In der 1. Klasse Nordwest hat SC Stronsdorf am Freitagabend USV Nappersdorf nach einer lange Zeit offenen Partie noch deutlich mit 5:2 besiegt. Zur Pause stand es 0:0, nach 61 Minuten lagen die Gastgeber sogar 0:1 hinten. Für Sektionsleiter Ronald Nadler lag der entscheidende Moment trotzdem klar in der Schlussviertelstunde. "Ausschlaggebend war das 1:1", sagte er nach dem Spiel. Danach kippte die Partie endgültig zu Stronsdorf, das vor allem nach der Pause deutlich besser Zugriff bekam.

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Dass es am Ende so klar aussehen würde, war zur Pause noch überhaupt nicht abzusehen. Nadler sah seine Mannschaft in den ersten 45 Minuten zwar leicht im Vorteil, wirklich entspannt war der Abend deshalb aber nicht. "In der ersten Hälfte waren wir leicht feldüberlegen", sagte der Sektionsleiter, verwies aber auch auf zwei große Möglichkeiten durch Andreas Becker und Filip Kostic, die ungenützt blieben. Dazu kam etwa in der 35. Minute ein Elfmeter für die Gäste, den Michael Gehring stark parierte. Genau dieser gehaltene Strafstoß half Stronsdorf, im Spiel zu bleiben und ohne Rückstand in die Kabine zu kommen. Dort reagierten die Gastgeber dann auch auf ein Problem, das Nadler klar benannte: "Wir haben umstellen müssen, weil wir zu wenig Ideen im Mittelfeld gehabt haben."
Nach der Pause griff diese Umstellung laut Nadler dann spürbar besser. "Das hat in der zweiten Halbzeit wirklich sehr gut funktioniert", erklärte er, auch wenn Stronsdorf zunächst trotzdem den Rückschlag hinnehmen musste. In der 61. Minute brachte Dimitrije Kostadinovic Nappersdorf mit 1:0 in Führung, und damit war plötzlich der Gegner vorne, obwohl die Heimelf schon davor ihre Möglichkeiten gehabt hatte. Entscheidend war für Nadler aber die Reaktion seiner Mannschaft. "Ausschlaggebend war das 1:1. Wir hatten davor schon genug Möglichkeiten, um auszugleichen, und das war dann der Wendepunkt", sagte er. Dieses 1:1 erzielte Filip Kostic in der 77. Minute. Danach ging es Schlag auf Schlag. In der 83. Minute stellte Michael Jäger auf 2:1, ehe Filip Kostic nur drei Minuten später auf 3:1 erhöhte und die Partie endgültig in Richtung Stronsdorf drehte.
Ganz entschieden war die Partie damit noch immer nicht, weil Nappersdorf in der 88. Minute durch Danijel Ivic noch einmal auf 3:2 verkürzte. Stronsdorf blieb diesmal aber ruhig und zog die Begegnung dennoch sauber auf seine Seite. Kostic erhöhte in der Nachspielzeit auf 4:2, ehe Kevin Seiter mit dem 5:2 endgültig den Schlusspunkt setzte. Nadler hatte dieses Gefühl schon deutlich früher. "Ab dem Zeitpunkt habe ich gewusst, dass wir das Spiel noch drehen werden", sagte er über die Phase nach dem Ausgleich. Besonders zufrieden war er mit dem Spiel über die Seite. "Die zweite Halbzeit war top", meinte der Sektionsleiter, und einen Spieler hob er besonders hervor: "Harun Uzun hat drei Torvorlagen gehabt als Innenverteidiger. Das sieht man auch nicht alle Tage." Eine davon beschrieb Nadler beim 2:1 ganz konkret: "Harun Uzun hat wunderschön auf Michael Jäger aufgespielt. Der hat trocken abgeschlossen."
Umso höher bewertete Nadler diesen Heimsieg auch deshalb, weil Stronsdorf kurzfristig zwei wichtige Ausfälle verkraften musste. "Durch die Verletzungen von Felix Leczek und Mark Liskowetz mussten wir kurz vor dem Spiel auf zwei Startspieler verzichten", erklärte er. Das habe die Aufgabe noch einmal schwieriger gemacht, weil beide der Mannschaft normalerweise weiterhelfen. Gerade deshalb maß er den fünf Treffern gegen einen Gegner, den er als "defensiv, zweikampfstark und sehr organisiert" beschrieb, besonderes Gewicht "Es ist nicht so einfach, gegen Nappersdorf fünf Tore zu machen", sagte Nadler. Viel Diskussion gab es für ihn rund um den Spielleiter nicht, "der Schiedsrichter war in Ordnung". Sein Fazit fiel dann entsprechend klar aus: "Wir wollten den Sieg mehr und haben ihn auch verdient in dieser Höhe eingefahren." Mit sieben Punkten aus vier Runden steht Stronsdorf damit vorne dabei und nimmt aus einem zunächst zähen Abend am Ende doch noch ein deutliches Ergebnis mit.