Ein wilder Abend in der 2. Klasse Ybbstal: Der ASKÖ Lunz/See führte früh, lag zur Pause hinten und glich nach der Stunde wieder aus – am Ende jubelte FCU Mayr-Bau Ertl dank eines Treffers in Minute 90+2 über ein 3:2. Lunz-Trainer Markus Sonnleitner haderte vor allem mit vermeidbaren Gegentoren, lobte aber den großen Kampf seiner Mannschaft: „Drei Eigenfehler tun weh, aber die Burschen haben alles reingehauen. Wir hätten uns heute einen Punkt verdient.“

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Lunz erwischte den Traumstart: Bereits in der 3. Minute stellte Barnabas Janos Barta auf 1:0 und bestätigte damit die frühe Wucht der Hausherren. „Wir sind super reingekommen, nach drei Minuten 1:0 – schneller Konter über rechts“, schilderte Sonnleitner. Ertl antwortete nach rund zwanzig Minuten, David Hackensöllner glich in der 19. Minute aus – aus Lunzer Sicht nach einem Einwurf und einer unglücklichen Verlängerung. Bitter wurde es kurz vor der Pause, als Florian Oberforster in der 43. Minute zum 1:2 traf; der Coach sah einen Ball, der dem Keeper aus den Händen rutschte und dem Gegner vor die Füße fiel.
Nach dem 1:2 zur Halbzeit blieb Lunz dran und kam verdient zurück: In Minute 63 landete der Ball nach einem Eigentor von Dominik Hinterbichler zum 2:2 im Netz. Die Partie blieb offen, Lunz witterte den „Lucky Punch“. „Den hatten wir zwei-, dreimal am Fuß“, so Sonnleitner. Stattdessen traf Ertl in der 90.+2 Minute: Patrik Halda besorgte das 2:3 – laut Coach ein Fernschuss, der nach einer verpassten Klärung noch abgefälscht wurde.
Nach dem Abpfiff war Markus Sonnleitner hin- und hergerissen zwischen Stolz und Ärger. „Entscheidend war unser schnelles 1:0. Aber die drei Gegentore wären alle vermeidbar gewesen. Es waren dreimal Eigenfehler – das tut weh“, ordnete der Lunz-Trainer ein. Gleichzeitig hob er die Haltung seiner Mannschaft hervor: „Von der kämpferischen Leistung her war das erste Sahne, absolut top. Wir haben Ertl das Leben richtig schwer gemacht.“ Taktisch sah er leichte Vorteile beim Tabellenführer, ohne dass seine Elf abtauchte: „Ertl hatte vielleicht spielerisch die besseren Anteile. Wir haben das über den Kampf gelöst und waren vorne über Konter gefährlich.“ Dass der Punkt am Ende fehlte, wurmt ihn: „Wir hätten uns einen Punkt verdient. Wir wollten ihn uns unbedingt holen. Leider haben wir in der letzten Aktion den Ball nicht wegbekommen, dann der Schuss – abgefälscht, und er war drin.“
Abseits der nackten Tore blieb bei Sonnleitner ein positiver Gesamteindruck. Er lobte die Atmosphäre und die Spielleitung ausdrücklich: „Das war ein sehr schnelles Spiel, vom Schiedsrichter absolut top geführt. Er war unauffällig, hat viel laufen lassen – wirklich fair, auch von der Ertler Mannschaft.“ Dass der Gegner Qualität hat, liegt auf der Hand: Ertl führt die Tabelle an, und Lunz hält als Neunter bei 32 Punkten ordentlich dagegen. Für Sonnleitner ist klar, worauf es nun ankommt: „Jetzt geht der Blick auf nächste Woche. Wir haben in Scheibbs den zweiten Meisterkandidaten. Da wollen wir wieder voll angreifen, performen und unser Lunz-Kämpferherz zeigen.“ Nach diesem 2:3 und den gezeigten Tugenden weiß seine Truppe, dass sie auch gegen starke Teams mithalten kann – wenn die vermeidbaren Patzer abgestellt werden.