In der 1. Klasse Ost nahm ATSV Fischamend beim SC Göttlesbrunn - Arbesthal nach einem 0:0 einen Punkt mit, fühlte sich nach einer starken ersten Hälfte aber trotzdem um mehr gebracht. Trainer Günther Kastner sah seine Mannschaft vor der Pause klar besser, haderte mit mehreren ungenutzten Möglichkeiten und musste danach mitansehen, wie die Partie kippte. Am Ende blieb für den Aufsteiger ein Zähler, „mit dem man zufrieden sein kann“.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Für Günther Kastner war der Auftritt seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten klar der bessere Teil des Abends. „Die erste Halbzeit war der dominante Auftritt meiner Mannschaft“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff und verwies darauf, dass sich der ATSV Fischamend einige gute Möglichkeiten erarbeitet hatte. Luciano Pizzonia tauchte einmal am Fünfer alleine vor dem gegnerischen Torhüter auf, brachte den Ball aber genau auf den Schlussmann. Bei seiner zweiten Möglichkeit wurde der Abschluss geblockt. Dazu kam ein Freistoß von Lukas Kastner, den der Torhüter noch an die Stange lenkte. Auch Buba Conteh kam in der ersten Halbzeit freistehend am Fünfer zum Abschluss, traf aber nur das Außennetz. Für Kastner lag genau dort der Knackpunkt: „Dass die nicht drinnen waren, war für mich der Schlüssel.“
Zur Pause stand es 0:0, und selbst nach dem Seitenwechsel bot sich dem ATSV Fischamend zunächst noch die Chance, doch noch in Führung zu gehen. Kastner sprach von einer weiteren guten Möglichkeit kurz nach der Halbzeit, bei der der gegnerische Torhüter erneut stark hielt. Danach veränderte sich das Spiel aber deutlich. „Unser Spiel war dann leider nicht mehr dasselbe“, sagte der Trainer. SC Göttlesbrunn - Arbesthal bekam nun mehr Zugriff, hatte mehr Spielanteile und wurde mit jeder Minute aktiver. Fischamend hingegen kam immer mehr in die reagierende Rolle. „In der zweiten Halbzeit hat dann der Gegner das Heft in die Hand genommen. Wir haben eigentlich nur mehr reagiert und nicht mehr agiert“, brachte es Kastner auf den Punkt. Vor allem über die Seiten habe Göttlesbrunn sehr druckvoll gespielt, in der Mitte habe seine Mannschaft „des Öfteren in letzter Not gerettet“.
Dass am Ende kein Auswärtssieg heraussprang, führte Kastner vor allem auf einen Punkt zurück, den er im Gespräch mehrfach ansprach. „Wir hatten in der ersten Halbzeit schon die Möglichkeit, den Sack zuzumachen“, sagte er, und genau das war aus seiner Sicht der Unterschied zwischen einem möglichen Erfolg und dem letztlich gerechten Remis. Fischamend sei gut ins Spiel gekommen, habe in den Zweikämpfen überzeugt und auch spielerisch eine gute erste Hälfte gezeigt. „Der Gegner hat sich kaum befreien können von unseren Angriffen“, sagte Kastner. Umso mehr ärgerte ihn, dass die Chancen liegenblieben. „Wir hätten die Chance gehabt, 1:0, 2:0, 3:0 in Führung zu gehen. Die haben wir leider nicht genutzt.“ Ob die Hitze ein Grund für den Bruch nach der Pause war, wollte er nicht als Ausrede gelten lassen: „Ob es aufgrund der Hitze war, kann ich nicht sagen.“
Ganz ohne Zufriedenheit wollte der Fischamend-Trainer den Abend dann aber doch nicht beenden. Auch weil seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit deutlich mehr verteidigen musste, wertete er das 0:0 unter dem Strich als brauchbares Resultat. „Ich glaube, man kann zufrieden sein, wenn man als Aufsteiger vom Dritten der letzten Saison einen Punkt mitnimmt“, sagte Kastner. Auch mit der Leitung des Unparteiischen war er einverstanden. „Die Schiedsrichterleistung war sehr gut. Er hat die Vorteile immer sehr gut laufen lassen und das Spiel sehr gut im Griff gehabt.“ Zwar sprach Kastner von je einer strittigen Situation im Strafraum auf beiden Seiten, einmal um die 60. Minute und einmal kurz vor Schluss, doch auch da blieb seine Einordnung nüchtern: Weil der Unparteiische beide Szenen gleich bewertet habe, sei es „auf jeden Fall gerecht“ gewesen. Mit vier Punkten aus zwei Spielen bleibt ATSV Fischamend damit in der Spitzengruppe und weiß nach diesem 0:0 ziemlich genau, wo der mögliche Auswärtssieg liegen geblieben ist.