Spielberichte

USV Leitzersdorf-Trainer Martin Haselmayr: „Ergebnis ist gerecht“ – Obritz eiskalt beim 0:2

Obritz / Hadres-M.
USV Leitzersdorf

Im Duell der 1. Klasse Nordwest zwischen Obritz / Hadres-M. und USV Leitzersdorf ordnete Trainer Martin Haselmayr das 0:2 nüchtern ein: energischer Start, dann ein Knick, zu wenig Lösungen und eine bittere Standardszene. Er akzeptierte das Ergebnis, lobte die Effizienz des Gegners und sieht die anstehende Pause als Chance, zahlreiche Ausfälle zu kompensieren und die eigene Offensive – nach einem Spiel ohne gelernten Stürmer – wieder zu schärfen.

Torwart greift zur Trinkflasche

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Guter Beginn, Führung der Hausherren als Wendepunkt

Leitzersdorf startete mit viel Kontrolle und Präsenz. Haselmayr schilderte, sein Team habe in den ersten 20 Minuten „den Gegner dominiert“, blieb aber ohne Ertrag, obwohl sich ein, zwei Möglichkeiten boten, mit 1:0 in Führung zu gehen. In diese Phase hinein kippte die Partie: In der 30. Minute stellte Elias Höllmüller auf 0:1 – für Leitzersdorf ein Wirkungstreffer, der spürbare Verunsicherung auslöste. Nach dem Rückstand gelang es den Gästen nicht mehr, an die Zielstrebigkeit des Anfangs anzuknüpfen oder den Schwung der Vorwoche zu bestätigen. Zur Pause stand es 0:1, und auch nach dem Seitenwechsel fanden die Leitzersdorfer nur selten den Weg in gefährliche Räume. Haselmayr bilanzierte, sein Team habe im gesamten Match nur zwei Torchancen gehabt – deutlich zu wenig, um das Spiel zu gewinnen. 

Viel Ballbesitz, zu wenig Lösungen – Chancenarmut prägt den Auftritt

Im Rückblick hob der Coach den auffälligen Kontrast zwischen Spielkontrolle und Durchschlagskraft hervor. Nach seiner Wahrnehmung lag der Ballbesitz bei 60 bis 65 Prozent, blieb aber ohne Wirkung. „Ballbesitz ist grundsätzlich im heutigen Fußball irrelevant“, stellte Haselmayr klar, denn entscheidend sei, was man mit dem Ball mache – genau dort fehlten diesmal Tempo, Präzision und Ideen. In Hälfte eins sprang lediglich ein abgefälschter Schuss knapp neben das Tor heraus. Nach der Pause kam Leitzersdorf der Ausgleichssituation am nächsten, als Ivan Bosnjak scharf querlegte und sein Mitspieler um Zentimeter zu spät kam. Insgesamt attestierte Haselmayr dem Gegner die bessere Effizienz: Obritz nutzte wenige Möglichkeiten eiskalt und münzte sie in Treffer um. Den eigenen Auftritt sah er auch vor dem Hintergrund personeller Engpässe kritisch: sechs Stammkräfte fielen aus, und Leitzersdorf trat ohne gelernten Stürmer an – dennoch, so der Tenor, hätte das Team offensiv entschlossener agieren müssen.

Standards als Schwachstelle, strittiger Pfiff – und eine willkommene Pause

Prägend war eine Standardszene nach dem Seitenwechsel: Bei Stand von 0:1 führte Leitzersdorf einen eigenen Corner aus, verlor in der Folge den Ball und lief in einen Außenkonter – Stefan Ruhdorfer schloss in der 55. Minute zum 0:2 ab. Solche Momente haben sich zuletzt gehäuft; schon vor Kurzem resultierte nach einem eigenen Eckball ein Konter, der im Elfmeter gegen Leitzersdorf mündete. Neben der Standardproblematik blieb eine heikle Situation aus der Anfangsphase hängen: Beim Stand von 0:0 drang Bosnjak in Richtung Strafraum, fühlte sich gefoult, erhielt jedoch Gelb wegen Schwalbe; der Unparteiische soll einem Leitzersdorfer mitgegeben haben, es sei „für einen Elfmeter zu wenig“ gewesen. Abseits davon bewertete Haselmayr die Partie als sehr fair, ohne Gehässigkeiten oder überharte Zweikämpfe. Mit Blick nach vorne ist die Erleichterung über eine kurze Atempause spürbar: "Wir sind jetzt mal spielfrei. Das ist einmal gut für uns, weil wir haben sehr viele Ausfälle.“ In zwei Wochen soll es wieder besser laufen – mit aufgearbeiteten Standards, mehr Konsequenz im letzten Drittel und einem wieder breiteren Kader.

1. Klasse Nordwest: Obritz / Hadres-M. : Leitzersdorf - 2:0 (1:0)

  • 55
    Stefan Ruhdorfer 2:0
  • 30
    Elias Höllmüller 1:0