In der 1. Klasse Ost musste sich SC Reisenberg dem Tabellenführer USC Perchtoldsdorf mit 0:1 geschlagen geben. Nach einem torlosen ersten Durchgang entschied Lazar Erak die Partie in Minute 54. Trainer Christian Gadolla sprach von einer etwas unglücklichen Niederlage, sah aber auch viel Positives: Seine Mannschaft stand lange kompakt, arbeitete gut gegen den Ball und hielt das Spiel bis in die Schlussphase offen.

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Dass mit Perchtoldsdorf der Tabellenführer und aus Sicht von Christian Gadolla ein echter Titelanwärter kam, war dem Trainer auch nach Schlusspfiff wichtig einzuordnen. Gerade deshalb gefiel ihm, wie seine Mannschaft die Aufgabe annahm. „Wir waren gut eingestellt, gut aufgestellt und wollten im Vergleich zu letzter Woche auch eine Reaktion zeigen“, sagte Gadolla. Diese Reaktion habe er im Großen und Ganzen auch gesehen. Vor allem gegen den Ball war Reisenberg über weite Strecken sehr ordentlich unterwegs. Der Plan sei klar gewesen: „Wir wollten die Null halten und kompakt stehen.“ Genau das gelang im ersten Durchgang auch, weshalb das 0:0 zur Pause aus Sicht der Gastgeber durchaus zum Spiel passte. Gadolla hob hervor, dass seine Elf „sehr kompakt gestanden“ und „sehr gut gegen den Ball gearbeitet“ habe. Im Umschalten nach vorne sei nicht alles aufgegangen, aber die Grundlagen hätten gestimmt.
Der Knackpunkt kam dann kurz nach Wiederbeginn. In der 54. Minute traf Lazar Erak zum 0:1 für die Gäste, und für Gadolla war genau diese Szene die entscheidende des Abends. „Perchtoldsdorf hatte die Balleroberung, hat halb rechts im Zentrum durchgesteckt, Julian Hackl hat Richtung Tor geschossen und wir haben den zweiten Ball verschlafen“, schilderte der Reisenberg-Coach die Entstehung des Gegentores. Der Abpraller landete bei Erak, der einschob. Für Gadolla war das Trefferbild klar: „Das wäre vermeidbar gewesen.“ Trotzdem brach seine Mannschaft nach dem Rückstand nicht auseinander. „Das hat uns Gott sei Dank nicht aus der Bahn gehauen“, sagte er. Reisenberg blieb also im Spiel, auch wenn Gadolla gleichzeitig einräumte, dass Perchtoldsdorf nach dem 1:0 noch zwei Topmöglichkeiten hatte. Dass es bei diesem einen Gegentor blieb, lag laut Trainer auch an Bernhard Reiter, der diese Chancen „sehr gut vereitelt“ habe.
In der Schlussphase versuchte Reisenberg noch einmal alles und ging mit langen Bällen und mehr Risiko nach vorne. Gadolla sprach offen davon, dass seine Mannschaft „vor Schluss dann auch die Brechstange ausgepackt“ habe. Genau dort hätten sich aber die personellen Probleme bemerkbar gemacht, die Reisenberg seit Saisonbeginn begleiten. „Uns fehlen fünf Spieler, und die können wir leider nicht ersetzen“, sagte der Trainer. Vor allem in der Offensive seien die Möglichkeiten deshalb begrenzt gewesen. „Da sind wir in der Offensive leider begrenzt, und wir hatten keine Impulse mehr von der Bank“, erklärte Gadolla. Dass in dieser Phase nicht mehr alle Abläufe sauber funktionierten und die Mannschaft teilweise zu naiv agierte, führte er genau auf diese Lage zurück. Er sprach davon, dass sich die Verletzungssorgen „wie ein roter Faden“ durchziehen und die ohnehin schwierige Auslosung mit mehreren starken Gegnern gleich zu Beginn die Situation zusätzlich erschwert habe.
Trotz der fünften Niederlage blieb Gadolla in seiner Analyse sachlich und fand auch anerkennende Worte. Den Gegner nannte er „nicht umsonst einen Titelanwärter oder Favoriten auf die Meisterschaft“ und verwies auf das „Gesamtpaket“ sowie die individuelle Qualität im großen Kader von Perchtoldsdorf. Gleichzeitig wollte er aber auch sein eigenes Team nicht kleinreden. „Die Basics, die Moral, die Einstellung, der Charakter, das hat sehr, sehr gut funktioniert“, sagte er. Für die kommenden Wochen setzt der Reisenberg-Trainer nun auf Entlastung im Kader. Wenn wie erhofft wieder zwei Spieler zurückkommen und auch das Training in größerer Besetzung möglich wird, ist er überzeugt, „dass wir dann auch zu punkten beginnen“.