Spielberichte

„Wir haben unsere Leistung über 90 Minuten vermissen lassen“ – USV Niederleis hadert mit spätem 2:3

USV Niederleis
ÖTSU Großmugl

In der 1. Klasse Nordwest ist der Saisonauftakt für USV Niederleis missglückt. Gegen ÖTSU Großmugl setzte es trotz zweier Comebacks eine bittere 2:3-Heimniederlage. Trainer Markus Wolf sprach danach von einem enttäuschenden Auftritt und fand klare Worte: „Wir haben unsere Leistung, die wir in der Mannschaft haben, über 90 Minuten vermissen lassen.“ Vor allem in den Zweikämpfen und im Passspiel sah er sein Team deutlich unter den eigenen Möglichkeiten.

Fußballtor

Foto von Mike Robinson auf Unsplash

Verdiente Gästeführung kurz vor der Pause

Der Abend lief aus Sicht von USV Niederleis von Anfang an nicht so, wie es sich die Gastgeber nach einer aus ihrer Sicht guten Vorbereitung vorgenommen hatten. Wolf machte keinen Hehl daraus, dass der Auftakt enttäuschend war, weil seine Mannschaft nie den richtigen Zugriff bekam. „Wir sind nie richtig hundertprozentig ins Spiel reingekommen“, sagte der Trainer, und genau das zeigte sich schon in der ersten Halbzeit. ÖTSU Großmugl war präsenter, störte früh und ließ hinten wenig zu. Kurz vor dem Pausenpfiff fiel dann auch das 0:1: Mario Majstorovic traf in Minute 45 für die Gäste. Wolf ordnete diese Führung als verdient ein und verwies darauf, dass Niederleis zu diesem Zeitpunkt schon viele Zweikämpfe verloren und zu viele ungenaue Aktionen im Spiel gehabt hatte.

Ausgleich, Rückschlag, Ausgleich und doch kein Punkt

Nach der Pause blieb USV Niederleis zunächst weiter auf der Suche nach dem eigenen Rhythmus, kam aber in der Schlussphase noch einmal zurück. In Minute 74 gelang Frantisek Lörinczi der Ausgleich zum 1:1. Lange hielt dieser Zwischenstand allerdings nicht, denn in Minute 86 stellte Nikola Ziric auf 1:2. Wolf sah seine Mannschaft in dieser Szene nicht konzentriert genug. Trotzdem kam die Heimelf noch einmal zurück: Christoph Klapka traf in Minute 89 zum 2:2. Gerade deshalb tat das Ende besonders weh, denn in der Nachspielzeit machte Marko Dzambas noch das 2:3 für ÖTSU Großmugl.

Wolf vermisst Zweikämpfe, Genauigkeit und Druck nach vorne

In seiner Analyse wurde Markus Wolf sehr deutlich. „Der Knackpunkt war, dass wir sehr viele Zweikämpfe verloren haben, Fehlpässe gemacht haben, zu ungenau und zu unkonzentriert waren“, sagte der Trainer. Für ihn war das nicht nur ein Problem in einzelnen Phasen, sondern über weite Strecken des Spiels. Besonders ärgerlich war aus seiner Sicht, dass vieles von dem, was USV Niederleis eigentlich ausmachen soll, gar nicht zu sehen war. „Wir haben uns unser Pressing so vorgestellt, dass wir dem Gegner gar keinen Raum lassen. Aber genau so sind wir nicht reingestartet“, erklärte Wolf. Statt selbst Druck aufzubauen, ließ sich Niederleis nach seiner Einschätzung immer wieder stören. Dazu kam, dass nach vorne zu wenig gelang. Wolf sagte offen, seine Mannschaft sei „vorne zu harmlos“ gewesen, habe bis zur Pause kaum brauchbare Abschlüsse gehabt und auch über die Außenbahnen viel zu wenig Gefahr erzeugt.

Großmugl war bissiger, Niederleis will die Lehren schnell ziehen

Dass der Sieg der Gäste aus Sicht des Niederleis-Trainers nicht unverdient war, sprach Wolf ebenfalls klar an. „Großmugl hat gekämpft, gekrackert und war immer um den Tick schneller und cleverer“, sagte er. Dazu passte auch seine Einschätzung, dass ÖTSU Großmugl „hinten nichts anbrennen ließ“, immer wieder mit einfachen Mitteln nach vorne spielte und seine Mannschaft zu Fehlern zwang. Trotz des Ärgers über das späte Gegentor wollte Wolf die Niederlage nicht an anderen Dingen festmachen. „Wir haben nicht wegen dem Schiedsrichter verloren, trotz einiger fragwürdiger Entscheidungen. Viel wichtiger war ihm der Blick auf die eigene Mannschaft. Viel Positives konnte er dem Auftritt zwar nicht abgewinnen, nur die Reaktion in der Schlussphase und der späte Ausgleich zeigten zumindest noch einmal Leben. Für die nächsten Wochen ist die Richtung für ihn dennoch eindeutig: „Es ist das erste Match, wir haben noch eine ganze Saison vor uns. Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen weiterarbeiten, aus den Fehlern lernen und es nächste Woche besser machen.“

1. Klasse Nordwest: Niederleis : Großmugl - 2:3 (0:1)

  • 91
    Marko Dzambas 2:3
  • 89
    Christoph Klapka 2:2
  • 86
    Nikola Ziric 1:2
  • 74
    Frantisek Lörinczi 1:1
  • 45
    Mario Majstorovic 0:1