In der 1. Klasse Nordwest hat USV Niederleis am Sonntag gegen UFC Wildendürnbach mit 4:2 gewonnen und sich damit nach der Niederlage zum Auftakt die ersten Punkte geholt. Trainer Markus Wolf sprach nach dem Spiel von einem schwierigen Vorfeld mit vielen Ausfällen, lobte aber die Reaktion seiner Mannschaft nach dem Rückstand: "Wir haben uns nicht beirren lassen" und nach einem kuriosen Gegentor die richtige Antwort gefunden.

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Für Markus Wolf begann die Geschichte dieses Spiels nicht erst mit dem Anpfiff, sondern schon in den Tagen davor. Der Trainer schilderte eine Woche, in der es wegen vieler kranker und verletzter Spieler vor allem darum gegangen sei, überhaupt eine Mannschaft auf den Platz zu bringen. Dazu kam, dass Niederleis nach der Auftaktniederlage einiges umstellte und bewusst sicherer spielen wollte. "Dafür, dass wir komplett anders gespielt haben als in der ganzen Vorbereitung, war es bis zum 0:1 eine okaye Leistung", sagte Wolf. Der Rückstand in der 22. Minute, der offiziell Simon Simecek zugeschrieben wurde, fiel dann allerdings auf eine Art, die den Trainer sichtbar ärgerte. Er sprach von einem weiten Abschlag des gegnerischen Tormanns, einer schlechten Absprache in der eigenen Hintermannschaft und einem Ball, der am Ende ins Tor rollte. "Es war ein sehr kurioses Tor. Das darf natürlich absolut nicht passieren", brachte es Wolf auf den Punkt.
Entscheidend war aus Sicht des Trainers, dass seine Mannschaft an diesem Fehler nicht zerbrochen ist. "Die Reaktion war exzellent", sagte Wolf, auch wenn es nach dem 0:1 einen kurzen Moment brauchte, bis seine Elf wieder richtig im Spiel war. Danach wurde Niederleis aber vor dem Tor sehr klar und nutzte die Möglichkeiten konsequent. In der 34. Minute gelang Daniel Vogelsang nach einem Einwurf und einer Ablage das 1:1, Wolf sprach von einem Abschluss, den sein Spieler "wunderschön ins Eck" setzte. Noch wichtiger war dann das 2:1 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte: Nach einem Freistoß lupfte Vogelsang den Ball hinter die Abwehr, David Hofmann lief gut ein und traf zum 2:1-Pausenstand. Wolf freute sich besonders über diesen Treffer und sagte zugleich: "Wir waren sehr effizient. Aus vier, fünf oder sechs Torchancen haben wir vier Tore gemacht." Nach dem Seitenwechsel legte Niederleis sofort nach, als David Coker in der 50. Minute auf 3:1 stellte. Christoph Klapka erhöhte in der 75. Minute auf 4:1 und machte die Partie damit sehr deutlich, ehe Manuel Schütz in der 86. Minute nur noch auf 4:2 verkürzte.
Dass dieser Sieg für Wolf mehr war als nur ein normales 4:2, hing vor allem mit den Umständen zusammen. Der Trainer hob hervor, dass sich seine Mannschaft von den personellen Problemen nicht aus der Bahn werfen ließ und die Spieler, die diesmal zum Einsatz kamen, gemeinsam gekämpft hätten. Seine Botschaft vor dem Spiel sei gewesen, trotz all der Ausfälle den eigenen Charakter zu zeigen, und genau das habe er dann auch gesehen. Den Gegner erlebte Wolf als gewohnt unangenehm. Er wusste um die zwei Stürmer von UFC Wildendürnbach, sah diese aber "großteils gut im Griff". Gleichzeitig sprach er von einem harten Spiel mit vielen Fouls. Chancen hatte Wildendürnbach dennoch, darunter auch einen Ball an die Latte. Insgesamt kippte die Partie für Wolf aber deshalb in Richtung Niederleis, weil der Gegner im Aufbau zu viele Fehler machte und die Heimelf auf dem kleinen Platz daraus mehr Kapital schlug. Zur Leistung des Schiedsrichters meinte Wolf nur knapp, diese sei "völlig okay" gewesen, spielentscheidende Aufreger habe es aus seiner Sicht nicht gegeben. Unter dem Strich blieb für ihn deshalb eine klare Einordnung: "Insgesamt war es verdient, dass wir gewonnen haben." Für die nächsten Wochen hofft der Niederleis-Coach nun vor allem darauf, dass sich die Personalsituation entspannt und seine Mannschaft nicht weiter ständig umgebaut werden muss.