In der 1. Klasse Nordwest musste sich SK Sparkasse Ernstbrunn gegen SV Leobendorf II mit 0:2 geschlagen geben. Trainer Werner Würzler sah dabei lange ein offenes Spiel, in dem seine Mannschaft sogar ein kleines Chancenplus hatte. Weil Ernstbrunn seine Möglichkeiten aber erneut nicht nutzte und vor der Pause in Rückstand geriet, lief die Partie aus Sicht der Gastgeber wieder in die falsche Richtung.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Würzler machte nach dem Schlusspfiff vor allem die erste Halbzeit zum Thema, weil aus seiner Sicht genau dort mehr möglich gewesen wäre. "Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen, mit einem kleinen Chancenplus für uns", sagte der Ernstbrunn-Trainer. Gerade deshalb schmerzte ihn, dass seine Mannschaft sich für diese Phase nicht belohnte. Besonders deutlich wurde das an einer Aktion von David Handl, die Würzler sofort im Kopf hatte: "David Handl hat aus rund sieben Metern einen Halbvolley aufs Tor gebracht, den der Tormann stark gehalten hat. Da muss es 1:0 stehen." Statt einer Führung für Ernstbrunn fiel in der 38. Minute auf der anderen Seite das 0:1 durch David Sorin Topea. Auch dieses Gegentor ordnete Würzler klar ein: Es sei nach einem Eigenfehler beziehungsweise Ballverlust im Mittelfeld passiert. Mit dem 0:1 ging es auch in die Pause, und genau das veränderte für ihn die Ausgangslage entscheidend.
Dass die Gäste nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel kamen, erklärte Würzler vor allem mit dem eigenen Verhalten gegen den Ball. "In der zweiten Halbzeit waren die Löcher zu groß, wir haben dem Gegner ein bisschen mehr Raum gelassen", sagte er. Dazu passte auch seine zweite zentrale Analyse: "Es war letztendlich zu wenig Arbeit gegen den Ball." Für Leobendorf II war das genau die Art von Spiel, in der die junge und laufstarke Mannschaft ihre Vorteile ausspielen konnte. Würzler sprach von einem Team, das mit Dreier- oder Fünferkette anders auftrete als viele andere Gegner in der Liga und vor allem über Tempo und Umschalten gefährlich werde. In der ersten Halbzeit habe Ernstbrunn das noch gut angenommen und die Gäste in vielen Duellen beschäftigt. Nach der Pause gelang das deutlich seltener. Als Luca Marschler in der 80. Minute auf 0:2 stellte, war die Partie damit auch auf der Anzeigetafel in jene Richtung gekippt, die sich laut Würzler im Verlauf der zweiten Hälfte schon abgezeichnet hatte.
Trotz der neuerlichen Niederlage wollte Würzler den Auftritt seiner Mannschaft nicht nur negativ bewerten. "Positiv war, dass wir in der ersten Halbzeit eine Spur besser im Spiel waren als der Gegner", sagte er. Gleichzeitig zog sich durch seine Aussagen aber ein Thema, das Ernstbrunn schon seit Wochen begleitet. "Es reißt leider nicht ab, diese Negativserie in der Offensive", meinte der Trainer und brachte damit das eigentliche Problem auf den Punkt. Ernstbrunn kommt laut Würzler zu Chancen, nützt sie aber zu selten und muss dann wieder einem Rückstand hinterherlaufen. "Wir haben super Ansätze, wir haben super Spielzüge, wir spielen jedes Spiel super Chancen heraus", sagte er. Genau deshalb bleibt er trotz des 0:2 bei einem positiven Blick nach vorne. "Wenn wir uns endlich einmal belohnen, dann wird irgendwann der Knopf aufgehen." Damit sah Würzler die Gründe für die Niederlage klar bei seiner eigenen Mannschaft und im Spielverlauf.