Spielberichte

„Wir haben das Spiel in fünf Minuten verloren“ – SC Leopoldsdorf hadert nach 0:2 mit den ausgelassenen Chancen

SK Breitenfurt
SC Leopoldsdorf

In der 1. Klasse Ost musste sich der SC Leopoldsdorf am Samstag bei SK Breitenfurt mit 0:2 geschlagen geben. Für Trainer Kurt Jusits lag der Unterschied nicht in einer über weite Strecken klar unterlegenen Leistung seiner Mannschaft, sondern vor allem an zwei Punkten: an der mangelnden Verwertung der Chancen vor der Pause und an jenen Minuten direkt nach dem Seitenwechsel, in denen das Spiel kippte. „Wir haben das Spiel in fünf Minuten verloren“, sagte der Leopoldsdorf-Coach.

Spieler schnürt auf der Bank seine Fußballschuhe

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Viel Kontrolle vor der Pause, aber kein Tor

Aus Sicht von Kurt Jusits begann die Partie eigentlich so, wie es für den SC Leopoldsdorf gut passte. Seine Mannschaft war in der ersten Halbzeit, wie er es schilderte, konzentriert, ließ aus dem Spiel heraus wenig zu und hielt den Gegner lange im Griff. „Wir hatten vier, fünf gute Tormöglichkeiten“, sagte der Trainer und betonte zugleich, dass der Auftritt bis zur Pause nicht von Unordnung geprägt gewesen sei. Gerade gegen den Ball habe seine Mannschaft sauber gearbeitet: „Wir haben keine Torchance in der ersten Halbzeit zugelassen. Wir waren taktisch diszipliniert und haben die Räume eng gemacht.“ Umso mehr störte ihn, dass aus dieser Phase nichts Zählbares herauskam. Jusits sprach von mehreren guten Möglichkeiten und von einem Treffer, den er als regulär ansah, der aber nicht anerkannt wurde. Statt mit einer Führung ging sein Team deshalb mit einem 0:0 in die Kabine.

Breitenfurt schlägt nach der Pause doppelt zu

Was in den ersten 45 Minuten offen geblieben war, entschied sich kurz nach Wiederbeginn innerhalb weniger Minuten. In der 47. Minute brachte Florian Germ den SK Breitenfurt mit 1:0 in Führung, und aus Sicht von Jusits war die Szene klar zuzuordnen. „Es gibt eine fixe Zuteilung von unserer Mannschaft. Diese beiden Spieler haben ihre Zuteilung nicht eingehalten und so konnte der Gegner ungehindert auf der zweiten Stange einköpfen“, erklärte er. Der erste Treffer fiel also nach einem Eckball, bei dem Leopoldsdorf die Vorgaben nicht umsetzte. Nur wenig später legte Breitenfurt nach. In der 52. Minute erhöhte Halil Erbay auf 2:0. Dem Treffer ging laut Jusits ein Ballverlust im Mittelfeld voraus, den er seiner Mannschaft deutlich ankreidete. Er sprach von einem „unnötigen Dribbling“ und davon, dass man den Ball „leichtsinnig“ verloren habe. Danach habe Leopoldsdorf den Gegenstoß nur noch mit einem Foul stoppen können. Den ersten Strafstoß habe der Tormann zwar gehalten, doch der Versuch sei wiederholt worden, und im zweiten Anlauf habe es 2:0 geheißen.

Jusits spart nicht mit Kritik – an seiner Mannschaft und an den Entscheidungen

Auffällig war nach dem Spiel, dass Jusits seine Analyse nicht nur in eine Richtung lenkte. Einerseits benannte er sehr deutlich die Fehler in den eigenen Reihen. Beim 0:1 habe die Zuteilung nicht gestimmt, beim 0:2 sei der Ball im Mittelfeld zu leicht hergeschenkt worden. Schon davor habe es außerdem Mängel im Passspiel gegeben. „Wir hatten die ersten zwanzig Minuten sehr viele unnötige Abspielfehler, sehr viele technische Fehler“, sagte er. „Vorige Woche war das viel besser. Diese Woche war die Passqualität nicht gut.“ Noch klarer wurde er bei der Chancenverwertung: „Wir hatten wirklich gute Chancen und hier muss man mindestens ein oder zwei Tore erzielen.“ Andererseits ließ der Leopoldsdorf-Trainer auch keinen Zweifel daran, dass er sich durch mehrere Entscheidungen benachteiligt fühlte. Seine Kritik formulierte er deutlich, aber mit einer klaren Stoßrichtung: „Uns wurde für mich ein reguläres Tor aberkannt.“ Dazu kam für ihn die Wiederholung des gehaltenen Elfmeters, die er als spielentscheidend einordnete. „Der Schiedsrichter hat das Spiel mitentschieden“, sagte Jusits.

Die Niederlage tut weh, die Ansätze waren für Leopoldsdorf trotzdem da

Gerade deshalb fiel die Niederlage für den SC Leopoldsdorf aus Sicht des Trainers besonders bitter aus. Denn Jusits sah trotz des 0:2 genug Phasen, in denen seine Mannschaft ordentlich im Spiel war und Breitenfurt nicht viel gestattete. Der Ärger entzündete sich weniger an einer über 90 Minuten klaren Unterlegenheit, sondern an der Tatsache, dass gute Ansätze nicht in Tore umgemünzt wurden und das Spiel nach der Pause zu schnell aus der Hand glitt. In der Tabelle steht der SK Breitenfurt nach zwei Runden mit sechs Punkten ganz vorne mit drin, während der SC Leopoldsdorf bei drei Zählern hält. Für Jusits wird nach dieser Partie vor allem eines hängen bleiben: Wenn seine Mannschaft so viele gute Möglichkeiten vor der Pause liegen lässt, dann wird ein kurzer Einbruch nach Seitenwechsel rasch teuer. Oder, wie er es selbst zusammenfasste: „Wir haben das Spiel in fünf Minuten verloren.“

1. Klasse Ost: Breitenfurt : Leopoldsdorf - 2:0 (0:0)

  • 52
    Halil Erbay 2:0
  • 47
    Florian Germ 1:0