In der 1. Klasse Süd setzte sich der SK Raika Wiesmath im letzten Heimspiel mit 1:0 gegen Tabellenführer SV Grimmenstein durch. Nach torloser erster Hälfte entschied ein Standard in Minute 56 – Christian Senft traf zum Sieg. Trainer David Witteveen sprach von großer Disziplin, kompaktem Auftreten und schlicht mehr Willen. Seine Elf verteidigte klug, setzte gezielte Nadelstiche und brachte den Vorsprung in einer späten, kurzzeitig wackligen Phase kontrolliert über die Zeit.
Wiesmath legte den Grundstein mit einer klaren Marschroute. David Witteveen sprach offen über die Ausgangslage: „Wir haben personell aus dem letzten Loch gepfiffen.“ Also stand zunächst Stabilität über allem. „Der Ballbesitz war klar auf ihrer Seite, wir haben aber nicht viel zugelassen“, ordnete er die erste Hälfte ein – zur Pause stand es folgerichtig 0:0. Nach dem Seitenwechsel trat Wiesmath entschlossener auf. „Wir sind mutig aus der Kabine gekommen und dann durch eine Standardsituation verdient in Führung gegangen“, so Witteveen. In der 56. Minute sorgte Christian Senft nach einer Standardsituation für die Führung. Der Plan ging auf, weil Wiesmath im richtigen Moment zupackte.
Auf die Frage nach dem Schlüssel zum Sieg musste Witteveen nicht lange überlegen. „Wir sind als Mannschaft super aufgetreten. Wir waren sehr kompakt, taktisch diszipliniert und haben wenig zugelassen“, betonte der Coach. Immer wieder setzte seine Elf Nadelstiche – genau das, was abgesprochen war. „Wir wollten den Sieg mehr als der Gegner“, sagte Witteveen und hob damit den mentalen Aspekt hervor. Nach dem 1:0 ergaben sich weitere Möglichkeiten, die Entscheidung früher herbeizuführen. „Wir haben dann noch ein paar gute Chancen gehabt, die wir nicht verwertet haben“, blieb er sachlich. So wurde es hinten raus noch einmal eng, weil Grimmenstein aufmachte. „Zum Schluss haben sie alles nach vorne geworfen. Es wurde ein bisserl spannend, aber wir haben es souverän fertig gespielt.“ Diese Ruhe in den hektischen Minuten war an diesem Abend Gold wert.
Witteveen zeigte sich nach dem Abpfiff fair gegenüber dem Gegner: „Man merkt, dass Grimmenstein eine gute Mannschaft ist und verdient Meister geworden ist. Vor allem offensiv sind sie schwer zu bändigen.“ Gleichzeitig sah er einen kleinen, nachvollziehbaren Unterschied: „Man hat gemerkt, dass sie schon Meister sind und der letzte Wille nicht mehr so da war – das ist uns zugute gekommen.“ Ein Sonderlob verteilte er an den Unparteiischen. „Die Schiedsrichterleistung muss ich hervorheben. Er hat nicht jede Kleinigkeit abgepfiffen, den Spielfluss gelassen und ist respektvoll mit den Spielern umgegangen.“ Der Dreier bedeutet für Wiesmaths gut gefülltes Punktekonto (Rang sieben, 35 Zähler) ein stimmiges Heim-Finale. „Wir wollten uns im letzten Heimspiel von den Fans mit einem Sieg verabschieden“, sagte Witteveen – und blickte nach vorne: „In Zukunft wollen wir mehr auf Ballbesitz schauen und offensiv unausrechenbarer sein.“