In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat USV Raika Dobersberg gegen SCU Renz Kottes nach einem 0:3 zur Pause noch ein 3:3 geholt. Trainer Klaus Doppler sprach danach von einem „sehr kuriosen Spiel“ mit zwei völlig verschiedenen Hälften. Weil Dobersberg vor der Pause kaum in die Zweikämpfe kam und erst nach dem Anschlusstreffer richtig Zugriff bekam, blieb am Ende ein Punkt, mit dem die Gastgeber nach diesem Verlauf gut leben konnten.

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Was Dobersberg in der ersten Halbzeit zeigte, gefiel dem eigenen Trainer überhaupt nicht. „In Hälfte eins waren wir überhaupt nicht im Spiel“, sagte Doppler sehr klar. Seine Mannschaft war zu weit weg von den Gegenspielern, verlor viele Zweikämpfe und leistete sich dazu zu viele Fehlpässe. Kottes nutzte das konsequent aus, spielte laut Doppler „zügig und relativ schnörkellos nach vorne“ und kam so immer wieder gefährlich vor das Tor. Schon in der 7. Minute stellte Dominik Rester auf 0:1, sieben Minuten später erhöhte Clemens Höllerschmid auf 0:2, und Stefan Mayerhofer legte zehn Minuten darauf das 0:3 nach. Für Dobersberg war das eine Halbzeit zum Vergessen. „Chancen von Dobersberg gab es in dieser Phase keine“, brachte es Doppler auf den Punkt. Gleichzeitig sparte er auch nicht mit Lob für den Gegner: Kottes sei in der ersten Stunde „total überlegen“ gewesen, defensiv sehr gut organisiert und mit viel Tempo im Umschalten aufgetreten. Besonders Rester habe mit seiner Dynamik immer wieder Probleme bereitet.
Auch nach dem Seitenwechsel sah es zunächst nicht nach einer Wende aus. Die ersten zehn bis 15 Minuten liefen laut Doppler noch ähnlich wie vor der Pause, Dobersberg fand also weiter keinen richtigen Zugriff. Dann aber kam jener Moment, den der Trainer später mehrfach als Schlüssel zum Comeback beschrieb. Nach einem Sololauf von Petr Cermak aus der eigenen Defensive heraus fiel in der 75. Minute der Anschlusstreffer durch Martin Klatil. Plötzlich war das Spiel wieder offen. „Dadurch waren wir wieder im Spiel“, sagte Doppler. Nur zwei Minuten später legte Dobersberg sofort nach, als Roman Nehyba mit einem Seitfallzieher auf 2:3 stellte. Von da an war die Partie endgültig gekippt. Doppler schilderte sehr genau, was sich auf dem Platz verändert hatte: „Mit diesem Anschlusstor ist es uns gelungen, endlich besser in die Zweikämpfe zu kommen, diese auch zu gewinnen, dann dementsprechend mehr Druck auszuüben und uns in der gegnerischen Hälfte festzusetzen.“ Genau das sei der Schlüssel für die starken letzten 25 bis 30 Minuten gewesen. Gleichzeitig ordnete er ein, wie knapp diese Wende eigentlich an einem früheren Ende vorbeigeschrammt war: Hätte Kottes nach dem 3:0 eine weitere Chance zum vierten Treffer genutzt, „wären wir nicht mehr ins Spiel zurückgekommen“.
In der Schlussphase drückte dann fast nur noch Dobersberg. Nach einem Foul an Roman Nehyba im Strafraum bekam die Heimelf kurz vor Schluss die große Chance auf den Ausgleich, und Richard Svoboda verwandelte in der 85. Minute zum 3:3. Damit war eine Partie, die lange verloren schien, doch noch gerettet. Doppler sprach von „Riesenmoral“ seiner Mannschaft und hielt fest, dass man nach dieser Ausgangslage „froh sein kann, hier noch einen Punkt mitgenommen zu haben“. Besonders deutlich wurde der Trainer bei der Frage, was am Ende für einen Sieg gefehlt habe: „Ganz einfach: Der Auftritt in der ersten Halbzeit.“ Mehr Erklärung brauchte es nach diesem Spiel kaum. Dobersberg brachte eine schwache erste Stunde nur mit einer starken Schlussphase noch ins Remis zurück. Der Trainer meinte sogar, mit zehn Minuten mehr hätte seine Mannschaft das Spiel wahrscheinlich noch gewonnen. So blieb es bei einem Punkt, der nach einem 0:3-Rückstand dennoch viel wert ist. Auch mit der Spielleitung war Doppler einverstanden: „Die Schiedsrichterleistung war gut. Es gab meiner Meinung nach keine strittigen Situationen.“ In der Tabelle hält Dobersberg nach drei Runden damit bei fünf Punkten und liegt vorerst auf Rang vier.