In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat FC Moser Medical Rohrendorf gegen SV W4IT Ziersdorf am Ende 0:0 gespielt. Für die Gäste war das Remis mehr als nur ein Punkt, weil der Matchplan voll aufging: tief verteidigen, kompakt bleiben und gegen einen spielerisch starken Gegner die Null halten. Trainer Martin Aichinger sprach nach dem Schlusspfiff von einem gerechten Ergebnis und einer starken Mannschaftsleistung.

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Das 0:0 passte genau zu dem Bild, das Aichinger nach dem Abpfiff zeichnete. Rohrendorf war aus seiner Sicht die spielerisch stärkere Mannschaft, hatte mehr Ballbesitz und war über weite Strecken das Team, das die Partie an sich ziehen wollte. Ziersdorf stellte sich darauf ein und ging mit einer klaren Idee in dieses Auswärtsspiel. „Unser Fokus war ganz klar auf die Defensive gelegt, denn ein offensives Mitspielen gegen einen so starken Gegner wäre nach hinten losgegangen“, sagte der Trainer. Genau so entwickelte sich die Begegnung dann auch. Schon zur Pause stand es 0:0, und an dieser Linie änderte sich bis zum Ende nichts mehr. Rohrendorf hatte laut Aichinger zwar „ein paar kleinere Chancen“, doch die Gäste hielten konsequent dagegen und ließen sich von der spielerischen Qualität des Gegners nicht aus der Ordnung bringen.
Vor allem mit der Arbeit gegen den Ball war der Ziersdorf-Coach sehr einverstanden. Aichinger sprach von einer „super mannschaftlichen Leistung im defensiven Bereich“ und wurde bei der Einordnung seiner eigenen Mannschaft noch deutlicher: „Der komplette Mannschaftsverband in der Defensive hat sensationell agiert.“ Das war für ihn der Kern dieses Punktgewinns. Ziersdorf musste als Einheit arbeiten, eng zusammenstehen und viele Wege machen, um Rohrendorf nicht ins Rollen kommen zu lassen. Der Respekt vor dem Gegner war dabei deutlich herauszuhören. Aichinger sprach bei Rohrendorf von „mega Qualität“, spielerisch „top“ und „wahrscheinlich der stärksten Mannschaft in der Liga“. Gerade deshalb war das torlose Remis für ihn kein glücklicher Ausreißer, sondern das Ergebnis einer sehr disziplinierten Leistung seiner Elf.
Dass seine Mannschaft offensiv nicht oft Akzente setzen konnte, verschwieg Aichinger nach dem Schlusspfiff nicht. „Offensiv ist natürlich Luft nach oben“, sagte er offen. Dazu kam aus seiner Sicht ein Punkt, der das Spiel für die Gäste zusätzlich erschwerte: Neben den bereits fehlenden Stefan Studnicka und Daniel Murtinger verletzte sich auch noch Stürmer Eric Willer nach rund 25 Minuten, Ziersdorf musste früh umstellen. „Wir haben wechseln müssen und konnten offensiv nicht mehr so agieren wie zuvor“, erklärte der Trainer. Deshalb blieb es auf beiden Seiten bei eher kleineren Möglichkeiten, Rohrendorf hatte ein paar bessere Möglichkeiten, die aber vom Tormann entschärft wurden. Aichinger ordnete auch diesen Teil der Partie nüchtern ein. Einerseits hätte er sich nach vorne mehr Entlastung gewünscht, andererseits sei die geringe Zahl an Abschlüssen auch der Stärke des Gegners geschuldet gewesen. Zum Abschluss richtete er seinem Angreifer noch eine Botschaft aus: „Wir wünschen unserem Stürmer Eric Willer alles Gute und hoffen, dass die Verletzung nicht so schlimm ist.“
Unterm Strich war die Zufriedenheit bei den Gästen deshalb klar herauszuhören. „Unser Ziel war, einmal kein Tor zu bekommen, und das haben wir umgesetzt“, sagte Aichinger. Genau daraus leitete er auch seine Bewertung ab. Für ihn war das Unentschieden „auf alle Fälle gerecht“, weil Rohrendorf zwar mehr vom Spiel hatte, Ziersdorf aber über die gesamte Partie hinweg geschlossen arbeitete und sich diesen Punkt mit viel Einsatz verdiente. Aichinger sprach von einem kampfbetonten Match, in dem beide Teams intensiv zu Werke gingen und das trotz weniger klarer Torchancen „ein sehr gutes Spiel zum Zuschauen“ gewesen sei. Nach drei Runden stehen damit sowohl Rohrendorf als auch Ziersdorf bei vier Punkten. Für Ziersdorf ist dieses 0:0 vor allem deshalb wertvoll, weil es bei einem Gegner gelang, den der eigene Trainer vor der Saison und auch nach diesem Auftritt ganz klar in der Spitzengruppe der Liga sieht.