Was für ein Nachmittag in der 1. Klasse Ost: Der SV Hundsheim hat sich in einer wilden Partie gegen ASK Eichkogel mit 4:3 durchgesetzt und den Sieg erst in der 95. Minute fixiert. Trainer Martin Matzinger sah seine Mannschaft über weite Strecken klar im Vorteil, musste aber bis zum letzten Angriff zittern. Ausschlaggebend war für ihn, dass Hundsheim nach jedem Rückschlag sofort wieder weitergemacht hat.

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Hundsheim war von Beginn an in einer Partie gefordert, die Matzinger als sehr hart geführt beschrieb. „Der Gegner war sehr aggressiv gegen uns, trotzdem hatten wir das Spiel von Anfang an eigentlich in dem Griff“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Früh bekam seine Mannschaft dafür auch den ersten Lohn. In der 11. Minute brachte Mario Kopsa die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Matzinger schilderte die Szene so, dass der Treffer nach einem Einwurf entstand, Kopsa dem Ball entgegenging, ihn stark mitnahm und sauber abschloss. Danach blieb Hundsheim zunächst die aktivere Mannschaft. Der Coach hatte den Eindruck, dass Eichkogel kaum zu klaren Möglichkeiten kam und seine Elf die Partie kontrollierte. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht, dass kurz vor der Pause ein Elfmeter ungenutzt blieb. Der Abschluss war zu schwach, der Tormann hielt, und damit blieb das Spiel offen. „Das war natürlich ein komisches Momentum“, sagte Matzinger. Trotzdem ging Hundsheim mit dem 1:0 in die Kabine und, wie der Trainer betonte, mit einem positiven Gefühl in die zweite Hälfte.
Direkt nach Wiederbeginn bekam die Begegnung aber einen anderen Dreh. In der 47. Minute gelang Max Ebertshuber das 1:1 für die Gäste, und auch hier hatte Matzinger eine klare Erklärung. Aus seiner Sicht fiel der Gegentreffer nach einem Fehlpass im Aufbau, einer Aktion also, die „nicht passieren darf“. Dass Hundsheim danach nicht aus der Spur geriet, gefiel dem Trainer besonders. Seine Mannschaft fing sich wieder, blieb am Drücker und kam in der 69. Minute erneut zur Führung, als Mario Kopsa mit seinem zweiten Treffer das 2:1 erzielte. Die Ruhe hielt allerdings nicht lange. In der 76. Minute sprang Eichkogel durch ein Eigentor von Filip Piroha wieder auf 2:2 heran. Matzinger sprach selbst von einem „unglaublichen Eigentor“ und schilderte, dass der Ball eigentlich über das Tor geklärt werden sollte, dann aber genau im Kreuzeck landete. Gerade in solchen Momenten sieht der Hundsheim-Coach noch Luft nach oben. „Bei dem einen oder anderen Gegentor müssen wir ein bisschen ruhiger bleiben“, sagte er. Das galt für ihn nicht nur beim 1:1, sondern allgemein für Situationen, in denen seine Mannschaft den Ball schon unter Kontrolle hat und ihn dann nicht konsequent genug bereinigt.
Die stärkste Antwort kam bei Hundsheim dann in der Schlussphase. In der 83. Minute stellte Lukas Ollinger auf 3:2, und auch dieses Tor blieb Matzinger besonders in Erinnerung. Er berichtete von einem Weitschuss von Lukas Ankhelyi, der an die Latte krachte, ehe Ollinger energisch nachrückte und den zurückspringenden Ball per Kopf über die Linie drückte. Für den Trainer war das einer der entscheidenden Momente des Nachmittags. Eichkogel gab sich aber nicht geschlagen und kam in der Nachspielzeit noch einmal zurück. Nayden Tchakarov traf in Minute 90+4 zum 3:3, nachdem Hundsheim den Ball im Strafraum nicht entscheidend klären konnte. „Nach dem 3:3 hat es nicht unbedingt mehr so ausgesehen, als könnten wir das Spiel noch gewinnen“, gab Matzinger ehrlich zu. Genau deshalb war die Reaktion seiner Mannschaft für ihn so bemerkenswert. Im allerletzten Angriff brach Filip Piroha über rechts durch, der Schiedsrichter ließ nach einem Halten Vorteil laufen, und der Verteidiger jagte den Ball in der 95. Minute zum 4:3 ins linke Eck. Ausgerechnet Piroha, der zuvor das Eigentor zum 2:2 produziert hatte, schrieb damit die letzte Pointe eines verrückten Spiels. Für Matzinger stand fest: „Am Ende war es ein hochverdienter Sieg.“
Dass Hundsheim am Ende die drei Punkte in einem Spiel mit sieben Toren, einem vergebenen Elfmeter und zwei späten Treffern behielt, erklärte Matzinger vor allem mit dem Kopf seiner Mannschaft. „Die größte Stärke war heute sicher, dass der Gegner dreimal ausgeglichen hat und wir nie aufgehört haben, an uns zu glauben“, sagte der Trainer. Genau das sei in den vergangenen Wochen gewachsen. „Diese Mentalität haben wir uns erarbeitet“, meinte er und lobte seine Spieler ausdrücklich dafür, dass sie unabhängig vom Spielstand immer weiter nach vorne wollten. Auch einzelne Akteure hob er hervor, ohne daraus eine Einzelleistung zu machen: Manche würden derzeit „wirklich über sich hinauswachsen“, und genau dieses Miteinander mache seine Mannschaft aktuell aus. Den Gegner beschrieb Matzinger als kampfkräftig und sehr aggressiv, dazu mit vielen hohen Bällen in den Strafraum, aber er stellte ebenso klar, dass für ihn die bessere Mannschaft gewonnen habe. Ein Sonderlob gab es noch für den Unparteiischen. „Die Schiedsrichterleistung war top“, sagte der Hundsheim-Coach. Mit dem 4:3 hält Hundsheim nach fünf Runden bei neun Punkten und nimmt aus einem turbulenten Nachmittag vor allem eines mit: den Beweis, dass diese Mannschaft selbst nach mehreren Rückschlägen bis zur letzten Sekunde an sich glaubt.