In der 1. Klasse Nordwest hat SV Göllersdorf am Sonntag gegen USV Niederleis einen fast schon sicheren Heimsieg noch aus der Hand gegeben und sich mit einem 1:1 begnügen müssen. Nach der Führung durch Mika Enzi kontrollierten die Gastgeber die Partie über weite Strecken, ließen aber das zweite Tor liegen. Genau das wurde ihnen in der Nachspielzeit zum Verhängnis.

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Christoph Riederer sprach nach dem Schlusspfiff von einem Spiel, das seine Mannschaft lange im Griff hatte. „Es war über weite Teile des Spiels ein kontrolliertes Spiel der Göllersdorfer. Wir hatten das Spiel relativ gut im Griff“, sagte der Sektionsleiter. Ganz ohne Warnschuss begann die Partie aber nicht. In der Anfangsphase hatte Niederleis einen guten, ziemlich zentralen Abschluss, den Fabio Baumgartner stark hielt. Danach fand Göllersdorf aber immer besser hinein, wurde stabiler und übernahm mit Fortdauer der ersten Halbzeit die Kontrolle. Der verdiente Lohn folgte in der 37. Minute, als Mika Enzi das 1:0 erzielte. Mit diesem Vorsprung ging es auch in die Pause, und aus Sicht der Gastgeber sprach zu diesem Zeitpunkt vieles für einen Heimsieg.
Gerade deshalb war die Enttäuschung nach dem Abpfiff groß, weil Göllersdorf die Partie laut Riederer nicht nur kontrollierte, sondern auch mehrfach die Möglichkeit hatte, sie vorzeitig zu entscheiden. „Göllersdorf war sicher näher am Sieg, weil wir nach dem 1:0 das Spiel über mehr oder weniger die gesamte Dauer kontrollieren konnten, aber dann im Abschluss nicht das zweite Tor geschafft haben“, so seine klare Einschätzung. Ihor Balukh traf einmal die Latte, Philipp Zieger scheiterte ein- oder zweimal am gegnerischen Torhüter, den Riederer ausdrücklich hervorhob: „Der hatte einen sehr guten Tag.“ Dazu kamen weitere Angriffe, die aus Sicht der Heimischen nicht sauber genug zu Ende gespielt wurden. „Wenn man den einen oder anderen Angriff besser zu Ende spielt und konzentrierter den Ball zur Mitte bringt, kann man auch das zweite Tor machen“, meinte Riederer. Für ihn lag genau dort der Knackpunkt dieser Partie.
Was den Göllersdorfern über weite Strecken gelang, war die Arbeit gegen den Ball. Riederer stellte seiner Defensive ein sehr gutes Zeugnis aus und hob dabei besonders das Innenverteidigerduo hervor. „Die Defensive hat super funktioniert. Vor allem Schießwald und Sari haben das gegen die starke Offensive um Lörinczi stark gelöst“, sagte er. Niederleis kam damit lange nicht in jene gefährlichen Räume, die man im Vorfeld erwartet hatte. Riederer hatte sogar den Eindruck, dass der Gegner offensiv stärker auftreten würde. Stattdessen ließ Göllersdorf insgesamt nur wenig zu und zwang die Gäste oft dazu, Angriffe nicht sauber fertig zu spielen. Auch deshalb fiel sein Urteil über die Leistung der eigenen Mannschaft zwiespältig aus: Defensiv passte vieles, offensiv fehlte die Konsequenz. Erwähnenswert ist auch, dass es laut Riederer keine strittigen Szenen gab. „Der Schiedsrichter war top. Alles gut. Es gab keine strittigen Situationen“, sagte er.
Weil das 2:0 ausblieb, blieb Niederleis bis zum Schluss im Spiel – und nutzte die letzte Möglichkeit noch zum Punktgewinn. In der 93. Minute fiel nach einem weiten Einwurf der Ausgleich durch Marek Svoboda. Für Göllersdorf war das ein Nackenschlag, weil die Partie zu diesem Zeitpunkt schon beinahe gewonnen schien. „So mussten wir ganz bitter in der allerletzten Sekunde noch den Ausgleich hinnehmen“, sagte Riederer. Er sprach auch von einem glücklichen Treffer für die Gäste, betonte aber zugleich, woran es aus seiner Sicht in erster Linie lag: „Die Chancen auf das 2:0 müssen wir machen und nutzen.“ Damit blieb am Ende ein Remis, das sich für die Gastgeber eher wie zwei verlorene Punkte anfühlt. Nach fünf Runden hält Göllersdorf nun bei fünf Zählern. Die Richtung stimmt laut der Analyse nach diesem 1:1 in vielen Bereichen, nur vor dem Tor muss der SV endlich konsequenter werden, damit kontrollierte Auftritte künftig auch wieder in Siege münden.