete. Jenisch nannte Sitzenberg "eine ganz, ganz tolle Fußballmannschaft" und sprach sogar davon, seit dem Vorjahr kaum stärkere Teams erlebt zu haben. Er lobte die Gastgeber für ihren offensiven Ansatz, ihre körperliche Robustheit und ihre Konsequenz gegen den Ball. Einen kleinen Ansatzpunkt sah er lediglich in der Rückwärtsbewegung, wenn Räume nicht sofort zugestellt würden. Genau dort setzte Ruppersthal mit seinen wenigen Möglichkeiten an. "Wir haben aus unseren wenigen Möglichkeiten das Optimum herausgeholt", sagte Jenisch. Deshalb fiel sein Fazit trotz des Sieges fast demütig aus: "Ein Punkt für den Gegner wäre sicherlich auch gerecht gewesen." Gerade dadurch wirkte seine Einordnung glaubwürdig und erklärte gut, warum dieser Erfolg für Ruppersthal eher über Disziplin als über spielerische Überlegenheit kam.
Ruhig blieb die Partie bis zum Ende trotzdem nicht. Jenisch schilderte eine sehr harte, zweikampfbetonte Schlussphase, in der die Emotionen noch einmal hochgingen. In der Nachspielzeit sah Julian Schuller bei Ruppersthal die Rote Karte, und auch abseits davon sprach der Trainer von hitzigen Duellen direkt vor seiner Bank. Dabei nahm er sich selbst nicht aus der Verantwortung. "Das war von meiner Seite nicht in Ordnung", sagte Jenisch und entschuldigte sich dafür, dass er sich auf Wortgefechte eingelassen habe. Gleichzeitig stellte er der Schiedsrichterin ein gutes Zeugnis aus: "Sie hat das wirklich sehr gut gemacht." Für Ruppersthal bleiben damit nicht nur drei Punkte, sondern auch sieben Zähler aus den ersten drei Runden und Rang vier in der Tabelle. Jenisch sieht seine Mannschaft vor allem deshalb auf einem guten Weg, weil sie "wenig zulässt" und schwer zu schlagen ist, wenn sie diese Lauf- und Kampfarbeit auf den Platz bringt.