Nach einem windgeprägten Duell zwischen SK Raika Wiesmath und USV Scheiblingkirchen II in der 1. Klasse Süd zeichnete sich ein klares Stimmungsbild ab: Trainer David Witteveen sah eine Partie, in der der Wind die Statik bestimmte, die Kräfteverhältnisse kippte und seine Mannschaft nach der Pause zu einem deutlichen Chancenplus trug. Er haderte mit dem verpassten Heimsieg und richtete den Blick sofort nach vorne – mit dem Ziel, die nächsten Aufgaben konsequent auf drei Punkte auszurichten.

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„Bei diesem starken Wind war ein normales Spiel kaum möglich“, setzte Witteveen den Rahmen für eine Begegnung mit zwei klar unterschiedlichen Halbzeiten. In Abschnitt eins spielte Scheiblingkirchen II mit Rückenwind, agierte feldüberlegener und kam häufiger in die gefährlichen Zonen. Folgerichtig fiel in Minute 21 das 0:1, als Dominik Altrichter eine druckvolle Phase der Gäste veredelte. Auch beim Ballbesitz sah Witteveen einen klaren Wind-Effekt: In der ersten Halbzeit sprach vieles für die Auswärtigen – geprägt von hohen Bällen, schnellen Umschaltmomenten und vielen zweiten Bällen.
Mit dem Seitenwechsel drehte sich das Kräfteverhältnis: Wiesmath spielte nun mit dem Wind, schob die Linie nach vorn und erarbeitete sich die klareren Möglichkeiten. Der Ausgleich fiel früh in Halbzeit zwei, als Balazs Koszö in der 51. Minute zum 1:1 traf – ein Signal, das die Heimelf weiter anschob. Witteveen bilanzierte: „Von unserer Seite waren sicher drei bis vier Topchancen dabei, einer davon ein Lattenschuss. Scheiblingkirchen hätte mit etwas Glück vielleicht noch ein Tor machen können.“ Gerade diese Mischung aus Dominanz nach der Pause und verpasster Effizienz prägte seine Gefühlslage. Sein Fazit: „Normalerweise müssten wir das Spiel gewinnen.“ Dass es am Ende bei der Punkteteilung blieb, war für ihn erklärbar, aber nicht zufriedenstellend: Das Momentum war da, die Szenen für mehr ebenso – nur die letzte Konsequenz vor dem Tor fehlte.
Die Partie war reich an Unterbrechungen, Einwürfen und ruhenden Bällen – auch das ein Effekt der Bedingungen. Auffällig für Witteveen: Beide Mannschaften hatten jeweils einen Spieler, der extrem weite Einwürfe einbrachte, sodass nahezu jeder Einwurf in der gegnerischen Hälfte wie eine Standardsituation wirkte. Die Nettospielzeit empfand er dadurch als deutlich geringer; vieles lief über Standards. Trotz der vielen Zweikämpfe blieb der Ton auf dem Platz fair, strittige Szenen gab es aus seiner Sicht nicht. Mit Blick nach vorn verweist Witteveen auf die jüngste Gegnerschaft aus der Tabellenspitze und den Ertrag daraus: nur ein Punkt aus zwei schweren Spielen. Entsprechend klar ist der Auftrag an sein Team, speziell zu Hause: „Für uns ist es schade. Wir wollten zu Hause einen Sieg einfahren, um vorne dranzubleiben. Von den Chancen her hätten wir uns das verdient gehabt. Somit müssen wir in den nächsten Spielen unbedingt schauen, dass die drei Punkte bei uns zu Hause bleiben, damit wir den Anschluss nach vorne nicht verlieren.“