In der 1. Klasse Nordwest-Mitte hat USC Ruppersthal das Derby gegen SV Heldenberg nach frühem Rückstand noch mit 2:1 gewonnen. Trainer Ewald Jenisch sah vor allem den Glauben seiner Mannschaft als Unterschied: Seine Elf ließ sich vom 0:1 in der 6. Minute nicht aus dem Konzept bringen, steigerte sich im Lauf der Partie und belohnte sich in der Schlussphase durch Michael Weizmann und Andreas Wimmer.

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Für Ruppersthal begann der Nachmittag alles andere als ideal. Schon in der 6. Minute brachte Marco Senger die Gäste mit 1:0 in Führung, und Jenisch machte nach der Partie keinen Hehl daraus, dass dieser Start den eigenen Plan zunächst erschwerte. "Wir haben in der fünften, sechsten Minute ein unglückliches Gegentor bekommen. Das war natürlich nicht förderlich für das, was wir vorhatten", sagte der Trainer. Entscheidend war für ihn aber die Reaktion seiner Mannschaft. Ruppersthal blieb ruhig, hielt an der eigenen Linie fest und arbeitete sich zunehmend besser in die Partie. "Die Mannschaft hat das super weggesteckt, weitergemacht und an unserem Matchplan festgehalten", sagte Jenisch. Nach seiner Einschätzung hatte sein Team im weiteren Verlauf der ersten Hälfte immer mehr vom Spiel, wurde mit jeder Minute sicherer und übernahm Schritt für Schritt die Kontrolle, auch wenn es bis zur Pause noch beim 0:1 blieb.
Auch nach dem Seitenwechsel sah der Trainer seine Mannschaft klar auf Kurs. "Wir haben in der Pause noch einmal nachgeschärft", erklärte Jenisch, der mit dem Auftreten seiner Elf in dieser Phase besonders zufrieden war. Ruppersthal ließ nach seiner Sicht fast nichts mehr zu und blieb am Drücker. In der Schlussphase ging der USC noch offensiver vor, weil man sich mit dem Rückstand nicht zufriedengeben wollte. Der Ausgleich fiel dann in der 73. Minute: Michael Weizmann vollendete zum 1:1. Jenisch beschrieb die Szene so: "Wir haben über die linke Seite gut durchgespielt, der Ball ist gut gekommen und Weizmann ist stark eingelaufen." Danach stellte sich für Ruppersthal nicht die Frage, ob der Punkt reichen würde, sondern ob noch mehr möglich sei. In der 84. Minute war es dann Andreas Wimmer, der nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum das 2:1 erzielte. "Der Ball ist frei liegen geblieben, und Andi hat ihn aus sechs, acht Metern schön ins lange Eck gesetzt", schilderte Jenisch den Siegtreffer.
Den Unterschied machte für den Ruppersthal-Coach nicht ein einzelner Spielzug aus, sondern die Haltung seiner Mannschaft. "Der entscheidende Unterschied war, dass wir an uns geglaubt haben", sagte Jenisch. Gerade weil sein Team in dieser Saison einen Rückstand bisher noch nicht gedreht hatte, maß er diesem Sieg besondere Bedeutung bei. Er sprach von einer starken mentalen Leistung, aber auch von taktischer Disziplin und körperlicher Präsenz über die volle Distanz. "Wir haben die Räume des Gegners nach den ersten zehn, fünfzehn Minuten sehr gut geschlossen und immer mehr Zugriff bekommen", sagte der Trainer. Gleichzeitig hob er hervor, dass Heldenberg Ruppersthal sehr viel abverlangte. Die Gäste seien gut vorbereitet gewesen, hätten Tobias Eggenfellner vorne eng markiert, tief verteidigt und in der Anfangsphase immer wieder Nadelstiche gesetzt. "Sie haben alles reingeworfen und uns das Spiel sehr, sehr schwer gemacht", so Jenisch, der deshalb auch von einem Spiel auf Augenhöhe sprach.
So emotional das Derby auf dem Platz auch gewesen sein mag, Jenisch legte Wert darauf, dass die Partie trotz aller Intensität fair blieb. "Es war ein richtiges Derby, Kampf und Tempo waren dabei, aber trotzdem war es sehr fair", sagte er. Auch den Unparteiischen nahm der Ruppersthal-Trainer ausdrücklich in Schutz. Gerade bei einer intensiven Begegnung gebe es immer Diskussionen, insgesamt habe der Schiedsrichter das Spiel aber "sehr, sehr gut geleitet". Für Ruppersthal war dieser späte 2:1-Erfolg mehr als nur ein Derby-Sieg, weil er auch die bisherige Richtung in der Saison bestätigt. Nach vier Runden steht der USC mit zehn Punkten an der Tabellenspitze, Heldenberg hält bei sieben Zählern. Jenisch wollte daraus trotzdem keine großen Schlüsse ziehen. "Die Liga ist sehr ausgeglichen, da kann jeder gegen jeden gewinnen und verlieren", sagte er. Gerade deshalb wertete er den Sieg als wichtiges Zeichen dafür, dass seine Mannschaft auch in engen Spielen bis zum Schluss dranbleibt.