Spielberichte

„Weniger als 100 % reichen nicht“: Wildendürnbach rettet nach 1:2 noch einen Punkt

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Wildendürnbach
SV Spillern

In der 1. Klasse Nordwest hat sich UFC Wildendürnbach im Heimspiel gegen SV Spillern mit einem 2:2 begnügen müssen. Trainer Christoph Rahming sprach danach von einem Auftritt, bei dem seine Mannschaft nie an die starken Wochen davor anschließen konnte. Weil Wildendürnbach über weite Strecken nicht in sein Spiel fand, rettete am Ende der späte Ausgleich durch Niklas Harrach noch einen Punkt.

Fußball in Weiß-Rot auf Rasen

Foto von Torsten Dettlaff auf Pexels

Zerfahrener Beginn, Führung trotz wenig Rhythmus

Rahming machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass ihm der Auftritt seiner Elf diesmal nicht gefallen hatte. „Das Spiel war von Anfang an eigentlich ziemlich zerfahren und wir konnten zu keiner Minute an die Leistungen der vergangenen Wochen anschließen“, sagte der Wildendürnbach-Coach sehr offen. Genau so entwickelte sich auch die erste Halbzeit. Viel Rhythmus kam nicht auf, vieles blieb hektisch, klare Kontrolle war auf beiden Seiten kaum zu sehen. Trotzdem hatte Wildendürnbach die große Möglichkeit, früh in Führung zu gehen. Nach einem starken Umschaltmoment lief Manuel Schütz alleine auf den Torhüter zu, ließ das 1:0 aber liegen. Dass die Gastgeber kurz darauf dennoch vorlegen konnten, passte für Rahming ins Bild eines Nachmittags, an dem wenig selbstverständlich war. In Minute 36 köpfte Vojtech Kamas nach einem Eckball zum 1:0 ein. Der Trainer nannte diesen Treffer „vielleicht etwas glücklich“, nahm die Führung zur Pause aber natürlich gerne mit.

Spillern dreht die Partie, Wildendürnbach findet lange keine Antwort

Mit dem Vorsprung im Rücken wollte Wildendürnbach nach dem Seitenwechsel eigentlich zulegen. Rahming schilderte klar, was in der Kabine angesprochen worden war: mehr Aktivität in den Zweikämpfen, mehr Zugriff, mehr eigenes Spiel. Auf dem Platz kam davon aber aus seiner Sicht zu wenig an. Statt den Vorsprung zu verwalten oder nachzulegen, geriet seine Mannschaft in Rückstand. Zunächst traf Mahir Selimovic in der 62. Minute zum 1:1, wenig später legte Markus Luger in Minute 70 das 1:2 für Spillern nach. Für den Trainer war das kein Zufall, sondern die Folge eines insgesamt schwachen Auftritts seiner Mannschaft. „Richtig gut hat heute bei uns nichts funktioniert. So ehrlich muss man sein“, sagte Rahming. Besonders deutlich wurde er bei der Suche nach den Ursachen. „Heute hat einfach diese Überzeugung der letzten Wochen gefehlt, diese Bereitschaft, mit hundert Prozent in das Spiel zu gehen. Es hat sich ein bisschen ein Schlendrian eingeschlichen.“ Dazu kam für ihn, dass seine Mannschaft „mit dem Kopf und mit dem Herzen nicht unbedingt bei der Sache“ gewesen sei. Spillern ordnete er zugleich respektvoll ein: kompakt, klar in seiner Spielweise und ein guter Gegner.

Harrach belohnt sich spät, der Punkt hält Wildendürnbach oben dabei

Ganz abschreiben ließ sich Wildendürnbach trotz des Rückstands aber nicht. Gerade diesen Punkt hob Rahming dann doch positiv hervor, obwohl ihm das Gesamtbild nicht gefiel. „Wenn man etwas Positives herausstreichen möchte, dann ist es einfach, dass wir konditionell relativ gut beisammen sind und immer wieder bis zum Schluss Druck aufrechterhalten können“, sagte er. Genau diese Hartnäckigkeit brachte die Gastgeber in der Schlussphase noch zurück. Wildendürnbach riskierte nach dem 1:2 laut Rahming „eigentlich alles“ und drängte auf den Ausgleich. In der 86. Minute war es dann Niklas Harrach, der zum 2:2 traf und damit einen Punkt festhielt, den sein Trainer am Ende als verdient einstufte. Für Rahming hatte dieses Tor noch eine zusätzliche Geschichte, weil der junge Torschütze sich aus seiner Sicht längst angeboten hatte. „Es freut mich extrem für den 16-jährigen Niklas Harrach, der seit der dritten Runde nicht wegzudenken ist aus der Mannschaft und sich für die Leistungen in den letzten Wochen belohnt hat“, sagte er. Weil der Schiedsrichter laut Rahming „unauffällig“ blieb, drehte sich die Aufarbeitung bei Wildendürnbach ganz um die eigene Leistung. In der Tabelle bleibt der UFC nach zehn Runden mit 20 Punkten Zweiter, während Spillern mit 15 Zählern auf Rang fünf steht. Gerade deshalb dürfte dieser Nachmittag für Rahming auch eine klare Mahnung sein: Wenn Wildendürnbach vorne dranbleiben will, braucht es wieder mehr von jener Überzeugung, die der Trainer diesmal so deutlich vermisst hat. 

Trotz der Enttäuschung unmittelbar nach dem Schlusspfiff wollte Rahming das große Bild nicht aus den Augen verlieren. „Natürlich bin ich im ersten Moment enttäuscht, und wir alle hätten uns mehr erwartet. Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir jetzt seit acht Spielen ungeschlagen sind und auf einem hervorragenden zweiten Tabellenplatz stehen“, ordnete der Trainer ein. Für den UFC gehe es nun darum, die Partie sachlich aufzuarbeiten, im Training wieder konsequent anzusetzen und den Blick nach vorne zu richten: „Wir werden uns den Mund abputzen, gut trainieren und nächste Woche wieder Vollgas geben.“

1. Klasse Nordwest: Wildendürnbach : Spillern - 2:2 (1:0)

  • 86
    Niklas Harrach 2:2
  • 70
    Markus Luger 1:2
  • 62
    Mahir Selimovic 1:1
  • 36
    Vojtech Kamas 1:0