In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat USC Sparkasse Litschau am Sonntag bei USV Groß Gerungs mit 1:2 verloren. Nach einem 0:2 zur Pause kamen die Gäste mit dem schnellen Anschlusstor zwar sofort wieder zurück, brachten den Ausgleich aber nicht mehr über die Linie. Obmann Ralf Wagesreither sprach danach von „zwei komplett verschiedenen Halbzeiten“ und machte vor allem die erste Hälfte als Grund für die Niederlage aus.

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Der Spielverlauf passte für Wagesreither genau zu diesem Eindruck. Groß Gerungs erwischte die klar bessere erste Halbzeit und ging schon in der 10. Minute durch Jonas Schulner in Führung. Noch vor der Pause legten die Gastgeber nach, als Samuel Schulner in Minute 27 auf 2:0 stellte. Für Litschau war das eine Phase, in der vieles nicht zusammenpasste. „In der ersten Halbzeit war Groß Gerungs die klar bessere Mannschaft und auch spielbestimmend und daher natürlich verdient in Führung“, sagte Wagesreither. Noch deutlicher wurde er bei der Suche nach den Ursachen: „Wir waren dort einfach zu unstrukturiert und zu weit weg vom Mann und überhaupt nicht in unseren Spiel.“ Genau das habe dem Gegner in die Karten gespielt. Wagesreither beschrieb Groß Gerungs als spielerisch gute Mannschaft mit vielen jungen Spielern, die in dieser Phase ihr Kombinationsspiel und ihr schnelles Umschalten aufziehen konnte.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Litschau dann genau jene Reaktion, die sich der Obmann gewünscht hatte. Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn verkürzte Daniel Kavka auf 1:2 und gab dem Spiel damit sofort wieder Spannung. Aus Sicht der Gäste kippte danach das Momentum. „In der zweiten Halbzeit hatten wir das Momentum auf unserer Seite, mit den weit besseren und auch mehr Chancen“, sagte Wagesreither. Litschau habe Groß Gerungs über weite Strecken unter Druck gesetzt, belohnte sich aber nicht mehr. Wagesreither sprach von vielen Szenen, in denen entweder war „der gegnerische Tormann oder immer ein Fuß dazwischen war oder es unser eigenes Unvermögen war“. Gerade deshalb blieb bei ihm das Gefühl hängen, dass mehr möglich gewesen wäre. „Am Ende des Tages wäre wahrscheinlich ein Unentschieden das gerechte Ergebnis gewesen“, meinte er. Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass auch Groß Gerungs in der Schlussphase Räume bekam, weil Litschau das Spiel öffnen musste und die Gastgeber die Partie da auch schon hätten entscheiden können.
So stand am Ende trotzdem die knappe Auswärtsniederlage, und Wagesreither zog eine klare Trennlinie zwischen den beiden Hälften. „Die zweite Halbzeit alleine war dann zu wenig, dass wir das Spiel noch drehen hätten können“, sagte er. Positiv blieb für ihn aber, dass die Mannschaft nach dem 0:2 nicht auseinanderfiel, sondern noch einmal richtig dagegenhielt. „In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft wirklich eine Reaktion gezeigt und dabei eine sehr überzeugende und gute Leistung gebracht“, hielt er fest. Genau daran will Litschau jetzt anknüpfen. „Diesen Schwung gilt es nun mitzunehmen für die kommenden Spiele, denn genau so muss man in der Liga auftreten.“ Diskussionen über den Unparteiischen gab es für ihn nach dem Schlusspfiff keine. Die Schiedsrichterleistung sei in Ordnung gewesen, strittige Szenen habe es nicht gegeben. Während Groß Gerungs damit nach drei Runden bei sechs Punkten hält, bleibt Litschau vorerst bei drei Zählern, nimmt aus dieser Partie aber zumindest die deutlich bessere zweite Halbzeit als Ansatz für die nächsten Aufgaben mit.